Ich schreibe für Sie!
Guten Tag!. Journalismus. Schwerpunkte. Pressetexte. Fotografie. Schöne Literatur. Veröffentlichungen. Archiv. Kontakt. Michaela Schneider - Freie Journalistin in Würzburg
Hier finden Sie eine Auswahl
an Verlagen und Agenturen,
für die ich schreibe:

Impressum

Meine AGB

Nürnberger Nachrichten

Franken.Das Magazin für Land und Leute

Behinderte Menschen

Porter & Pin

Publik Forum

Oper & Tanz

Die deutsche Bühne

Main-Echo

Opernnetz

Griaß di’ Allgäu

Schönes Schwaben

Journalismus

Pressetexte

Fotografie


Kurzgeschichten

                                          Chroniken


Auf Facebook posten
Auf Twitter posten
Auf Google Lesezeichen posten
Per E-Mail senden

Bösewichter, die manchmal gar nicht böse sind
Der Macher vom „ZaPPaloTTi“ erzählt, wie er sich gute Kinderunterhaltung vorstellt –Festivalteam
verschenkt für den 2. bis 6. März Kartenkontingente an Familien, die sich Kultur nicht leisten können  


Von Michaela Schneider
Würzburg  
Ein neues Theaterfestival für Familien feiert Anfang März in Würzburg Premiere: Vom 2. bis 6. März heißt es im Felix-Fechenbach-Haus im Ortsteil Grombühl „ZaPPaloTTi“. Als „bunt, vielfältig und tolerant“ betitelt Ideengeber Christian Perleth das fünftägige Festival, auf dem Programm stehen Veranstaltungen für Schulklassen und Familien, für Erwachsene und selbst ein spezielles Puppentheater für Senioren ist geplant. Es wird gezaubert und Musik gemacht, Clowns und Schauspieler sorgen für Unterhaltung. „Ich habe eines Tages für mich gemerkt: Das Kinderprogramm ist bei vielen Festen Nebensache, da steht dann eine Hüpfburg, jemand kommt zum Schminken und vielleicht ist ein Clown gebucht“, sagt Perleth. Mit seinem Festival will er nun hochwertige Kinderunterhaltung in den Blick rücken. Dabei weiß er, wovon er spricht: Der 31-Jährige arbeitet als freiberuflicher Künstler, in seinen Kinderprogrammen zaubert, schauspielert, singt er - und erzählt gleichzeitig Geschichten, die auch Erwachsene nachdenken lassen.  


Sie wollen Kindern mehr bieten als eine Hüpfburg und einen Schminktisch und legen Wert auf richtig gute Kinderunterhaltung. Warum, denken Sie, ist diese wichtig?

Christian Perleth: Kinder sind auch glücklich, wenn Sie auf einer Hüpfburg toben können, keine Frage. Aber ich denke, es ist trotzdem entscheidend, Kinder früh an hochwertige Kultur- und Theaterunterhaltung zu gewöhnen – ganz einfach, weil die Kindheit prägt.


Und wie sieht hochwertige Kinderunterhaltung Ihrer Meinung nach aus?

Perleth: Am wichtigsten ist, dass der Fokus klar auf den Kindern liegt. Viele Zeichentrick- und Animationsfilme im Kino sind meiner Ansicht nach zu spannend. Man will hier ein möglichst breites Publikum ansprechen, packt deshalb jede Menge Action rein. Erwachsene freuen sich, aber für sensible, kleine Kinobesucher ist das oft zu gruselig. Ein guter Künstler auf der Bühne schafft es dagegen, mit genau den Kindern und Erwachsenen umzugehen, die im Publikum sitzen.


Erklären Sie das zur Veranschaulichung doch einmal anhand ihrer eigenen Programme…

Perleth: Ich versuche zwar eine Botschaft für alle, für Klein und Groß, hinein zu packen. Dadurch bekomme ich oft auch von Mamas und Papas rückgemeldet, dass sie es gut finden. Trotzdem geht es mir in erster Linie um die Kinder. Sie dürfen sich einmischen, das Programm mitbestimmen, sich an den richtigen Stellen bewegen. Sie sollen mitdenken und die ganze Zeit gefordert sein. Und wenn ich merke, dass es für die kleinen Besucher zu aufregend wird, breche ich notfalls aus meiner Rolle aus und erkläre, dass der Bösewicht eigentlich gar nicht so böse ist. Vor kurzem habe ich ein wirklich gutes Puppentheater besucht. Schade war: Die wirklich guten Rückmeldungen der Kinder wurden nicht aufgegriffen. Ohne Interaktion verliert für mich Kinderunterhaltung ein Stück weit an Wert.


Dass das FamilienTheaterFestival bunt und vielfältig wird, zeigt ein Blick ins Programm. Was genau macht „ZaPPaloTTi“  tolerant?   

Perleth: Wir wollen beim Festival alle dabei haben – alle gesellschaftlichen Schichten, viele Nationalitäten, Menschen, mit und ohne Handicap. Weil sich aber nicht alle Familien Kultur leisten können, haben wir Kartenkontingente verschenkt. Diese werden über die Christophorus-Gesellschaft, die KulturTafel Würzburg und in Flüchtlingsunterkünften verteilt. Möglich wurde dies, weil uns die Stadt Würzburg sowie viele private Sponsoren sehr unterstützen. Ich habe übrigens selbst schon viel in Flüchtlingsunterkünften gespielt und dabei ganz tolle Erfahrungen gemacht. Ich habe zum Beispiel gezaubert – und plötzlich standen zwei Syrer neben mir, die mitzauberten. Zaubern, Clowns, Musik – bei allen diesen Dingen ist Sprache Nebensache. Doch immer größer wurde bei mir der Wunsch, gemeinsame Erlebnissen außerhalb der Flüchtlingsunterkünfte zu schaffen. Das wollen wir mit dem Festival ermöglichen – und ganz bewusst auch Karten an deutsche Familien verteilen, die sich Kultur nicht leisten können.


Und bunt und tolerant wird es nicht nur im Publikum, sondern auch auf der Bühne?

Perleth: Genau, vor allem beim Willkommen-mit-Musik-Konzert. Bei dem vom Würzburger Theater am Neunerplatz ins Leben gerufenen Projekt „Willkommen mit Musik“ geben Profimusiker Kindern aus Flüchtlingsfamilien Instrumentalunterricht. Diese Schüler werden zu hören sein. Zudem treten mit der „Hussein Mahmoud Group“ und Aktham Abou Fakher Profimusiker aus Syrien auf. Das „Trio El-Khaled“ unternimmt eine Reise durch die Klangwelten von Orient und Okzident. An dem Abend soll es keine Grenzen zwischen Ländern, Kontinenten und verschiedenen musikalischen Spielarten geben.  

Clowns, Zauberei, Puppentheater… Warum reden Sie eigentlich von einem Theaterfestival, ist nicht eigentlich noch viel mehr geboten?

Perleth: Theater ist für mich ein riesig großer Begriff, es gibt ganz, ganz viele Formen. Und alle Künstler beim Festival sind ein Stück weit auch Theaterkünstler – und kombinieren dies mit anderen Kunstformen. Clown Heini schlüpft in verschiedene Rollen, ich ebenfalls, zum Beispiel wird man mich als den Außerirdischen Abu erleben. Ehrlich gesagt, heißt der eigentlich Abul – aber Freunde dürfen Abu sagen.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Infokasten: FamilienTheaterFestival Zappalotti vom 2. bis 6. März


Das FamilienTheaterFestival mit insgesamt zehn Veranstaltungen für Klein und Groß, für Familien, Schulklassen oder auch Senioren findet von 2. bis 6. März im Felix-Fechenbach-Haus im Würzburger Ortsteil Grombühl statt. Karten im Vorverkauf gibt es unter anderem unter Telefon 0931/35818035 oder online unter www.zapalott.de.

Christian Perleth in seiner Rolle als der Außerirdische Abu.

Foto: Michaela Schneider