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Poetische Traumwelten und barocke Tradition
Die Ausstellung „Wolfgang Lenz zum Gedächtnis – stilles Leben und phantastische Welten“
würdigt im Museum im Kulturspeicher in Würzburg das Werk des im Januar verstorbenen Künstlers


Von Michaela Schneider

Würzburg Würzburg liegt in Schutt und Asche. Auf der alten Mainbrücke stehen im magisch-düsteren Licht keine Heiligen, sondern Skelette in königlichen Gewändern. Mahnend heben sie die Hände. Etliche Würzburger dürften das beeindruckende Ölgemälde des vielleicht bekanntesten hiesigen zeitgenössischen Malers Wolfgang Lenz aus dem Jahr 1970 kennen. Jenes Werk, das wie kein anderes das Grauen über die Vernichtung unzähliger Menschenleben und der einstmals schönen Bischofsstadt ausdrückt. Doch Wolfgang Lenz` Schaffen reichte viel weiter: In großen, dekorativen Arbeiten gestaltete er - ganz in barocker Tradition - das neue Würzburg mit. In seinen kleinformatigeren Bildern wirken wie beim „Würzburger Totentanz“ Wirklichkeit und Fantasie zusammen. Barocke Lebensfreude, eigene poetische Traumwelten in magischem Licht und die Lust am Skurrilen sowie am subtilen Witz kennzeichnen sein Werk. Am 1. Januar 2014 starb der Künstler nach langer Krankheit. Die Ausstellung „Wolfgang Lenz zum Gedächtnis – stilles Leben und phantastische Welten“ würdigt nun im Museum im Kulturspeicher in Würzburg sein Schaffen.


Der Akzent der Ausstellung liegt dabei auf Lenz` Werken auf Papier. Die Witwe des Künstlers, Hella Lenz, hat dafür rund 50 Werke aus dem Nachlass zusammengestellt. „Wir wollten die ganze Schaffensperiode abbilden“, sagt Tochter Barbara Lenz. So sei in der Ausstellung sowohl das erste als auch das letzte Ölbild des Vaters zu sehen. Verschiedenste Techniken - vom Ölbild übers Aquarell bis zur Hinterglasmalerei – werden gezeigt. Und auch die Motive selbst zeugen von der Vielfalt des Schaffens: die Stadt am Main in Schutt und Asche, aber auch das schöne Würzburg; Aquarelle, die während Lenz` Romaufenthalten entstanden; Skizzen zu seinen Werken im öffentlichen Raum; eine Spiegelscheibe, die in Zusammenhang mit der Rekonstruktion  des Spiegelkabinetts in der Würzburger Residenz entstand; Phantasiewelten mit Mischwesen, Harlekinen, Gauklern, Ratten oder zum Leben erwachten Puppen.


Geboren wurde Wolfgang Lenz 1925 im damals noch barocken Würzburg. Dies sollte sein Schaffen Zeitlebens prägen. Sowohl in seiner altmeisterlichen Malweise wie auch in den Motiven selbst spiegelt sich die Begeisterung des Künstlers fürs Barockzeitalter wieder. Entsprechend traumatisch prägte sich die Zerstörung der Bischofsstadt in Lenz` Gedächtnis. Beim späteren Begründer der Städtischen Galerie Würzburg, Heiner Dickreiter, absolvierte der junge Wolfgang Lenz zunächst eine Malerlehre, anschließend studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in München.  Ein Stipendium ermöglichte dem unterfränkischen Maler einen einjährigen Aufenthalt in Rom. „Hier fand er das Schöne der Stadt wieder, das er in Würzburg verloren hatte“, sagt Stefan Kummer, Kunsthistoriker und langjähriger Freund der Familie Lenz. Wer durch die Gedächtnisausstellung schlendert, wird nicht nur auf Rom-Aquarellen, sondern auch auf manchem Fantasiegemälde antike Ruinen und bauliche Schönheiten wie in der ewigen Stadt  entdecken. 1992 führte Lenz eine zweite Studienreise nach Rom, als Ehrengast wurde er damals in die „Villa Massimo“ der Deutschen Akademie geladen.


Ab 1971 war Wolfgang Lenz als freiberuflicher Maler in Würzburg tätig – und sollte nun vor allem auch im öffentlichen Raum Werke schaffen, mit denen er die jetzige wie auch kommende Generationen reich beschenkte. Ab 1971 malte er die „Laube“ im Würzburger Ratskeller aus, ab 1974 stellte er die Wandmalereien im „Grünlackierten Kabinett“ der Würzburger Residenz wieder her. 1987 vollendete er das Wandgemälde im Plenarsaal des Rathauses. Hinzu kamen Aufträge von außerhalb wie etwa die  Deckenausmalung der Sandkirche in Aschaffenburg, die Ausmalung des „Café Prinzipal“ im Prinzregententheater in München oder die Gestaltung des Bühnenvorhangs fürs Staatstheater Wiesbaden. Skizzen erzählen in der Gedächtnisausstellung von diesem Schaffen.


Als „unwiederbringlicher Verlust einer einzigartigen Raumschöpfung des Rokoko“ sei die Zerstörung des Spiegelkabinetts in der Würzburger Residenz bezeichnet worden, sagt Kunsthistoriker Kummer. Zwischen 1978 und 1986 sollte Lenz die Hinterglasmalereien im Spiegelkabinett rekonstruieren und ergänzen. Die Malereien seien zwar ein genuines und unverkennbares Werk von Lenz, doch habe er sich bemüht, den ästhetischen Gesamteindruck des Raumes wiederzugewinnen, würdigt Kummer das Werk eines „Meisters der kleinen und großen Form“.  

Geehrt wurde Wolfgang Lenz Schaffen mit zahlreichen Auszeichnungen: Verliehen wurden ihm unter anderem das Bundesverdienstkreuz, der Kulturpreis der Stadt Würzburg, der Bayerische Verdienstorden, der Kulturpreis der Bayerischen Landesstiftung und die Medaille „Franz Kafka“ für seine Lebenswerk durch den Europäischen Franz-Kafka-Preis.


„Würzburger Totentanz“ von Wolfgang Lenz. Das Mainfränkische Museum stellt das Werk dem Museum im Kulturspeicher für eine Sonderausstellung zur Verfügung.


Foto: Mainfränkisches Museum/Museum im Kulturspeicher

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Infokasten: „Wolfgang Lenz zum Gedächtnis – stilles Leben und phantastische Welten“


Am 1. Januar 2014 starb der Würzburger Maler Wolfgang Lenz. „Wolfgang Lenz zum Gedächtnis – stilles Leben und phantastische Welten“ ist eine Ausstellung im Museum im Kulturspeicher bis einschließlich 21. September im Raum 5 der Städtischen Sammlung betitelt. Lenz starb am 1. Januar dieses Jahres. Die Ausstellung vermittelt einen Eindruck von der Breite und Vielfalt von Lenz’ Schaffen. Am Samstag, 30. August und Samstag, 20. September, jeweils um 15 Uhr, führt Hella Lenz, die Witwe des Künstlers, durch die Ausstellung. Geöffnet ist das Museum im Kulturspeicher  Dienstag von 13 bis 18 Uhr, Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 18Uhr und Donnerstag bis 19 Uhr.

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