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Mal ein Mädchen mit langem Rock, mal Baumwesen: In insgesamt acht Kleinskulpturen hat Peter Wittstadt das Schneewittchen-Thema unterschiedlich umgesetzt. Zudem im letzten Bild zu sehen: eine Collage von Ruth Grünbein.


Fotos: Michaela Schneider

Mal füllige Frau, mal abstraktes Baumwesen
Ausstellung in Würzburg zeigt unter anderem acht
 verschiedene Schneewittchen-Interpretationen des Künstlers Peter Wittstadt


Von Michaela Schneider

Würzburg Eigenwillig sind alle acht Kleinskulpturen des Künstlers Peter Wittstadt. Ein Mädchen aus Bronze im langen Rock mit abstehenden Haaren, viel zu kurzen  Ärmchen und gespreizten Fingern. Eine füllige Frau im kurzen Gewand mit klobigen Beinen und spitzen Brüsten. Dann ein Baumwesen, das mit einer Frau nur noch wenig gemein hat. Die abstrakteste und, wie der Künstler selbst sagt, eigenwilligste Skulptur wählte Wittstadt schließlich aus, um sie beim Wettbewerb der Stadt Lohr einzureichen. Ende 2013 gewann er damit den Schneewittchenpreis - und sorgte in der Stadt am Main für viel Gesprächsstoff. In der Sparkasse Würzburg auf der Galerie im Beratungscenter sind nun erstmals alle Schneewittchen-Miniaturen des Künstlers zu sehen. Zudem umfasst die Ausstellung 14 weitere Plastiken und Gemälde von Peter Wittstadt sowie drei großformatige Collagen der Schweinfurter Malerin Ruth Grünbein.


Doch erst noch einmal zurück zum Schneewittchenpreis. „Schneewittchen verzaubert Lohr“, lautete das Kunstpreis-Thema der Stadt.  Einreichen konnten die Künstler Entwürfe für eine Schneewittchen-Darstellung im öffentlichen Raum. Überlebensgroß soll die Märchenfigur künftig einen zentralen Ort in Lohr schmücken. Zündstoff barg die Auszeichnung, weil zwar Künstler, Bürgermeister und Kulturamtsleiter für Wittstadts Skulptur gestimmt hatten, das Publikum jedoch nicht. Das verwundert nicht, denn die Darstellung hat mit Zipfelmützen, roten Lippen, schwarzem Haar und mädchenhafter Schönheit rein gar nichts gemein.


Und genau das war Wittstadts Intention, wie er am Rande der Vernissage in der Sparkasse erzählt. Auf gar keinen Fall kitschig sollte sein Schneewittchen werden, dafür musste er sich von gängigen Klischees lösen. Abstrahierend zeigt sich das Resultat - und trotzdem auf ganz eigene Art märchenhaft. Zwar steht jede einzelne Schneewittchenskulptur in der Ausstellung in Würzburg für sich. Dennoch ist der Entwicklungsprozess vom Mädchen im langen Kleid hin zum märchenhaften Baumwesen gut nachzuvollziehen. Laudatorin Angelika Stitz-Watzek sprach bei der Vernissage von kuriosen, aber inspirierenden Lösungen.


Zudem ein Blick auf Wittstadts Malerei. Zum einen umfasst die Ausstellung in der Sparkasse farbige Köpfe, die kindlich gearbeitet anmuten. Allerdings inklusive einer gesunden Portion Ironie, wie die kuriosen Titel zeigen: „Lolita nach dem Genuss von Fliegenpilzen“ ist da zum Beispiel zu lesen. Allerdings betont Wittstadt selbst: Was auf seinen Bilder zu erkennen sei, spiele für ihn eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sei ihm die Farb- und Flächenkomposition. Und so zeigt auch sein zweiter, neuerer Bilderzyklus in der aktuellen Ausstellung keine Figuren mehr, sondern abstrakte, in Mischtechnik gefertigte Arbeiten.

Neben Wittstadts Werken beherbergt die Sparkassengalerie drei farbintensive Collagen der Schweinfurterin Ruth Grünbein. Zeichnung und Malerei, Ausgeschnittenes und Gesprühtes sowie Schriftzüge vereinigen sich in Gesamtkompositionen. Anlass für die Werke war ein persönliches Erlebnis der Künstlerin. Vor Ausstellungsräumen befand sich eine verletzte Frau, an der die Menschen achtlos vorbeiliefen. Niemand half. Grünbeins Botschaft ist  offensichtlich: „Schau mal nach rechts“ ist auf einem Werk in großen Lettern zu lesen.


Die Ausstellung mit 25 Werken von Peter Wittstadt und Ruth Grünbein auf der Sparkassengalerie im Beratungscenter der Sparkasse Mainfranken in der Hofstallstraße in Würzburg dauert bis einschließlich 4. April. Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag zwischen 8.10 und 16.30 Uhr sowie donnerstags zwischen 8.10 und 17.30 Uhr.

Der Artikel ist unter anderem im Main-Echo erschienen.

Infokasten: Künstlerbiografien


Peter Wittstadt ist gebürtiger Würzburger. Er studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, seit 1991 arbeitet er als freischaffender Bildhauer, Grafiker und Maler in Karlstadt – Laudenbach. Zahlreiche Ausstellungen führten in quer durch Franken, aber auch ins Tessin, nach München, auf die Insel Usedom  oder zum Beispiel nach Fürstenwalde an der Spree.


Ruth Grünbein stammt aus Schweinfurt. Die Malerei war für sie zunächst Hobby, entwickelte sich dann aber immer mehr zur Lebensaufgabe. Mehrjährige Studienaufenthalte führten die Künstlerin nach New York und Venedig. Deutschlandweit waren ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.


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