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Ackerröte und Venuskamm
Mit einem unterfrankenweiten Wettbewerb soll die Aufmerksamkeit
auf fast vergessene, selten gewordene Ackerwildkräuter gelenkt werden


Von Michaela Schneider

Unterfranken Sie heißen Ackerröte oder Blauer Gauchheil, Finkensame oder Venuskamm: Ackerwildkräuter, die in der Blüte nicht nur für farbenfrohe Abwechslung auf dem Feld sorgen, sondern auch vielen heimischen, zum Teil seltenen Insektenarten Nahrung und einen Lebensraum bieten. Doch sind viele Ackerwildkräuter heute durch die intensivierte Bewirtschaftung bedroht. Rudolf Rippel, Leiter des Instituts für Ökologischen Landbau bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, spricht mit Blick auf die Ackerwildkräuter von „Pflanzen, die in Vergessenheit geraten sind“. Durch den Wettbewerb „Blühende Ackerwildkräuter in Unterfranken“ sollen sie wieder mehr in den Blick der Landwirte wie auch der Öffentlichkeit rücken.


Ausgerichtet wird dieser von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Kooperation mit dem Bund Naturschutz und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege. Beteiligen kann sich jeder landwirtschaftliche Betrieb aus der Region. Landwirte sind aufgefordert, mit dem Faltblatt raus auf den Acker zu gehen und zu schauen, welche Wildkräuter dort wachsen - oder auch im Vorjahr wuchsen, aber aktuell noch nicht blühen.  Von der Jury bewertet werden eine möglichst hohe Anzahl an seltenen Wildkräutern im Acker  und die Strukturen am Ackerrand. Flächen, die in die engere Auswahl kommen, werden von der Jury vor Ort bewertet.


Geplant ist der Wettbewerb in Zukunft einmal im Jahr, jeweils in einem anderen Regierungsbezirk. Dass Unterfranken erster Austragungsort sein wird, kommt nicht von ungefähr: Durch die spezielle Geologie mit unterschiedlichen Bodentypen von Buntsandstein über Keuper bis hin zu Muschelkalk konnte sich hier eine Pflanzenvielfalt herausbilden wie an kaum einem anderen Ort. Und: In Unterfranken gibt es schon jetzt verhältnismäßig viele Öko- und VPN-Äcker, auf denen Ackerwildkrautschutz betrieben wird.


„Ackerbau und Ackerwildkräuter waren immer schon Lebensgemeinschaft und Konkurrenz“, sagt die Diplom-Agrar-Ingenieurin Marion Ruppaner, Referentin für Landwirtschaft beim Bund Naturschutz in Bayern. Dreiviertel der Wildkräuter seien erst über den Ackerbau eingewandert. Bunte Felder mit Mohn- und Kornblumen, Adonisröschen und Kamille waren früher ein vertrautes Bild. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft aber wurden die Ackerwildkräuter zurückgedrängt. Durch Herbizideinsatz, bestimmte Düngemittel und die Abkehr von Fruchtfolgen geht Biodiversität weiter verloren- und wirkt sich auch auf die Fauna aus: Spezielle Schmetterlinge und Wespen, Wildbienen und Hummeln sind auf Ackerwildkräuter angewiesen. Und: Es gebe Untersuchungen, die gezeigt hätten, dass Wurzelvielfalt Erträge steigern könne.


Zu intensive Landwirtschaft also ist die eine Bedrohung – brach liegende Flächen, das heißt keine Bewirtschaftung, die andere. „Ackerwildkräuter gäbe es nicht ohne Landwirtschaft“, betont Beate Krettinger vom Deutschen Verband für Landschaftspflege. Doch auch, wenn Ackerwildkräuter über mehrere Jahre nicht gewachsen sein sollten: Das Samenpotenzial vieler Pflanzen ist sehr hoch und kann sich im Boden Jahrzehnte halten. Fördern können Landwirte das Wachstum von Ackerwildkräutern unter anderem, indem sie auf Herbizideinsatz verzichten, die Stickstoff-Dünung niedrig halten oder den Boden regelmäßig und zu bestimmten Zeiten bearbeiten. Und so ist es nicht nur Ziel des Wettbewerbs, die Aufmerksamkeit wieder auf fast vergessene,  seltene Ackerwildkräuter zu lenken. Auch soll das vielfach noch vorhandene Samenpotenzial wiederbelebt und das Samenreservoir aufgefüllt werden für die nächsten Jahrzehnte.

Der Artikel  wurde unter anderem im Main-Echo veröffentlicht.

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Infokasten: Der  Wettbewerb „Blühende Ackerwildkräuter in Unterfranken 2014“


Mitmachen kann beim Wettbewerb „Blühende Ackerwildkräuter in Unterfranken 2014“ im Prinzip jeder Landwirt aus der Region, Faltblätter sind beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dem Landschaftspflegeverband und dem Bund Naturschutz in der Region erhältlich. Zudem sind die Unterlagen im Internet abrufbar (http://www.lfl.bayern.de/iab/kulturlandschaft/060150/index.php). Auch können gedruckte Formulare bei der Landesanstalt für Landwirtschaft bestellt werden unter 08161/71-5821 oder Bluehende.Ackerwildkraeuter@lfl.bayern.de Die ausgefüllten Teilnahmebögen können dann bis zum 01. Juni 2014 eingereicht werden. Zu gewinnen gibt es Hotelübernachtungen, Wein aus der Region und Bücher. Die Preisverleihung findet am 2. Juli am Siegeracker statt.