Michaela Schneider - Freie Journalistin in Würzburg
Ich schreibe für Sie!
Guten Tag!.Journalismus.Schwerpunkte.Pressetexte.Fotografie.Schöne Literatur.Veröffentlichungen.Kontakt.
Hier finden Sie eine Auswahl
an Verlagen und Agenturen,
für die ich schreibe:

Impressum

Meine AGB

Fränkischer Tag

Franken.Das Magazin für Land und Leute

Presse & Kommunikation Saremba GmbH

KulturGut

Museumsmagazin ZeitenRaum

Tanner Werbung GmbH

Ideeologen - Gesellschaft für neue Ideen

Main-Echo

Heragon Verlag

Augsburger Allgemeine

Fränkische Nachrichten

Lieber Lachfältchen als Griesgramfalten
Die Würzburgerin Christina Keßler arbeitet als Lachtherapeutin und verrät zum
Weltlachtag am Sonntag, warum Lachen tatsächlich gesund ist und glücklich macht

 

Von Michaela Schneider

Würzburg „Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit“ wusste schon der griechische Philosoph Aristoteles. Am Sonntag, 5. Mai, ist Weltlachtag – weltweit wird dann um 14 Uhr gemeinsam gelacht. Warum Lachen tatsächlich gesund ist und wie ihre Arbeit als Lachyoga-Therapeutin aussieht, verrät im Interview die 54-jährige Würzburgerin Christina Keßler.

 

Wann haben Sie zuletzt herzhaft gelacht?

Christina Keßler: Beim Lachyoga lernt man, auf Knopfdruck zu lachen. Deshalb  versuche ich jeden Tag zu lachen. Das Schönste aber ist das gemeinsame Lachen. Meine Mission ist es deshalb auch, meine positiven Erfahrungen an andere Menschen weiterzugeben. Vergangene Woche habe ich zum Beispiel mit Schlaganfallpatienten gearbeitet, wir haben zusammen ganz intensiv gelacht.

 

Auf Knopfdruck lachen: Wie funktioniert das?

Keßler: Grundlage ist die Gehirnkonditionierung nach dem Pawlowschen Prinzip. Der Forscher Iwan Petrowitsch Pawlow läutete – immer wenn ein Hund Futter bekam - eine Glocke. Das bewirkte, dass der Hund schließlich auch auf den Ton allein mit Speichelfluss reagierte. Bezogen auf eine bestimmte Lachyoga-Übung, das Diamantlachen, heißt das zum Beispiel: Ich habe während der Übung einen Stein in der Hand und lache. Nach einer gewissen Zeit wird der Stein zum Lachanker. Habe ich ihn dann jederzeit in der Hosentasche dabei und greife ihn, lache ich automatisch. Und bin sofort nicht mehr so mies drauf.

 

Und das klappt wirklich?

Keßler: Natürlich muss man trainieren, bis das Gehirn entsprechend konditioniert ist. Aber anschließend geht man tatsächlich mit mehr Leichtigkeit durchs Leben und sieht vieles nicht mehr so eng. Man lernt wieder, über sich selbst zu lachen. Vieles kann man nicht ändern – aber anders damit umgehen. Was bringt’s denn zum Beispiel, sich über die Schlange an der Supermarktkasse aufzuregen?

 

Warum fühlt man sich gleich besser, wenn man lacht?

Keßler: Beim Lachen werden Endorphine, sprich Glückshormone, ausgeschüttet.  Das ist wie bei einem Sportler, der läuft und läuft und läuft und gar nicht mehr aufhören kann. Auch nach Lachen wird man süchtig, man wird zum echten Lachjunkie (lacht…). Das praktische dabei ist: Das Gehirn kann nicht unterscheiden zwischen einem echten und einem künstlichen Lachen. Glückshormone werden immer ausgeschüttet.

 

Worüber lacht man beim Lachyoga?

Keßler: Das genau ist die Besonderheit. Man lacht nicht über einen Witz oder über andere Menschen. Man lacht in verschiedenen Übungen einfach miteinander um des Lachens willen.  Ein bisschen geht es auch darum, das kindliche Lachen ohne jedes Wenn und Aber zurückzugewinnen.

 

Stimmt das Sprichwort „Lachen ist die beste Medizin“ tatsächlich?

Keßler: Ja. Die Gelototolgie, sprich die Lachforschung, besagt, dass Lachen durch den extremen Sauferstoffaustausch den Blutdruck senken kann; es soll die Schmerzempfindlichkeit verringern, schult die Atemtechnik und es hilft, den Geist frei zu bekommen. Deswegen spricht man übrigens auch von Lachyoga. Das Prinzip dahinter: Lachen und Denken funktioniert nicht gleichzeitig. Kursteilnehmer haben mir zudem schon erzählt, dass sie einen Zwerfellhochstand – also eine Vorwölbung des Zwerchfells in den Brustkorb - mit Lachyoga in den Griff bekommen haben oder die Verdauung wieder angekurbelt wurde. Ein Sänger meinte, sein Lungenvolumen sei viel größer geworden. Und Lachen ist Anti-Aging fürs Gesicht, alle Muskeln werden dabei beansprucht. Und Lachfältchen sind doch viel hübscher als Griesgramfalten, oder nicht?

 

Was machen Sie am Weltlachtag?

Keßler: Wahrscheinlich kommt mein Enkel zu Besuch. Lachen werden wir um 14 Uhr auf jeden Fall, denn dann verbindet weltweit Menschen das Lachen miteinander. Vielleicht gehen wir auf den Balkon, damit auch andere etwas davon haben, mal schauen.

Herzhaft lachen auf Knopfdruck: Christina Keßler zeigt, wie’s funktioniert.

Fotos: Michaela Schneider

 

Der Artikel  ist unter anderem in den Fränkischen Nachrichten erschienen.

Infokasten: Über die Geschichte des Lachyogas

 

In den 90er Jahren entwickelte der indische Arzt Matan Kataria Lachyoga. Er kombinierte dazu Lachübungen mit Yogatechniken und erarbeitete Methoden, um Menschen auf Knopfdruck zum Lachen zu bringen. Kataria ging davon aus, das die heilsame Wirkung von Lachen ganz unabhängig von der Ursache des Lachens funktioniert – dies ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen. 1995 gründete der Inder weltweit den ersten Lachclub  - heute gibt es über die ganze Welt verteilt mehr als 6000 Clubs. Am ersten Sonntag im Mai begehen jedes Jahr Menschen weltweit den Weltlachtag. Gemeinsam gelacht wird heuer am 5. Mai ab 14 Uhr.