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Chaos und Liebesgeflüster am Strand
Spessartgrotten-Ensemble spielt Bühnenadaption von Dora Heldts Roman „Urlaub mit Papa“


Von Michaela Schneider

Gemünden-Langenprozelten „Papa!“ entfährt es Christine empört. Nicht zum ersten Mal an diesem Theaterabend. Denn „Urlaub mit Papa“ kann ganz schön anstrengend sein und ist ein bisschen wie Ferien in der Irrenanstalt. Zu sehen ist die gleichnamige Komödie der Erfolgsautorin Dora Heldt jetzt in der Spessartgrotte in Gemünden-Langenprozelten.  Die Bühnenadaption stammt aus der Feder des Theater-Allrounders Jan Bodinus, Spessartgrotten-Regisseurin Helga Hartmann hat die Vorlage angereichert um deutsche Schlager der 50er bis 70er Jahre. Das Ergebnis: eine bunte, leichte, musikalische Boulevardkomödie.


Es läuft nicht gut für Christine (Astrid Andresen).  Frisch geschieden und die kinderlose Ehe davor ein absolutes Desaster, fragt sie sich jetzt: „Wo zum Henker bleibt eigentlich dieser blöde Prinz auf seinem scheiß Gaul?“ Die Mitdreißigerin will nach Norderney zu ihrer besten Freundin Marleen (Iris Katzer) fahren, um mit ihr deren geerbte Pension  zu renovieren. Und: Papa Heinz (Theo Gündling) kommt mit. Chaos ist vorprogrammiert, als auch noch die überdrehte Kölnerin Hannelore Küppersbusch, der trottelig-naive  Lokalreporter Gisbet (Markus Wedde) und der attraktive Johann Thiess (Paul Seeger) in der Pension von Marleen und ihrem Verlobten Nils (Michel Schäfer) auftauchen. Dann der Skandal: Ein Heiratsschwindler soll auf der Insel sein Unwesen treiben!


Mit ihrem Roman „Urlaub mit Papa“ schaffte es Dora Heldt 2008 bis auf Platz fünf der Spiegel-Bestsellerliste. Das Werk verschaffte ihr den eigentlichen Durchbruch als Bestseller-Autorin. Die Erwartungen sind damit hoch. Regisseurin Helga Hartmann tut gerade deshalb gut daran, keine 1:1-Bühnenadaption des Romans anzustreben. Sie reichert spaßige Dialoge, bissigen Kommentare, Irrungen und Wirrungen zum einen um witzige Ideen wie zum Beispiel Kaffeetrinken bei Wellengang an. Und sie sorgt für Schlagerparty-Stimmung. Für Lachtränen sorgt dabei vor allem Markus Weddes erster Auftritt.  In einer kleinen Öffnung in der Kulisse erscheint sein Kopf. Mit Föhnwelle, Dauergrinsen und dramatischen Gesten scheint er den 70er Jahren frisch entsprungen. Leidenschaftlich und urkomisch singt er „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“. Dazu flimmert ein selbst gedrehtes Video über die großformatige Leinwand.


Markus Wedde ist sowieso der heimliche Star des Abends, beim Schlussapplaus gibt es gar eine Extrarose für den Musicaldarsteller aus dem hessischen Niddatal. Denn überzogene Rollen zu spielen, ist kein Leichtes. Während Tanja Green als überdrehte Kölnerin anfangs witzig, im Laufe des Abends aber fast ein bisschen zu schrill und laut agiert, lacht man über Markus Weddes Dauergrinsen und trotteliges Auftreten bis zum Schluss.  Theo Gündling ist seine Rolle an diesem Abend auf den Leib geschrieben, Theo Gündling ist Papa Heinz. Und sehr gut kommt beim Publikum auch die Musicaldarstellerin Astrid Andersen als Christine an. Auf der einen Seite eine erwachsene, frisch verliebte Frau, auf der anderen Seite immer noch und für immer die Tochter vom Papa.


Nette Ideen hat Helga Hartmann auch diesmal wieder im Bühnenbild umgesetzt: Das Publikum verfolgt eine Szene am angeblichen FKK-Strand in Schwarz-Weiß-Umrissen durch eine Leinwand, Christine und Johann dürfen beim Abendessen im romantischen Blau turteln und Gisbert spioniert– wie in den albernsten Fernsehkomödien – hinter einem Blumentopf versteckt herum.


Ein bisschen Romantik, viele Szenen zum Lachen, Schlager und Chaos, das sich am Ende in Wohlgefallen auflöst: Mit „Urlaub mit Papa“ ist in Langenprozelten ein leichtes Sommervergnügen zu sehen, wie es das Spessartgrotten-Publikum liebt.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Spessartgrotten-Ensemble spielt Bühnenadaption von Dora Heldts Roman „Urlaub mit Papa“ .

Fotos: Michaela Schneider


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