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Woodstock am Main
Mehr als 50 Bands, Kunst und Kultur noch bis
einschließlich Sonntag beim Würzburger „Umsonst & Draußen“


Von Michaela Schneider

Würzburg Die vier Jungs von „Shady Glamour“ geben auf der Bühne alles. Kraftvolle Popmusik und eingängige Refrains, zwischen den Liedern dann Entertainment auf Fränkisch. Das Publikum vor der Bühne geht mit, ein paar Meter weiter liegen und sitzen Teenager und Familien, Studenten und der ein oder andere Senior auf Decken oder auch direkt auf der Wiese. „Die Stimmung ist chillig, die Bands sind gut. Und alles ist kostenlos“, sagt Lisa - 25 Jahre, Würzburgerin und seit Jahren „U&D“-Besucherin aus Überzeugung. Woodstock am Main, das Würzburger Musik- und Kunstfestival „Umsonst & Draußen“, startete am Fronleichnams-Donnerstag in die inzwischen 27. Runde. Noch bis einschließlich Sonntag werden mehr als  50 Bands und Künstler auf vier Bühnen auftreten. Im Fokus stehen wie jedes Jahr die regionalen Musiker. Höhepunkt des Festivals dürfte am Sonntagabend das Abschlusskonzert mit Castingshow-Gewinner Andreas Kümmert aus Gemünden werden.


Was 1988 klein und spontan bei der Bastion St. Burkard auf sehr begrenzter Fläche begann, hat sich nach mehr als einem Vierteljahrhundert  zum Großereignis entwickelt, das aus Würzburgs Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken ist. „Wir sind Überzeugungstäter“, betonte Tilmann Hampl, einer der Organisatoren, bei der offiziellen Festivaleröffnung. Zielsetzung: Menschen in die Nähe von Kultur zu bringen ohne alle Barrieren. Genau deshalb ist Würzburgs Woodstock seit 27 Jahren eben nicht nur draußen, sondern auch umsonst. Kleiner Wehrmutstropfen: Wer mit dem Auto anreist, zahlt heuer fünf Euro Parkgebühr auf der Talavera.  


Und so geht es zwar vorrangig beim U&D immer noch um Musik, doch konnte sich auch der Kunstbereich ständig weiterentwickeln in den vergangenen Jahren. Die wohl spannendste Aktion dürfte dabei „500 Faces“ von Benjamin Brückner sein. Drei Tage lang hatte der Fotograf beim letzten U&D non-stop insgesamt 500 Besucher fotografiert. Und zwar „schoss“ er ganz bewusst analog auf großformatiger Polaroid ein einziges Foto pro Besucher. Momentaufnahmen der Besucher – und gleichzeitig ein Abbild der Würzburger Bevölkerung.


Eine weitere Ausstellung dreht sich in Bild und Texttafeln um Würzburger Popmusik von 1950 bis heute und Besucher können die Ergebnisse des Laien-Fotowettbewerbs „AnsichtsSache 2014“ bewerten. In einer großen Streetart-Aktion  wird ein Pfeiler der „Brücke der Deutschen Einheit“ bemalt, eine Skulptur aus leeren Bierkisten der Künstlergemeinschaft „Laserkoala“ steht mittig auf dem Festivalgelände. Selbst beim Basarbummel stoßen Besucher zwischen den üblichen Schmuck-, Klamotten- und Krimskramsständen auf feines Individuelles: etwa auf handgenähte Vintage-Mode oder auch kunstvolle Würzburg-Fotografien.  


Ein weiteres Schmankerl: die kleine Cairo-Bühne im Kunstzelt mit Interviews, Filmen, Literatur und Theater. Oder auch mit Comedians wie dem Musiker und Wortkabarettisten Manuel Holzner. „Umsonst – sie sind eigentlich nicht mein Zielpublikum“ begrüßt er gleich einmal die Gäste vor der Bühne. Und trotzdem betrachten er und etliche weitere Nachwuchskünstler das Würzburger U&D als echte Chance, um neue Fans zu finden und den Bekanntheitsgrad in der Region zu steigern. Ein Plan, der vielfach funktionieren dürfte: 2013 zählten die Veranstalter an vier Tagen rund 90000 Festivalbesucher.

Und schließlich doch noch einmal ein Blick auf die Musik: Richtig voll wird es am Eröffnungsabend, als „Go Go Berlin“ die Drinnen-Bühne zum Rocken bringen. Selbst vor den Zeltausgängen drängen sich nach den ersten Takten Besucher, um die jungen, talentierten Dänen zu hören. Noch mehr Andrang im Anschluss vor der Draußen-Bühne, als die „Fuenf“ aus Stuttgart Musikcomedy a capella zum besten geben – wunderbar gemein, albern, lässig, vor allem aber musikalisch herausragend. Schade nur, dass es kurz vor Schluss zu regnen beginnt.


Einige weitere Programmhöhepunkte an diesem Wochenende: die Punkrocker „Egotronic“, die Jazzer „Reverend Shine Snake Oil Co.“ und die die südafrikanische Songschreiberin „Dear Reader“ am Samstag; Voice-of-Germany-Gewinner Andreas Kümmert, das „Rehan Syed Ensemble“ mit Gypsijazz sowie Blues-Gitarrist Jochen Volpert am Sonntag.

Der Artikel  ist unter anderem  im  Main-Echo erschienen.

Musik am Main, umsonst und draußen, vor der Kulisse der Würzburger Steinburg


Fotos: Michaela Schneider

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