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Kunst als die ästhetische Dimension des Glaubens
Sonderausstellung „Benedikt Traut. Wegzeichen“ zum 80.
Geburtstag des Künstlers  im Museum am Dom in Würzburg

Von Michaela Schneider

Würzburg Fast schon kitschig sieht sie aus: eine tief orange leuchtende Sonne am Horizont überm dunklen Meer. Erst beim genauen Blick erkennt der Betrachter: Nicht nur der Künstler, sondern vor allem auch die Natur hat hier Hand angelegt. Benedikt Werner Traut macht in dem Holzschnitt „Auf den Wassern“ sichtbar, was schon da ist und deutet es neu. Was einst Maserung im Holz war, hat sich jetzt in Sonne und Meereswogen verwandelt.  Er entberge das Verborgene, sagt der Künstler selbst. So wird sein Werk auch zur Schule, die Augen für vorhandene Schönheit zu öffnen. 2008 hatte der Künstler dem Museum am Dom in Würzburg einen großen Teil seines Werkes gestiftet. Zum 80. Geburtstag widmet es ihm nun eine Sonderausstellung unter dem Titel „Benedikt Traut. Wegzeichen“, zu sehen ist sie bis einschließlich 1. Juni.


Über Benedikt Werner Trauts Werk viele Worte zu verlieren ist nicht leicht, denn der Künstler fordert selbst: „Keine Erklärungen! Meine Bilder müssen für mich und für sich sprechen. Ich weiß, was ich sage, wenn ich sage, dass ich nichts dazu sage.“  Erklärungen liefert jedoch die Biografie des gebürtigen Kölners. Schon in der Kindheit beginnt seine Suche.

Evangelisch wie der Vater, faszinieren ihn die katholischen Gottesdienste beim Kirchenbesuch mit der Mutter doch mehr. 1956 tritt er in die Communität der Christusbruderschaft im oberfränkischen Selbitz ein, diese schickt ihn zum Studium an die Staatliche Hochschule für Gestaltung in Nürnberg. Hier soll er Schriftmalerei studieren, um die Produktion handschriftlicher Bibelspruchkarten zu übernehmen. Doch über die Schrift gelangt Benedikt Werner Traut zu den anderen Künsten, studiert weitaus länger, als von der Christusbruderschaft gewünscht. Bald schon befreit er sich – gegen alle Widerstände – aus kirchlicher Programmkunst.


Als der Orden 1994 neu strukturiert wird, geht Bruder Benedikt den Weg nicht mit, stattdessen zieht er als externer Ordensmann und Künstler nach Gundelfingen. Hier lebt und arbeitet er bis heute. Erst aus den Freiheiten heraus, die sich Benedikt Werner Traut immer wieder nimmt, kann er seinen ureigenen Weg entwickeln. Ein Suchender bleibt er, das spiegelt sich auch in seinem Werk wieder.  Es solle „Wegzeichen“ sein, „das auf das Ziel weist und ermutigt weiterzugehen“, sagt er selbst.


Es entstehen Zeichnungen, Holzschnitte, Fotografien, Monotypien, Betonreliefs und Druckstöcke. Spielerisch arbeitet der Künstler mit christlichen Symbolen, auch wenn sie meist nur reduziert auftauchen: Kreuzstrukturen und Landschaften, vor allem aber Sonne und Licht als Abbild Gottes. Kunst ist für Traut die „ästhetische Dimension des Glaubens“. Er vereinfacht dabei und konzentriert sich aufs Wesentliche. Der Kontrast und das Zusammenspiel von Dunkel und Licht, Zeichnung und Räumlichkeit, Linie und Fläche kennzeichnen sein Werk. Traut bemüht Farben und Formen, zeichnet Wege, öffnet Räume und schafft fast schon greifbare Plastizität.


Mit der Ausstellung würdigt das Museum am Dom nicht nur das künstlerische Tun eines  eigenwilligen, tief spirituellen Künstlers, sondern dankt gleichzeitig einem großzügigen Spender: Seit 2008 übereignete Benedikt Werner Traut sämtliche Werke aus seinem Besitz der Stiftung Kunstsammlung der Diözese Würzburg. Der Bestand umfasst mehrere 100 Arbeiten. Die Sonderausstellung „Wegzeichen“ greift auf diesen Fundus zurück und zeigt einen Querschnitt durch mehr als vier Jahrzehnte künstlerisches Schaffen.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Das Museum am Dom in Würzburg zeigt bis Anfang Juni in der Sonderausstellung „Wegzeichen“ Werke des Künstlers Benedikt Traut.

Fotos: Michaela Schneider


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Infokasten: Über die Ausstellung „Benedikt Traut. Wegzeichen“


Die Sonderausstellung „Benedikt Traut. Wegzeichen“ im Museum am Dom in Würzburg ist bis einschließlich 1. Juni zu sehen. Geöffnet ist das Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Jeden zweiten Sonntag wird in den kommenden Wochen um 15 Uhr durch die Sonderausstellung geführt, nächster Termin ist der 9. März. Zudem können Gruppenführungen gebucht werden, Details unter Telefon 0931/38665600. Zur Ausstellung ist ein 180seitiger Katalog erschienen.