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Protonenfußball und Röntgenblick in einen Frosch
Neue Dauerausstellung TouchScience@MIND an der Würzburger Universität
lässt kleine und große Besucher naturwissenschaftliche Phänomene spielerisch begreifen


Von Michaela Schneider

Würzburg Anvisieren, Schwung holen, Abschuss! Doch fliegt diesmal kein Fußball übers Grün, sondern ein Proton durch den LHC, den schnellsten Teilchenbeschleuniger der Welt. Genauer: durch eine virtuelle Simulation. Kollidieren die Teilchen, kommt es zu einer Energiedichte, wie sie kurz nach dem Urknall herrschte. Beim Protonenfußball natürlich erneut nur virtuell. Naturwissenschaft spielerisch begreifen: Darum geht es in der neuen, interaktiven Dauerausstellung TouchScience@MIND des MIND-Centers der Universität Würzburg. Rund 20 Experimente stehen bereit zu Elementarteilchenphysik, bildgebenden Verfahren wie Röntgen und Computertomographie, der Einsteinschen Relativitätstheoerie und zum menschlichen Körper.

Einige weitere Beispiele. Mit der Kraft der Gedanken können zwei Ausstellungsbesucher gegeneinander Kopffußball spielen.


Das Prinzip: Über ein Stirnband mit Elektroden werden Gehirnströme gemessen. Nun kommt es darauf an, so entspannt wie möglich zu sein, um eine Metallkugel ins gegnerische Tor zu bewegen – allein mit der Kraft der Gedanken. Psychologen aus Würzburg haben ein entsprechendes Verfahren mitentwickelt. Dieses ermöglicht es Menschen mit Querschnittslähmung unter anderem, mit Gedankenkraft zu malen.  An einer weiteren Station lassen vergleichende Aufnahmen Röntgenblicke in Bagger, Fön oder Spiegelreflexkamera, aber auch in Lebewesen wie Mensch, Biene oder Frosch zu. Und selbst so komplizierte Phänomene aus der Teilchenphysik wie der Higgsmechanismus können erkundet werden. Paddel bewegen sich an einer Apparatur durch Öl, ihr Winkel lässt sich verstellen. Auch lassen sie sich ganz aus dem Öl heben. Das Öl stellt das Higgsfeld dar, das Paddel ein Teilchen und die Kraft zum Drehen ist ein Maß für dessen Masse.  Das Higgsfeld, so das Prinzip hinter dem Versuch, verleiht Teilchen ihre Masse.  


Bereits seit 2009 hat es sich das Didaktikzentrum MIND auf die Fahnen geschrieben, die Begeisterung junger Menschen für Naturwissenschaften und Forschung zu wecken. 2009 wurden zunächst die so genannten Lehr-Lern-Labor LLL@MIND ins Leben gerufen. Hier experimentieren Schüler unter der Betreuung von Lehramtsstudierenden – und im Idealfall begleitet von Wissenschaftlern. Als nächster Baustein folgte  2011 das Schülerforschungszentrum SFZ@MIND. Dort stehen interessierten Schülern neueste Technologien zur Verfügung, um selbst zu forschen und tiefer in naturwissenschaftliche Themen einzutauchen. Die interaktive Wissenschaftsausstellung TouchScience@MIND bildet nun den dritten und vielleicht wichtigsten Baustein des Konzepts, denn:  Mancher Jugendlicher wird hier zum ersten Mal überhaupt mit naturwissenschaftlichen Phänomenen auf so anschauliche Weise in Berührung kommen.


Als „Gebrauchsanweisung“ zur Ausstellung gibt  Thomas Mühlbauer, einer der beiden Geschäftsführer des MIND-Centers, mit auf den Weg: „Schauen reicht nicht, die Besucher sollen aktiv werden und ausprobieren.“ Allerdings ergänzt er gleich: „Hands on heißt nicht Minds of.“ Frei übersetzt: Anfassen, heißt keineswegs, das Gehirn abzuschalten. Deshalb befindet sich neben jeder Experimentierstation ein Monitor mit erklärenden Textabschnitten. Die Ausstellungsbesucher können nachlesen, wie der Versuch funktioniert, erfahren Hintergründe zum Phänomen und gehen der Frage nach, welche Rolle selbiges im Alltag spielt.

Und noch ein Aspekt war den Ausstellungsmachern wichtig, um Schüler für Forschung zu begeistern: Jedes Experiment steht mit Würzburger Forschungsprojekten in unterschiedlichsten Fachgebieten in direktem Zusammenhang  - von der Pharmakologie bis zur Finanzpolitik. Diese Projekte werden auf den Monitoren jeweils kurz und prägnant erläutert. Angedacht ist, die Ausstellung nach und nach um neue Würzburger Forschungsthemen zu ergänzen und weitere Fachrichtungen der Naturwissenschaften ins Ausstellungsboot zu holen.


Die ersten 20 Experimente wurden zum Teil direkt im Lehr-Lern-Labor entwickelt, bei einigen handelt es sich um Standardgeräte. Die Software zum LHC-Tunnel stammt direkt aus dem Forschungszentrum CERN in Genf und lässt extrem genaue Messungen zu.


Der Artikel  ist unter anderem  in  den

Das Prinzip des Higgs-Mechanismus können Ausstellungsbesucher an dieser Station entdecken.


Fotos: Michaela Schneider

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Infokasten: Über die Ausstellung TouchScience@MIND


Die  Ausstellung „Touch Science@MIND“ im Didaktik- und Sprachzentrum der Universität Würzburg am Hubland-Nord (Matthias-Lexer-Weg 25) ist Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Schulklassen und Gruppen ab zehn Personen können jederzeit auf Anfrage gesonderte Termine vereinbaren. Die Ausstellung eignet sich für Interessierte zwischen 10 und 99 Jahren, so die Ausstellungsmacher.