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Laudatio am fränkischen Broadway
Schauspieler Georg Zeies erhält den Würzburger Theaterpreis 2015 – Philharmonisches
Orchester entführt Publikum zum Jahreswechsel auf launige Musikreise von Wien über Paris bis nach Amerika


Von Michaela Schneider
Würzburg  
Der Schauspieler Georg Zeies wurde jetzt beim Konzert zum Jahreswechsel des Mainfranken Theaters mit dem Würzburger Theaterpreis 2015 ausgezeichnet.  Bruno Forster, Vorsitzender des Theater- und Orchesterfördervereins, bezeichnete ihn in seiner Laudatio als „eine der tragenden Säulen des Schauspielensembles“. Er beherrsche alle Facetten der Schauspielkunst gepaart mit großer Spielfreude, lobte er. Den Sonderpreis erhielt Solorepetitor Jeremy Atkin, der Förderpreis ging an den jungen Balletttänzer Leonam Santos. Das Philharmonische Orchester Würzburg unter dem Dirigat von Enrico Calesso entführte das Publikum auf eine launige musikalische Reise von Wien über Paris zum Broadway und bis nach Argentinien. Auf der Bühne wie so oft dabei und – wie gewohnt – eine großartige Bereicherung: Sopranistin Barbara Schöller.

Ein Konzert rund um Neujahr ohne Johann Strauss und Wiener Walzer? Undenkbar, so Generalmusikdirektor Enrico Calessos Beschluss. Also so startet die Konzertreise zum Jahreswechsel doch mit gemütlichem Wiener Schmäh. George Gershwin macht eine clevere Überleitung in die 40er Jahre möglich mit seinem Werk „By Strauss“ als kleine Hommage an den Komponisten. Mit Umweg über Jacques Offenbachs Unterwelt-Can-Can und Edith Piafs großartiges „La vie en Rose“ führt die Reise dann an den Broadway zu seinen unvergessenen Musicals vom „Amerikaner in Paris“ bis zur West Side Story. Das Publikum erlebt ganz große Hits von John Kanders wie „Life is a Cabaret“. Doch darf es auch komplexere Kompositionen genießen, etwa Leonard Bernsteins „Three Dance Episodes“ aus „On the Town“.


Das Orchester lässt an diesem Abend kaum Kritik zu, spielt mal lässig swingend, mal mit dramatischen Akzenten, geht spielfreudig und vor allem variantenreich an jede einzelne Nummer ran. Dass der Funke rasch aufs Publikum überspringt, liegt nicht zuletzt an Dirigent Calesso, der sein Orchester mit gewohnt sympathischem Charme präsentiert.  Star des Abends ist dennoch das Würzburger Urgestein Barbara Schöller. Ohne sie will man sich einen Musicalabend am Mainfranken Theater längst nicht mehr vorstellen. Mal mit verschmitztem Schmunzeln, mal mit verklärtem Blick steht sie auf der Bühne, kokettiert mit kleinen Gesten – und gibt den großen Melodien ihre eigene Note. Ja, „New York, New York“ macht auch auch ohne Frank Sinatra sehr viel Spaß und ein „Somewhere over the rainbow“ gewinnt an Reife, wenn Lebenserfahrung die jugendlichen Süße einer Judy Garland ersetzt.


„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, zitiert Bruno Forster im Zuge der Theaterpreis-Verleihung Karl Valentin. Preisträger Georg Zeies kann davon ein Lied singen – oder passender ein Schauspiel spielen. Geboren in Krefeld-Ostwald führte ihn seine Ausbildung an die  Universität Stuttgart.  Ab 1996 war er freiberuflich an Theatern in Konstanz, St. Gallen, Linz und Kassel beschäftigt. Seit 2005 wirkte er am Mainfranken Theater in mehr als 30  Produktionen mit, seit der Spielzeit 2010/11 als festes Ensemblemitglied. Aktuell ist er in Gogols Schauspiel „Der Revisor“ als Stadthauptmann zu erleben. Den Theaterpreis nimmt er nun lässig im roten Sweatshirt entgegen. Vergeben wird die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum 17. Mal, gestiftet wurde sie von der Sparkasse Mainfranken. Die Preisträgerauswahl treffen das Theaterpublikum und eine Jury alljährlich gemeinsam.


Als „einen im Hintergrund mit großer Bedeutung“ bezeichnet Fördervereinsvorsitzender Forster Jeremy Atkin, der seit dem Jahr 2003 als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Mainfranken Theater wirkt. Dabei ist Atkins immer wieder auch auf der Bühne zu erleben - zum Beispiel in der Kammerspielreihe „Oper am Klavier“. Forster zitiert bei der Verleihung des diesjährigen Sonderpreises aus Pressekritiken und verweist in dem Zusammenhang auf Atkins „feinsinniges Spiel“ und „den zarten Klangteppich“. Zurzeit trägt der Pianist die musikalische Verantwortung für die Erfolgsproduktion „Frontgarderobe“. Den Förderpreis bekommt schließlich der junge Balletttänzer Leonam Santos überreicht. Geboren in der Millionenstadt Brasilia, wirkt er seit der Spielzeit 2011/12 am Mainfrankentheater – und seit 2013/14 als festes Ensemblemitglied. Forster spricht von „tänzerischem Potenzial, das es rechtfertigt, noch Großes zu erwarten“.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main Echo erschienen.