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Bunte Kunst im grauen Häusermeer
Beim Streetmeet bemalen 16 lokale und internationale Künstler Würzburger Gebäude – Der
Spanier Skount etwa setzt mit seinem Werk der Schauspielerin Sarah Bernhardt ein Denkmal  


Von Michaela Schneider
Würzburg  
Skount weiß, dass viele seiner Werke vergänglich sind. Doch das spielt für den 29-jährigen Künstler aus Spanien keine allzu große Rolle. „Bei Straßenkunst weiß man nie, was damit passiert. Für mich sind vor allem die direkten Reaktionen der Anwohner und Nachbarn wichtig“, sagt er. Und wenn es sie in ein oder zwei Jahren langweile, immer das gleiche Kunstwerk zu betrachten, müsse eben ein anderes Gemälde her. Skounts neuestes Wandbild dürfte zumindest eine Zeit lang Bestand haben: Im Zuge des inzwischen dritten „Streetmeet“ in Würzburg, bemalt er derzeit eine Seitenwand des Mainfranken Theaters und setzt der französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt ein Denkmal. Im Zuge des Festivals gestalten noch bis einschließlich 10. Juli 16 lokale und internationale Künstler in der Bischofsstadt am Main die Wände von Gebäuden.


„Sarah Bernhardt war eine starke Frau, denn sie war zunächst niemand und wurde dann sehr bekannt“, umreißt der Spanier seine Faszination für eine der berühmtesten Schauspielerinnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Noch vor Erfindung des Massenmediums Film erlangte die Tochter einer Kurtisane Weltruhm, Tourneen führten sie durch Europa, Amerika und nach Australien.  Als Vorlage für sein Gemälde dient dem Mural-Artist, zu Deutsch Wandkünstler,  eines der bekanntesten Bilder von Sarah Bernhardt in ihrer Rolle als „Hamlet“. Allerdings trägt die Schauspielerin – anders als auf der Fotografie – auf der Mainfranken-Theater-Wand eine Maske. „Die Frau auf meinem Werk könnte jeder sein, ich will eine allgemein gültige Identität schaffen“, umreißt Skount seine Intention.  


Der Spanier zählt inzwischen in der Mural-Art-Szene zu den namhaften Künstlern. Ursprünglich stammt der 29-Jährige aus Almagro, verbrachte mehrere Jahre in Barcelona und lebt nun im niederländischen Amsterdam. Die meiste Zeit allerdings bereist er malend die Welt. In Würzburg war er von Beginn an beim Streetmeet dabei und wurde seinerzeit persönlich von der Initiatorin Manou Wahler vom Verein Kunst im Öffentlichen Raum (KÖR) eingeladen. „Man trifft hier Bekannte und lernt neue Künstler kennen, kann sich austauschen und kommt jedes Jahr gerne wieder“, sagt der 29-Jährige über das Straßenkunst-Festival. Nach dem Abstecher nach Franken warten auf den Spanier Projekte in Berlin, auf Bali und in Australien.


Wandkunst reicht letztendlich zurück bis zu den frühen Höhlenmalereien der Menschheit. Unter den Malern der Moderne erschuf vor allem der Mexikaner Diego Rivera, Ehemann von Frida Kahlo, weltberühmte Wandbildprojekte. „Mural Art ist eine uralte Tradition und erlebt seit etwa zehn Jahren eine Wiederbelebung in den Städten“, sagt Skount.  Was aus der Graffiti-Szene heraus begann, entdecken nun zudem die bildenden Künstler für sich. „Sie merken, dass Straßenkunst berühmt macht“, so der Spanier. Denn ein Werk in einer Galerie sehen nur deren Besucher, Kunst im öffentlichen Raum dagegen erreicht Jeden. Und auch von offizieller Seite ist Farbe im grauen Häusermeer inzwischen vielerorts gerne gesehen. Wie Würzburg laden immer mehr Städte zu Festivals ein und stellen Künstlern Farbe und Arbeitsfläche zur Verfügung. In Würzburg sind`s um die 500 Liter Wandfarbe, die innerhalb einer Woche an verschiedenen Orten zum Einsatz kommen.

   

Zurück zum Theater. Bei der praktischen Arbeit hat Skount in Würzburg gleich mit mehreren Herausforderungen zu kämpfen: Bei hochsommerlichen Temperaturen von fast 40 Grad Celsius verwandelt sich seine Hebebühne innerhalb kürzester Zeit in einen höhenverstellbaren Grill, zudem trocknet die Farbe ungewohnt schnell. Und auch die Wand selbst macht die Arbeit nicht einfach, da das Mauerwerk nicht zur glatten Fläche verputzt wurde. Trotzdem entsteht – Stück für Stück das Bild einer Frau mit Maske im historischen Kostüm. Und die Reaktionen der Passanten auf das Wandgemälde sind vielversprechend: Eine Frau zeigt im Vorbeigehen mit dem Daumen nach oben, ein älterer Herr lobt: „Das sieht noch schöner aus, als das vorherige Bild auf der Theaterwand.“

Skount aus Spanien setzt mit seiner Wandkunst im Zuge des Streetmeet der Schauspielerin Sarah Bernhardt ein Denkmal.


Foto: Michaela Schneider


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Der Artikel  ist unter anderem  im Main Echo erschienen.

Infokasten: Über das Streetmeet 2015


16 Künstler nehmen an der der dritten Auflage des Würzburger Streetmeet teil und verwandeln in der Bischofsstadt kahle Wände in großflächige Kunstwerke.  Erstmals werden zudem Workshops für Schulen angeboten. Organisator ist der Verein für Kunst im Öffentlichen Raum, gefördert wird das Streetmeet von dem Kulturamt der Stadt Würzburg, dem Referat für Jugend und Familie, dem Jugendkulturhaus Cairo, der BBK Galerie, der MS Zufriedenheit und der Stadtbau Würzburg GmbH.  Wo überall in der Stadt gemalt wird, ist auf einer Karte im Internet zu sehen unter www.streetmeet-wuerzburg.de