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Von Michaela Schneider

 

Gemünden-Langenprozelten Knackiger Hintern versus leckeres Essen, Topmodelltraumfrau versus Superhausfrau: Kenneth sitzt – oder besser isst und liebt - zwischen zwei Stühlen. Auf der einen Seite betüttelt ihn Ehefrau Hillary, die großartigen kochen kann. Auf der anderen Seite ist die hübsche Laura um manche Falte ärmer und ein Vielfaches aufregender. Warum verzichten, wenn beides geht, denkt der Playboy und Vielfraß. Doch die Frauen holen beim ziemlich makabren Abendessen zum Gegenschlag aus. Bitterbös ist der Humor in Debbie Isitts schwarzer Komödie „Gatte gegrillt“. Und die „Spessartgrotte“ in Gemünden-Langenprozelten hat mit der Rollenbesetzung im Drei-Personenstück einen echten Glücksgriff gelandet.

 

Nicht umsonst gilt „Gatte gegrillt“ als das erfolgreichste Stück der Britin Debbie Isitt. Messerscharfe Dialoge, eine intelligente Handlungskomposition und ein zugespitztes und doch so wahres, schonungsloses Abbild all der bitteren Nebeneffekte, die die Liebe mit sich bringen kann, begeistern seit der Uraufführung 1991  in England das Publikum in aller Welt. Da geht es in der makabren Dreieckskomödie um Paare und Expaare, den tristen Ehealltag und das Balzverhalten des in die Jahre gekommenen Playboys; um das Leid der verschwiegenen Geliebten, die mehr sein will als eine Geliebte; um ihr Mühen, den „dicken Hintern kleiner“ und den „kleinen Busen größer“ zu bekommen; um die verzweifelten Versuche der Ehefrau, die Augen zu verschließen; und schließlich geht es nach der Trennung um Rache - bittersüß und ungemein befriedigend.

 

Mit Tanja Green in der Spessartgrotte großartig besetzt: die Rolle der (Ex-)Ehefrau Hillary im braven, langen Hausfrauenkostüm. Ihr stechender Blick, die brodelnde Wut der aufkeimende Wahnsinn und ihre teuflisch-berechnende Gemeinheit auf der einen Seite, das Mütterliche, Verletzte auf der anderen machen als Publikum schlichtweg Spaß. Tanja Green spielt das Racheweib, was das Zeug hält. Auch Luisa Zimmermann in der Rolle der Laura macht ihre Sache gut. Doch spielt Tanja Green, derart stark, dass die Bühnenkonkurrentin trotz des kurzen, schwarzen Lederhöschens und der  grellen roten Stiefel fast ein wenig verblast.

 

Und schließlich Michel Schäfer als Kenneth. Sympathisch ist er nicht in seiner Rolle, soll er auch gar nicht sein. Ein bisschen schmierig, völlig unfähig zu Selbstzweifeln, und nicht willens, sich dem Älter werden zu stellen. Und irgendwie schafft er’s doch, dass man auch als Frau zwischendurch fast ein bisschen Mitleid mit Kenneth bekommt, trotz aller Machosprüche – und den beiden Frauen am Ende das Showdown auf dem Esstisch trotzdem gönnt. Sensationell: die Szenen, in denen sich Kenneth zeitgleich mit Laura vergnügt und Noch-Ehefrau Hillary unterhält. Dabei spielt jeder für sich gut – den eigentlichen Reiz in „Gatte gegrillt“ in der Spessartgrotte macht aber erst das Zusammenspiel von Tanja Green, Luisa Zimmermann und Michel Schäfer aus. Regisseurin Helga Hartmann hätte kaum ein passenderes Trio für die Dreieckskomödie wählen können.

 

Das Bühnenbild selbst rückt bei einem so starken Stück in den Hintergrund, ist ganz schlicht gewählt mit zwei Türöffnungen, einem Tisch und drei Stühlen. Was man indes auf einem einfachen Tisch so alles machen kann, erstaunt doch in „Gatte gegrillt“.

 

Mag man scharfzüngige Dialoge und rabenschwarzen, britischen Humor, lohnt sich ein Ausflug in die Spessartgrotte auf jeden Fall.

 

i Dauer: 135 Minuten (mit Pause); nächste Spieltermine: Sonntag, 11. November, 19 Uhr; Donnerstag, 29. November, 20 Uhr; 6. Januar, 19 Uhr.

Rache ist lecker!

 

Schwarze Komödie Bitterböser Humor in „Gatte gegrillt“ in der Spessartgrotte

          

Laura (Luisa Zimmermann) ist gut fürs Bett, Hillary (Tanja Green) für die Küche. Kenneth (Michel Schäfer) will sich zwischen den beiden nicht entscheiden.

                                                                                                                                                  Foto: Michaela Schneider

Ein Mann und zwei Frauen – das kann kaum gut gehen. Im Bild (von links): (Ex-)Ehefrau Hillary (Tanja Green), Kenneth (Michel Schäfer) und Laura (Luisa Zimmermann).

 

Foto: Michaela Schneider

Kenneth (Michel Schäfer) großes Idol: Elvis. Im Hintergrund Tanja Green als Hillary.

Foto: Michaela Schneider

Holt zum Racheschlag gegen ihren Ex-Gatten Kenneth(Michel Schäfer) aus: die betrogene Hillary (Tanja Green).

Foto: Michaela Schneider

Kenneth und Laura.

Foto: Michaela Schneider

Der Artikel ist unter anderem im  Main-Echo erschienen.