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Die Tricks der Internetkriminellen
Beim „Information Security Day“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt befassen sich Experten,
Studenten und Interessierte mit Cyberkriminalität und entsprechenden Schutzmechanismen


Von Michaela Schneider
Würzburg
Datenklau, Kreditkartenbetrug, Lösegeldtrojaner oder Serverattacken: Kriminelle agieren im Internet hochprofessionell. Für 2014 meldete das Bundeskriminalamt fast 50000 Fälle in Deutschland von Cyberkriminalität. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Entsprechend wichtig ist es, sich zu schützen – ob als Privatperson oder als Unternehmen. Beim „Information Security Day“ der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt werden Experten am 12. und 13. November zeigen, mit welchen Tricks und Methoden Internetkriminelle arbeiten und wie man sich schützen kann. Organisiert wird die Veranstaltung von Dr. Kristin Weber, Professorin für IT-Management und IT-Organisation, und ihrem Kollegen Professor Dr. Klaus Junker-Schilling  von der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik. Die 36-Jährige lebt in Kleinostheim bei Aschaffenburg. Im Interview gibt sie PC- und Handynutzern jede Menge praktische Tipps.


Kann ich mit entsprechenden technischen Mitteln meinen Computer hundertprozentig schützen?

Kristin Weber: Natürlich gibt es technische Schutzmechanismen. Allerdings werden die Methoden der Angreifer immer ausgefuchster. Und zur Technik kommt der Faktor Mensch hinzu. Das ist wie beim Autofahren. Ein Auto ist mit ABS und Airbags ausgestattet, trotzdem muss der Mensch vorsichtig fahren. Auch am PC entscheiden wir selbst, welche Mails wir zum Beispiel öffnen.


Wie steht es denn bei uns um die Unternehmenssicherheit – und wo sehen Sie Schwachstellen?

Weber:  Unsere Unternehmen haben viel getan und sind nicht schlecht aufgestellt. Probleme beobachten wir vor allem bei Kleinunternehmen wie Arztpraxen oder Anwaltskanzleien, die mit  sehr sensiblen Daten von Patienten und Klienten arbeiten. Oft muss hier erst etwas passieren, ehe man reagiert. Hinzu kommt: Die Angreifer sind uns letztlich immer einen Schritt voraus. Für Unternehmen bedeutet das: Es reicht nicht, einmal Schutzmechanismen zu etablieren, sie müssen kontinuierlich am Ball bleiben. In einem großen Unternehmen braucht es dafür eine ganze Abteilung, kleinere Firmen können die Dienstleistung outsourcen. Allerdings besteht ein massives Problem, Experten zu finden. Laut aktueller Studie fehlen bis 2017 weltweit 2,2 Millionen Sicherheitsexperten.


Mit welchen Mitteln arbeiten Cyberkriminelle heute?

Weber: Da gibt es ganz vielfältige Szenarien. Hacker wollen vielleicht nur ins Netz hineinkommen, andere Kriminelle betreiben Industriespionage, um Innovationen auszuspähen. Kundendaten werden abgegriffen, um Unternehmen zu erpressen. Und Erpressung kommt auch im privaten Bereich vor. So übernehmen Verbrecher etwa die Kontrolle über das Handy, sein Besitzer kann erst wieder gegen Lösegeld auf die eigenen Daten zugreifen. Bankdaten werden abgegriffen und Konten leer geräumt, Familienurlaubsfotos werden vom Handy gestohlen und landen auf kinderpornographischen Seiten.


Das Thema Handy ist spannend. Wie kann ich mein Smartphone vor Missbrauch schützen?

Weber: Das häufigste Szenario mit Blick aufs Handy ist dessen Verlust – ob durch ein Missgeschick oder Diebstahl. Deshalb halte ich ein Bildschirm-Passwort und die Verschlüsselung für absolut notwendig. Vielen Handybesitzern ist es aber schon zu viel, wenn sie aufs Handy schauen wollen, ein Passwort einzugeben. Es gibt zudem Antiviren-Software, diese ist auf dem Smartphone genauso wichtig wie auf dem Rechner, wenn ich Apps installiere, ins Internet gehe oder E-Mails abrufe. In der Praxis allerdings schützt bislang nur ein Bruchteil sein Handy entsprechend.


Beim Datenschutz hört man immer wieder: „Ich hab ja nichts zu verbergen.“ Was antworten Sie?

Weber: Das Problem ist, dass wir in der Gesellschaft inzwischen schon dem Umkehrschluss begegnen, nämlich der Annahme: Wer bei Facebook & Co. nicht mitmacht, hat etwas zu verbergen. Dabei sollte es ein natürlicher Trieb sein, sensibel mit Daten umzugehen. Man lässt auch nicht seine Haustüre offen stehen und völlig fremde Menschen daheim Fotoalben durchstöbern.  Fakt ist: Unsinn getrieben werden kann mit vielen Daten, nicht umsonst werden selbst Telefonnummer und Adresse gesetzlich als sensible Daten eingestuft.  Zu Vorsicht rate ich vor allem, wenn es um Kinder geht.


Lassen Sie uns noch mal zum Passwort zurückkommen. Gibt es so etwas wie ein sicheres Passwort?

Weber: Ein Amazon-Konto ist tatsächlich sehr schnell gehackt, deshalb ist das Passwort das A und O. Das Dilemma für viele Verbraucher ist: Entweder ist ein Passwort gut oder aber ich kann es mir leicht merken. Natürlich sollte man bei verschiedenen Accounts immer auch verschiedene Passwörter verwenden und diese regelmäßig ändern. Leichter gesagt als getan bei den unzähligen Accounts, die wir heute haben. Die Wissenschaft ist auf der Suche nach einfacheren Methoden – etwa einer Kombination aus verschiedenen Verfahren wie biometrischen Merkmalen und einer haptischen Karte, von der Daten eingelesen werden. Alle diese Verfahren sind aber mit einer Komforteinbuße verbunden, auf die sich viele Verbraucher nicht einlassen wollen.  Gefordert sind zudem die Anbieter. Viele schicken ein neues Passwort immer noch per E-Mail. Überspitzt gesagt, könnten sie es genauso gut für jeden lesbar auf eine Postkarte schreiben und in den Briefkasten werfen.  


Im Browserverlauf lassen sich Passwörter speichern. Heikel oder nicht?

Weber: Natürlich ist diese Funktion heikel. Ich habe zwei Möglichkeiten: Entweder schalte ich sie aus und muss alle Passwörter immer wieder neu eingeben. Oder aber, und das halte ich generell für extrem wichtig, ich schütze meinen Rechner mit einem Passwort – und zwar nicht nur, wenn ich ihn starte. Ein Computer, egal ob privat oder auf der Arbeit, muss vor fremdem Zugriff geschützt sein, sobald ich nicht mehr selbst davor sitze.


Merke ich es eigentlich, wenn ich Opfer von Cyberkriminalität werde?

Weber: Nein, in den meisten Fällen merkt man`s nicht, zum Beispiel beim Phishing oder wenn die Kamera am Rechner übernommen wird.  Hier hilft es übrigens auch nicht, die Kamerafunktion auszustellen. Will ich sicher gehen, muss ich die Kamera zukleben.  Viele Cyberkriminelle nutzen heute Methoden des „Social Engineering“. Das sind Angriffstrategien, bei denen sozialtypische Verhaltensweisen von Mitmenschen ausgenutzt werden, um sich Vorteile zu verschaffen. Eine erfolgreiche Social Engineering Attacke lässt das Opfer mit dem guten Gefühl zurück, jemandem geholfen zu haben. Darum wird sich auch einer unserer Vorträge beim Information Security Day drehen.

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Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Die Methoden der Cyberkriminellen werden immer komplexer und ausgefuchster, sagt Expertin Professor Dr. Kristin Weber.


Foto: Michaela Schneider