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Schultergelenk: Beweglich, aber instabil
Zu den häufigsten Schulterbeschwerden zählt eine Schädigung der Rotatorenmanschetten


Von Michaela Schneider
Würzburg  
Das Schultergelenk gilt als das beweglichste Gelenk im Körper. „Das allerdings erkaufen wir uns mit einem hohen Maß an Instabilität“, sagt Piet Plumhoff, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am König-Ludwig-Haus in Würzburg.  Im Zuge der Patienten-Veranstaltungsreihe „Orthopädie im Dialog“ beleuchtete der Mediziner das Thema Schulteroperationen, ihre Risiken und die Erfolgsaussichten.


Zunächst ein Blick auf die Anatomie des Schultergelenks. Oberarmkopf und Schulterpfanne bilden das Hauptgelenk in Form eines Kugelgelenks. Dadurch kann ein gesunder Mensch die Schulter in allen drei Achsen des Raumes bewegen. Seine Beweglichkeit, aber auch Stabilität gründet auf einem komplexen Zusammenspiel von Muskeln und Sehnen.


Zu Verletzungen kann es kommen durch Unfälle. Vielfach plagen Patienten jedoch auch Überlastungsschäden durch die ständige Belastung im Alltag. Plumhoff verweist in dem Zusammenhang auf eine Studie von Studenten der Technischen Universität Berlin. Diese hatten mit einem Drucksensor am künstlichen Gelenk  untersucht, welchen Belastungen das Schultergelenk bei verschiedenen Tätigkeiten ausgesetzt ist – mit erstaunlichen Ergebnissen. Beim Haare kämmen trägt das Schultergelenk 70 Prozent des Körpergewichts, beim Kaffeekanne heben gar 100 Prozent, beim Tragen eines 10-Kilogramm schweren Getränkekastens indes nur zehn Prozent.  


Zu den häufigsten Schulterbeschwerden zählt eine Schädigung der Rotatorenmanschetten – entweder ausgelöst durch einen Unfall oder, viel häufiger, durch Verschleiß. Betroffen sind dabei die Sehnen der schulterumspannenden Muskulatur, diese werden laut Plumhoff im Laufe der Jahre durchgescheuert, vergleichbar mit einer durchgelaufenen Socke. Und auch bei einer Schulterarthrose – das heißt einer Abnutzung des Knorpels in der Schulter - können Schäden an der Rotatorenmanschette die Ursache sein. Als ein spezielles Krankheitsbild der Schulter verweist Plumhoff zudem auf die Defektarthopathie, das heißt, einen großen Defekt in der Rotatorenmanschette. Meist sind hierbei zwei, gelegentlich sogar drei Sehnen betroffen.


Immerhin rund 20 bis 30 Prozent der über 70-Jährigen weisen einen Rotatorenmanschetten-Defekt auf, die Mehrzahl leidet jedoch zunächst unter keinen klinischen Beschwerden. „Allerdings können diese später kommen“, sagt der Mediziner. Die Rupturgröße korreliert dabei mit dem Alter des Patienten.


Kommt ein Patient mit Beschwerden in die Klinik, erfragen Mediziner zunächst im Detail seine Krankengeschichte, schauen sich die Schulter an und untersuchen das aktive wie passive Bewegungsausmaß. Mittels Röntgenbild, Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie ist eine genauere Diagnostik möglich und wird das Ausmaß der Schädigung sichtbar. „Je größer und älter der Riss, desto schlechter heilt die Schulter wieder“, sagt Plumhoff. Das gilt erst recht bei älteren, großen Rupturen, wenn das Muskelgewebe bereits teilweise durch Fettgewebe ersetzt wurde. Mediziner sprechen dann von einer fettigen Degeneration. Die gute Nachricht: Eine funktionelle Wiederherstellung des Schultergelenks ist in vielen Fällen trotz eines bleibenden Defekts möglich.  


Trotzdem empfiehlt Plumhoff eine frühzeitige Operation. Bei einer traumatischen Ruptur, etwa durch einen Unfall, liegt der ideale Zeitpunkt demnach innerhalb der ersten sechs Wochen. Prinzipiell gelte: Die Beschwerdedauer sollte vier bis sechs Monaten nicht überschreiten. Zuvor sollte der Patient die Zeit bis zur OP nicht  ungenutzt verstreifen lassen, sondern für konservative Therapien nutzen. Bei der Operation – je nach Fall in arthroskopischer oder offener Technik – wird mit Knochenankern gearbeitet oder aber die Fäden werden direkt durch den Knochen, den sogenannten Humeruskopf, geführt. Die Sehne wird mit vielen, nicht resorbierbaren Fäden gefasst und wieder verschlossen.  


Eventuell kann eine partielle Rekonstruktion der Sehne nötig werden – oder in Extremfällen wie der Defektarthopathie auch eine künstliche Schulter. Schulterprothesen sollten laut Plumhoff so klein wie möglich sein, um so viel Knochen wie möglich zu erhalten. Inverse Prothesen meiden Ärzte indes, vor allem bei Patienten unter 50 Jahren, wenn irgendwie möglich, weil sie sich  nach gewisser Zeit lockern könnten. Reverse Prothesen lassen sich dagegen im Revisionsfall knochenschonend austauschen. „Es gibt heute eine Masse an Ersatzteilen. Welche für den Patienten geeignet ist, hängt vom Krankheitsbild und seinen speziellen Anforderungen ab“, sagt der Mediziner.


Der Artikel  ist unter anderem  im Magazin „Gesundheit!“ erschienen.