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Gut zu Fuß: Der Schuhmix macht’s

Orthopädie Fußspezialist Dr. Klaus Fecher beleuchtet die Ursachen für Deformationen wie
Hammer- und Krallenzehen, Hallux Valgus oder Senk-Spreiz-Füße und gibt Präventionstipps


Aschaffenburg Rund 700 Mal im Jahr greift Dr. Klaus Fecher, Orthopäde und Fußspezialist in Aschaffenburg, zum Skalpell. Spezialisiert hat er sich auf Operationen im Vor- und Mittelflußbereich. Doch nicht jeder Eingriff wäre nötig geworden, sagt der 53-Jährige. Denn: Fehlstellungen wie zum Beispiel Hammer- und Krallenzehen oder Senk-Spreiz-Füße resultieren häufig aus jahrelanger falscher Belastung, fehlender Bewegung und  falschem Schuhwerk.


Sind wir wirklich selbst schuld daran, wenn wir unter Fußproblemen leiden?

Dr. Klaus Fecher: Das kann man nicht generell sagen. Zunächst  einmal spielt die Genetik eine große Rolle, oft resultieren Fehlstellungen aus einer Bindegewebsschwäche. Aber: Auch falsches Schuhwerk und ein Mangel an Bewegung trägt zu Problemen bei. Meist können wir von einer Kombination mehrerer Faktoren ausgehen und Fußprobleme entstehen über Jahre in sehr langwieriger, langsamer Entwicklung. Ausnahmen gibt es, vereinzelt leiden zum Beispiel auch schon Jugendliche unter dem Hallux Valgus, das heißt einer Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach außen zur Kleinzehe.


Jugendliche und Kinder sind ein spannendes Thema, denn es gibt ja durchaus Hausärzte, die schon bei Kleinkindern Einlagen empfehlen. Was sagen Sie dazu?

Dr. Fecher:  Tatsächlich kommt es vor, dass der Hausarzt sagt, ein Kind habe Knickfüße und Einlagen anrät. Aber ich bin hier sehr zurückhaltend. Ich halte nichts davon, Kinder zu früh in eine medizinische Schablone zu pressen. Ein Kind befindet sich im Wachstum, der Körper kann hier noch vieles selbst richten. Ich empfehle statt Einlagen wechselndes Schuhwerk und viel Bewegung.


Bleiben wir beim Thema Schuhwerk.  Was passiert mit meinem Fuß, wenn ich häufig Pumps trage?

Dr. Fecher: Bei einem Absatz von vielleicht sieben oder acht Zentimetern wird das gesamte Körpergewicht vorne in die Schuhspitzen gepresst, vor allem, wenn die Schuhe noch dazu vorne spitz zusammenlaufen. Das verhindert eine normale Abrollbewegung.


Das klingt nicht gesund… Sollte man als Frau lieber keine hohen Schuhe anziehen?

Dr. Fecher: Natürlich finden Frauen - und erst recht Männer  bei Frauen - hohe Schuhe attraktiv. Nicht mal ich als Orthopäde würde davon ganz abraten. Zumal es ja Berufe gibt, in denen Schuhe mit Absatz schlichtweg vorgeschrieben sind. Nehmen sie zum Beispiel eine Stewardess. Hier sage ich: Tragt diese Schuhe und sorgt in der übrigen Zeit für einen nötigen Ausgleich und Abwechslung.


Bedeutet Abwechslung auch, dass ich nicht immer mit den gleichen Einlagen herumlaufen sollte?

Dr. Fecher:  Ganz genau. Wesentlich sind der Ausgleich und der Mix. Das ist wie bei der Ernährung / und gilt ja eigentlich für alle Lebensbereiche. Wichtig ist, dem Fuß immer wieder neue Reize durch unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheiten zu bieten. Auch unterschiedliche Schuhweiten trainieren den Fuß.


Ein gutes Argument beim nächsten Besuch im Schuhladen…

Dr. Fecher: Auch ich habe mehr als zwei Paar Schuhe (lacht)… Aber der Schuhkauf ist ein gutes Stichwort.  Wichtig ist, dass man sich in einem  Schuh von Beginn an wohl fühlt. Glauben sie keiner Verkäuferin, die Ihnen sagt, ein Schuh müsse sich erst noch einlaufen. Probieren sie Schuhe an, laufen Sie ein bisschen herum – und nur, wenn sich das sofort gut anfühlt, taugt der Schuh für Ihren Fuß.


Ist Barfußlaufen tatsächlich so gesund, wie man immer wieder hört?

Dr. Fecher: Ja, laufen Sie barfuß, sooft sie die Möglichkeit dazu haben. Damit machen Sie genau, was ich eben schon empfohlen habe: Sie variieren zwischen verschiedenen Oberflächen.


Was passiert, wenn sich der Fuß deformiert?

Dr. Fecher: Der Fuß wird physiologisch nicht mehr richtig belastet. Um dies festzustellen machen wir Fußdruckanalysen auf dem Laufband, dabei erkennt man sehr gut, wenn sich der normale Druckverlauf im Fußgewölbe verschiebt. Eigentlich sollten wir zu fast 50 Prozent über die Großzehe laufen, das ist dann nicht mehr der Fall. Die kleinen Zehen müssen mehr Belastung übernehmen. Dadurch verkrampfen sie und verkrümmen sich und es kommt klassischerweise zu Hammer- oder Krallenzehen.


Kann ich eine Fehlbelastung selbst feststellen?

Dr. Fecher: Nachdem wir schon viel über hohe Schuhe geredet haben: Eine fehlerhafte Belastung können sie häufig daran erkennen, dass sich Absätze schief ablaufen.  Das passiert, wenn man versucht, einem Schmerz auszuweichen.


Sie sagen: Ebenso wichtig wie passendes, wechselndes Schuhwerk ist Bewegung für unseren Fuß. Warum?

Dr. Fecher: Die Zahl der Menschen mit Zeh-Fehlstellungen nimmt ständig zu, das liegt auch daran, dass wir uns heute viel weniger bewegen müssen als unsere Vorfahren. Das geht schon in der Kindheit los: Viel zu oft fällt der Sportunterricht in der Schule aus, die Mütter holen die Kleinen mit dem Auto ab und der Fernseher ist interessanter als der Spielplatz. Durch mangelnde Bewegung erschlafft unsere Muskulatur, wir trainieren koordinative Bewegungen viel zu wenig und es herrscht ein Ungleichgewicht zwischen der Halte- und der Bewegungsmuskulatur.  Kommt dann noch eine genetische Bindegewebsschwäche hinzu, ist die schleichende Deformation des Fußes fast schon vorprogrammiert.

Der Artikel  wurde unter anderem im  Magazin „Gesundheit!“ Veröffentlicht.

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