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Gemälde in bester Gesellschaft
Die Künstlerinnengruppe „subkutan“ stellt im Museum im Kulturspeicher
in Würzburg ausgewählten Werken von Gertraud Rostosky eigene Arbeiten gegenüber


Von Michaela Schneider

Würzburg Sie wurde einst zur bedeutendsten Malerin Würzburgs: Gertraud Rostosky (1876 – 1959) – eine starke Frau, die sich gegen Gesellschaftszwänge auflehnte, immer wieder in ihre Frauenrolle gedrängt wurde und sich dennoch ihre Freiräume erkämpfte. „Wir gaben an beruflichem Ernst den Männern nichts nach, aber wir teilten nicht ihre Freiheiten“, sagte die Künstlerin selbst. Mit ihren Werken und ihrem Leben berührt sie bis heute – unter anderem die Würzburger Künstlerinnengruppe subkutan. „Berührungspunkte. subkutan trifft Gertraud Rostosky“ ist nun eine Sonderausstellung im Museum im Kulturspeicher in Würzburg betitelt. Zu sehen ist sie bis einschließlich 9. Mai.


In der Ausstellung stehen sich Bilder von Gertraud Rostosky und Werke  der zeitgenössischen Künstlerinnen gegenüber. Subkutan – das sind Berit Holzner, Verena Rempel, Jutta Schmitt, Angelika Summa und Georgia Templiner. Die fünf arbeiten in ganz unterschiedlichen Bereichen – angefangen bei der Konzeptkunst über Bildhauerei, Druckgrafik und Malerei bis hin zu Performance und Installation. Und das mit ganz unterschiedlichen Techniken, Materialien und Ideen. Gemein indes ist den Würzburgerinnen nach eigener Aussage, dass ihre Werke unter die Haut gehen und weiterwirken. Hiermit hängt auch die Namensgebung zusammen: „Subkutan“ beschreibt den medizinisch-technischen Vorgang, wenn eine Substanz unter die Haut gespritzt wird.


Im Vorfeld der Sonderausstellung hatten die Fünf nun im Depot des Museums im Kulturspeicher gestöbert. Die Künstlerinnen wählten dann – jeder für sich - Bilder aus, die dem eigenen Werk optisch oder inhaltlich ähneln oder auch als Inspiration zu Neuem dienten. Der Fundus war dabei groß – Gertraud Rostoskys Nachlass gehört zu den Kernbeständen des Museums im Kulturspeicher. Geboren wurde sie 1876 in Riga, als der Vater starb zog die Familie auf den mütterlichen Gutshof „Neue Welt“ in Würzburg zurück. Ausbildung und Beruf führten die junge Frau nach München, Paris, Italien, Berlin und Dresden. Als Ihre Schwester starb, kehrte Rostosky auf den Gutshof „Neue Welt“ zurück, um die Mutter zu pflegen und gründete hier eine Künstlerkolonie. Leichtigkeit und Helligkeit, etwas Schwebendes in den Farben und fließende Übergänge prägen das Werk der lyrischen Malerin. Sie schrieb einst: „Ich wünsche meinen Bildern die beste Gesellschaft in gepflegten Museen.“ Dem Wunsch kommen „subkutan“ nun auf besondere Art nach.


So hat die Künstlerin Angelika Summa zum Beispiel eigens eine aus Draht geschweißte Skulptur geschaffen mit dem Thema „Familiensitz“. Auf der einen Seite ist sie streng geformt und strukturiert, versinnbildlicht laut der Künstlerin jene konservativen Zwänge der Zeit: Um die Jahrhundertwende war es ungeheuerlich, wollte eine Frau Künstlerin werden. Doch Gertraud Rostosky gelang es, sich zu befreien. Und so öffnet sich Angelika Summas Werk auf der anderen Seite - wirr, frei und kreativ.  


Mit Rollenbildern hat sich auch Jutta Schmitt beschäftigt: Aus Gertraud Rostoskys Werk hat sie ein Porträt und die Hände der Mutter, ein Bild der toten Schwester sowie ein Landschaftsbild ausgewählt. Nicht zuletzt bewirkte Rostoskys Umzug nach Würzburg, dass sie als Künstlerin überregional weitgehend unbekannt blieb. Rostoskys Arbeiten stellt Jutta Schmitt Kleinskulpturen gegenüber, die mit einem Geschenk ihrer Mutter zu tun haben, wie sie andeutet. Zudem eine Grafik mit dem Titel „Kreislauf – schnittgruppe 31“.


Nicht weit gehen musste Georgia Templiner auf der Suche nach Berührungspunkten zwischen ihrem eigenen und Rostoskys Gemälden. Zum Werk beider Künstlerinnen zählte bereits jeweils ein Stillleben mit dem Titel „rote Blüten im Wasserglas“.

Besonders nah steht Rostosky ein weiteres subkutan-Mitglied, denn: Die Künstlerin Berit Holzner lebt und arbeitet heute selbst auf dem „Gut zur neuen Welt“. Eine Atmosphäre aus Helligkeit und Leichtigkeit prägte so nicht nur Gertraud Rostoskys Werk, auch Holzner sagt: Sie sei fasziniert von der Luft des Wohnsitzes, ihre Arbeiten seien heller geworden, seit sie dort wohne. Geschaffen hat sie eine durscheinende Skulptur unter anderem aus Stoff und zarten Aquarellfarben. Doch betont die Künstlerin: Das Werk bilde keine Luft ab, es stehe für sich.   


Verena Rempel schließlich widmet sich Gertraud Rostoskys bevorzugtem Sujet, der Landschaft. Von den expressiv gemalten Landschaftsbildern ließ sie sich zu der Arbeit „Dschungel III“ inspirieren.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Sonderausstellung „Berührungspunkte, subkutan trifft Gertraud Rostosky“ im Museum im Kulturspeicher in Würzburg .


Fotos: Michaela Schneider


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Infokasten: Über die Sonderausstellung


Die Sonderausstellung „Berührungspunkte, subkutan trifft Gertraud Rostosky“ im Museum im Kulturspeicher in Würzburg läuft bis einschließlich 9. Mai. Geöffnet ist das Museum dienstags von 13 bis 19 Uhr, mittwochs, freitags, samstags und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 11 bis 19 Uhr. Details unter www.kulturspeicher.de sowie nähere Informationen zur Künstlerinnengruppe „subkutan“ unter www.kunst-subkutan.de