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Countdown für Sonja Rohde: Die erste Deutsche will endlich ins All

Unternehmerin gehört zu den Gründern des privaten Raumfahrtunternehmens „Virgin
Galactic“ – Am 19. Oktober spricht sie in Würzburg bei der Veranstaltung „50 Jahre Frauen im Weltraum“


Von Michaela Schneider

Würzburg/Hagen Sie wird die erste deutsche Frau im Weltall sein: die 36-jährige Unternehmerin Sonja Rohde aus dem westfälischen Hagen. Auf einer Safari in Afrika lernte sie den Milliardär Sir Richard Branson kennen – dabei kam die Rede auf sein privates Raumfahrtunternehmen „Virgin Galactic“. Läuft alles wie geplant, könnten bereits 2014 Privatleute in den Weltraum fliegen. Sonja Rohde wäre als Gründungsmitglied bei einem der ersten Flüge dabei. Diese sollen zwei Stunden dauern, gut 15 Minuten wäre die Immobilienkauffrau schwerelos und könnte aus dem Weltraum auf die Erde blicken. Am 19. Oktober wird Sonja Rohde bei der Veranstaltung „50 Jahre Frauen im Weltraum“ in Würzburg sprechen.


Warum faszinieren Sie die Raumfahrt und das All derart?

Sonja Rohde: Ein Flug ins All war für mich schon ein Kindheitstraum. Meine Großmutter schenkte mir ein Kinderlexikon, die Seiten über Raumfahrt und Dinosaurier mochte ich am liebsten. Ich habe keine Folge von Captain Future verpasst, mein Vater bastelte mir über dem Bett einen Sternenhimmel. Ich sagte meinen Eltern: Ich muss Astronautin werden. Nach dem Abitur fühlte ich mich unserem Familienbetrieb aber so verpflichtet, dass ich zähneknirschend Betriebswirtschaftslehre studierte.


Man liest über Sie: Sie hätten die Hoffnung nie aufgegeben, zumindest als zahnlose Oma in den Weltraum zu fliegen. Warum als zahnlose Oma?

Rohde: Ich hatte einen Bericht im Fernsehen gesehen, in dem es hieß: Ab 2050 könnten Weltraumflüge für Touristen Wirklichkeit werden. Zu dem Zeitpunkt wäre ich nicht mehr die Jüngste gewesen… Niemals hätte ich zu träumen gewagt, schon 45 Jahre vorher ein Ticket in den Weltraum angeboten zu bekommen.


Man trifft ja nicht alle Tage einen Milliardär. Wie war das, als Sie Sir Richard Branson kennenlernten?

Rohde: Wir haben uns auf einer Safari in Afrika kennengelernt und waren uns von Beginn an sympathisch. Ich fand es einfach interessant, so jemanden zu treffen und wusste zu dem Zeitpunkt noch nichts von den Flügen ins All. Wir haben gemeinsam zu Abend gegessen und erst ganz am Ende per Zufall über das private Raumfahrtunternehmen „Virgin Galactic“ gesprochen.


Was haben Sie sich gedacht, als Sir Richard Ihnen ein Ticket ins All angeboten hat?

Rohde: Ich dachte mir, das Schicksal klopft an meine Türe und schüttelt mich. Ich sagte mir: Diesmal musst Du zugreifen und Dir Deinen Lebenstraum erfüllen, sonst verzeihst Du Dir das nie!  Sir Richard und ich haben mitten im Busch per Handschlag besiegelt, dass ich einer der so genannten „Founder“ werde. Die 80 Gründer aus 80 verschiedenen Ländern dürfen als erste Privatleute überhaupt mit dem SpaceShip Two in den Weltraum fliegen.


Sie zahlen für den Flug als „Founder“ 200000 US-Dollar. Das ist sehr viel Geld…

Rohde: Ja, das stimmt. Aber ich sehe uns Founder auch als Pioniere, die einen Beitrag leisten, dass Raumfahrt vielleicht irgendwann für mehr Menschen möglich sein wird. Richard Branson will die Preise für spätere Flüge drastisch senken, vielleicht wird man bald schon für 10000 oder 15000 Euro ins All fliegen können. Auch das erste Flugzeug, das erste Auto und das erste Handy waren einst wesentlich teurer als heute. Warum sollten Flüge in den Weltraum ein reines Staatsmonopol bleiben? Es geht in der privaten Raumfahrt zudem um viel mehr als nur um Raumfahrttourismus. Den Begriff mag ich sowieso nicht, das klingt zu sehr nach Kaffeefahrt. Die private Raumfahrt wird auch Wissenschaft und Bildung weiterbringen.


Wie meinen Sie das?

Rohde: Die NASA hat bekanntlich ihr eigenes Raumfahrtprogramm eingestampft – und hat nun bereits Flüge bei „Virgin Galactic“ gebucht, um weiter forschen zu können. Die Raumfahrt ist für etliche Menschheitsfragen wichtig. Schauen Sie aufs Problem der Überbevölkerung. Mit Hilfe von Satelliten, die Wetterveränderungen beobachten, könnte z.B. ein Frühwarnsystem für Landwirte eingerichtet werden, das Ernteausfälle und somit Nahrungsmittelknappheiten reduzieren könnte/würde.


Sie werden die erste deutsche Frau im Weltraum sein. Wie fühlt sich das an?

Rohde: Ehrlich gesagt: Für mich ist das gar nicht so greifbar. Jetzt will ich erst einmal einfach nur fliegen. Alles andere ergibt sich danach.


Haben Sie Angst vor dem Flug?

Rohde: Eine gewisse Skepsis ist immer da in der Raumfahrt, jeder Astronaut riskiert sein Leben. Dass das keine Karussellfahrt wird, war mir aber natürlich klar. Jedem Flug voraus geht ein klassisches Astronautentraining. Man fühlt sich dadurch gut vorbereitet und weiß, was auf einen zukommt. Und: Meine Euphorie ist inzwischen so groß, dass sich die Investition schon jetzt gelohnt hat.


Wie wird der Flug selbst ablaufen?

Rohde: Ein Trägerflugzeug wird uns auf 15 Kilometer Höhe bringen und abkoppeln. Das Space Ship wird die Raketentriebwerke zünden und innerhalb von acht Sekunden die Schallmauer durchbrechen. Mit rund 4000 Stundenkilometern werden wir senkrecht 100 Kilometer hinaus ins All schießen. Der Himmel wird vorbeirasen – erst hellblau, dann dunkelblau, lila und schließlich am hellichten Tage schwarz. Wir werden diese enorme Stille erleben und in der Kabine Platz zum Schweben haben. Wir werden auf unseren herrlichen Planeten blicken und in die Unendlichkeit des Alls. Von soweit oben werden wir auf uns selbst schauen und sehen, wie klein unsere Erde eigentlich ist und wie unsinnig manche Konflikte sind.



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Der Artikel ist unter anderem im Main-Echo erschienen.

Infokasten: „50 Jahre Frauen im Weltraum“


1963 flog Valentina Tereschkowa mit der Raumkapsel Wostok 6 ins All. Die sowjetische Kosmonautin war die erste Frau im Weltraum. 50 Jahre später veranstaltet nun der „Verein zur Förderung der Raumfahrt“ (VFR) in Würzburg im Central-Programmkino am 19. Oktober einen Jubiläumsabend unter dem Motto „50 Jahre im Weltraum“. Los geht es um 18.30 Uhr mit einem Sektempfang. Es folgt ein kurzer Blick auf Walentina Tereschkowas Flug ins All. Anschließend werden Sonja Rohde, die voraussichtliche erste Deutsche im All, und der Raumfahrtexperte Eugen Reichl den aktuellen Stand des suborbitalen Raumschiffs „SpaceShip Two“ der Firma „Virgin Galactic“ präsentieren. Sonja Rohde wird von ihren Vorbereitungen berichten und erzählen, wie der Flug ins All ablaufen wird. Um 19.45 Uhr läuft dann der Film „SpaceTourists“ mit Anousheh Ansari, der ersten Weltraumtouristin im All. Anschließend besteht bei klarem Wetter die Möglichkeit, per Teleskop eine virtuelle Reise zum Mond zu unternehmen.