Ich schreibe für Sie!
Guten Tag!. Journalismus. Schwerpunkte. Pressetexte. Fotografie. Schöne Literatur. Veröffentlichungen. Kontakt. Michaela Schneider - Freie Journalistin in Würzburg
Hier finden Sie eine Auswahl
an Verlagen und Agenturen,
für die ich schreibe:

Impressum

Meine AGB

Fränkischer Tag

Franken.Das Magazin für Land und Leute

Presse & Kommunikation Saremba GmbH

KulturGut

Museumsmagazin ZeitenRaum

Tanner Werbung GmbH

Ideeologen - Gesellschaft für neue Ideen

Main-Echo

Heragon Verlag

Augsburger Allgemeine

Fränkische Nachrichten

Journalismus

Pressetexte

Fotografie


Kurzgeschichten

                                          Chroniken


Mit Willi Dürrnagel unterwegs im Würzburger Ringpark.

Fotos: Michaela Schneider


Glacis-Bummel durch Würzburgs Stadtgeschichte
Ringparkfest
 Willi Dürrnagel lässt in seiner Ringparkführung Bauten und Denkmäler sprechen   


Von Michaela Schneider

Würzburg Hält man Augen offen und Sinne wach, gleicht ein Spaziergang durchs Glacis einem Bummel durch Würzburgs Stadtgeschichte. Büsten erinnern an prominente Würzburger, Wappen an einstige Herrscher. Und auch Gebäude und Straßennamen, die das Gelände umrahmen, erzählen historische Episoden. Beim diesjährigen Würzburger Ringparkfest am 3. und 4. August wird Stadtrat Willi Dürrnagel deshalb unter dem Motto „Bauten und Denkmäler im und am Ringpark“ durchs Glacis führen.


Auf jeden Fall lohnt es, einen Moment am Gedenkstein für Georg Zürn innezuhalten. Der nämlich war Bürgermeister in Würzburg und kein geringerer als der Initiator des Ringparks. Mit Nachdruck setzte er sich für die Entfestigung der Stadt und den Umbau des Glacis zu einem modernen Landschaftspark ein. Als Vorbild diente ihm laut Dürrnagel der Wiener Ring – allerdings nicht als Straße mit grünem Mittelstreifen, sondern als reine Grünanlage. Letztlich schuf Zürn mit dem Ringpark erst die Voraussetzung für den späteren enormen Wachstum der Stadt. Denn wo sich früher Mauern, Graben und freies Schussfeld befunden hatten, wucherte inzwischen dichtes Grün und hatte die Stadt fest im Griff.


Als nächstes ein gedanklicher Zwischenstopp an Lindahl-Denkmal und Lindahlbrunnen. Der Schwede Jens Person Lindahl war seit 1880 Stadtgärtner in Würzburg – und jener Mann, den Bürgermeister Dr. Georg Zürn mit der Planung der Ringparkanlage beauftragte. Lindahl entwarf eine Art englischen Landschaftspark, sein Projekt wurde auf der Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Petersburg mit einer Goldmedaille belohnt. Unter den Würzburgern indes war laut Dürrnagel nicht jedermann von den Lindahlschen Ideen angetan. Gegenstimmen wurden laut, als er den dichten Busch- und Baumbestand beseitigen ließ. Zum Problem wurde der Widerstand, als Bürgermeister Zürn 1884 starb. Erneut sei der Schwede in Würzburg eingefallen und hause und verwüste wie zur Zeit des Schwedenkriegs, musste sich Lindahl nun anhören. Als ihm auch noch vorgeworfen wurde, dass er sich an städtischen Geldern bereichert habe, brach er unter dem Druck zusammen. Er griff zur Pistole und nahm sich im Ringpark das Leben – eben da, wo heute sein Grabstein als Lindahl-Denkmal steht.


Doch längst nicht alle Denkmäler und Bauten im Ringpark haben unmittelbar mit diesem zu tun. So wurden etwa einige Wappen der früheren Würzburger Tore im Glacis in Brunnenanlagen integriert. Ein Beispiel dafür bildet der Schönbornbrunnen. Auf dem Wappen zu erkennen: der Herzogshut und der fränkische Rechen des Herzogtums Franken, ein sechsspeichiges Rad für das Erzbistum Mainz, die Sturmfahne des Hochstifts Würzburg und der goldene Löwe der Grafen Schönborn.


Und auch an Prominenz aus Würzburg wird im Ringpark erinnert, zum  Beispiel mit einem Denkmal an den musikalischen Stadtkämmerer Valentin Becker (1814 – 1890). Der kümmerte sich nämlich nicht nur um Finanzen, sondern komponierte zudem voller Begeisterung. Er gilt unter anderem als der Vater des Wanderlieds „Wohlauf die Luft geht frisch und rein“.


Inzwischen steht Willi Dürrnagel am Rennweg. Er hat von Bauten wie der Alten Universität, dem Platz`schen Garten, dem Röntgengymnasium oder der Sektkellerei Oppmann erzählt. Er hat Persönlichkeiten wie den Schriftsteller Max Mohr, den jüdischen Dichter Jehuda Amichai oder den Naturwissenschaftler Philipp Franz von Siebold vorgestellt. Und er hat stapelweise altes Bildmaterial aus seiner Tasche gezaubert – Dürrnagel besitzt privat mehr als 9000 Würzburg-Postkarten, viele mit historischen Motiven. „Die sind in Sachen Platz das geringere Problem“, sagt er und schmunzelt. Denn: Zu seiner privaten Sammlung hinzu kommen an die 50000 Bücher mit Würzburg-Bezug.

Am Rennweg blickt Willi Dürrnagel abschließend weit zurück in die Vergangenheit, nämlich bis ins Mittelalter. Denn wo sich heute Residenz, Hofgarten und Ringpark befinden, dehnte sich damals eine weite Ebene aus. Adelige trafen sich zu Turnieren, Rennspielen und gerichtlichen Zweikämpfen. Auf eben diese Rennspiele geht laut Dürrnagel der Straßenname „Rennweg“ zurück.

Der Artikel ist unter anderem in  der Tauberzeitung erschienen.

Infokasten: Ringparkführungen und Ringparkfest


Ringparkführungen: Wer mehr über die Bauten, Denkmäler und Straßen im und am Ringpark erfahren möchte, kann sich am 3. und 4. August jeweils um 17 Uhr einer kostenlosen Führung mit Willi Dürrnagel anschließen. Treffpunkt ist am Fußgängerüberweg am Ringpark an der Ecke Valentin-Becker-Straße/Friedrich-Ebert-Ring.  Am Samstag führt Willi Dürrnagel durch das Klein-Nizza in Richtung Neue Universität. Dabei wird er unter anderem Valentin Becker, Bürgermeister Georg von  Zürn, Philipp Franz von Siebold, Arthur Schleglmünig und den Begründer des Ringparks Jens Person Lindahl vorstellen. Am Sonntag geht es in Richtung Berliner Ring. Zudem: Jeweils um 14 Uhr Ringparkführungen zum Thema „Lyrische und andere Betrachtungen zu Bäumen“ ohne Willi Dürrnagel, aber mit der Naturschutzwacht um Eckhard W. K. Beck. Treffpunkt: Ottostraße vor dem Gerichtsgebäude.


Ringparkfest: Das Ringparkfest findet am Samstag, 3. August, von 14 bis 22 Uhr und am Sonntag, 4. August, von 11 bis 22 Uhr statt. Das Bühnenprogramm beginnt am Samstag um 14 Uhr, Oberbürgermeister Georg Rosenthal eröffnet das Fest um 15.30 Uhr. Den Tag über spielen Bands,  unter anderem die australische Singer- und Songwriterin Emaline Delapaix, Andreas Kümmert mit Band und die Sonntagmorgenklassiker „Karschter Buawe“. Für die Kleinen gibt es Unterhaltung und Spaß mit Kletterwand, Hüpfburg, Zauber-Show und vielen anderen Überraschungen.

Ihre Unterstützung:


Hat Ihnen mein Artikel gefallen? Dann würde ich mich freuen, wenn Sie mich mit einem Klick  „flattern“, um mir ein kleines Zeichen der Anerkennung zu schicken. Herzlichen Dank!


Flattr this