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Grafiken von Rembrandt bis Richter
Sonderausstellung im Museum im Kulturspeicher zeigt Meisterwerke,
Auffälliges und Kuriositäten aus der Sammlung des Landesmuseums Oldenburg


Von Michaela Schneider

Würzburg Grafik heißt nicht zwangsläufig klein und in Schwarz-weiß: Das erfährt spätestens, wer die neue Sonderausstellung im Museum im Kulturspeicher in Würzburg besucht. Unter dem Titel „Von Rembrandt bis Richter“ sind hier Meisterwerke aus der grafischen Sammlung des Landesmuseums Oldenburg zu sehen. Die Gemeinsamkeit: Alle Werke sind auf Papier entstanden. Gäste erleben in zwei Räumen nicht nur 300 Jahre Kunstgeschichte, sondern gleichzeitig die Bandbreite verschiedenster grafischer Techniken – von feinen Zeichnungen, über farbige Aquarelle bis hin zu Holzschnitten und Lithografien. Die Ausstellung erlaubt zudem Einblicke in die museale Sammlungsgeschichte. Zu sehen ist sie bis einschließlich 28. September.


Anlass: Das Landesmuseum Oldenburg, mit dem das Museum im Kulturspeicher auch schon in der Vergangenheit kooperierte, inventarisiert und digitalisiert seit geraumer Zeit seine Sammlung. Im Bestand 9000 bis 10000 Arbeiten auf Papier. Kuratorin Anne Heckötter, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Landesmuseum Oldenburg, ist mit der Sichtung des Materials betraut, hatte jedes einzelne Objekt selbst in der Hand und hat für die Sonderausstellung nun die „Top 100 plus“  der Grafiken ausgewählt – teils schlichtweg, weil die Werke kunsthistorisch von besonderem Wert sind. Zum Teil handelt es sich um eine subjektive Auswahl – nämlich um Werke, die der Kuratorin besonders gefielen und auffielen.

Viele Objekte waren öffentlich bis dato noch nie zu sehen. Andere wie August Mackes Zeichnung „Modegeschäft am Hafen“ waren schon oft auf Reisen und in etlichen Ausstellungen zu Gast. Allerdings ist dies häufig komplizierter als man meinen mag, denn: Die Blätter sind sehr lichtempfindlich und werden deshalb in der Regel aus konservatorischen Gründen in Magazinen aufbewahrt. Die beiden Räume im Kulturspeicher wurden für die Sonderausstellung speziell abgedunkelt.   


Unterhaltsam ist ein Rundgang durch die Ausstellung im Kulturspeicher vor allem auch, weil der Besucher dabei einem Sprint durch 300 Jahre Kunstgeschichte unternimmt: Von Oldenburger Hofkünstlern des 18. und Italienreisenden des 19. Jahrhunderts über die Maler der „Brücke“ bis hin zur klassischen Moderne und Nachkriegskunst. Los geht es mit Rembrandts Werk „Die kleine Flucht nach Ägypten“. Spannend ist in dem Zusammenhang vor allem, wie die Radierung in den Museumsbesitz gelangte. Eines Tages kam ein über 90-jähriger Pastor ins Landesmuseum Oldenburg und meinte: Er habe da etwas, was seine Familie nicht haben wolle. Das an sich mag in Museen häufiger vorkommen. Selten aber ist, dass Besucher dann tatsächlich einen echten Rembrandt aus der Aktentasche ziehen…


Ein paar  Werke weiter erzählen sehr persönliche Skizzen des Hofmalers Johann Heinrich Wilhelm Tischbein von dessen  Freundschaft mit Johann Wolfgang von Goethe; unter mehreren Grafiken von Edvard Munch befindet sich mit der „Madonna“ eines seiner wichtigsten Motive; man begegnet zahlreichen Künstlern der Klassischen Moderne – von Erich Heckel über Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein bis hin zu Emil Nolde mit einem Selbstbildnis. Zwischendurch gibt es manche Kuriosität zu entdecken wie zum Beispiel Hermann Scherenbergs Karikatur „Vierlinge“. Die Mutter noch im Wochenbett, schleppt der sichtlich erschöpfte Vater die vier Babys durch die Stube. Ganz am Ende der Ausstellung steht schließlich Gerhard Richters großformatiges Werk „Die Schweizer Alpen“ – ein Siebdruck der großflächig und in klaren Farben Gletscher und Felsen zeigt.


Das heißt nicht, dass in den 80er Jahren die Geschichte der Grafischen Sammlung endet. Allerdings steht seitdem kein Geld mehr zur Verfügung für umfassende Neuerwerbungen – hier geht es dem Landesmuseum Oldenburg nicht anders als anderen Häusern wie etwa dem Museum im Kulturspeicher. Und so ist die Sonderausstellung zugleich auch Appell, Lücken mit Blick auf künftige Generationen zu schließen, wie Dr. Henrike Holsing, stellvertretende Museumsleiterin im Kulturspeicher, betont.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Erich Heckel, „Der Lappan in Oldenburg“, 1909.


Foto: Michaela Schneider

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Infokasten: Über die Sonderausstellung


Die Sonderausstellung „Von Rembrandt bis Richter. Meisterblätter der grafischen Sammlung aus dem Landesmuseum Oldenburg“ ist bis einschließlich 28. September im Museum im Kulturspeicher in Würzburg zu sehen. Geöffnet ist das Museum Dienstag 13 bis 18 Uhr, Mittwoch, Freitag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr und Donnerstag von 11 bis 19 Uhr. Zur Ausstellung ist ein Katalog im Michael Imhof Verlag erschienen.