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Auf Schwammerlsuche im Dienst der Wissenschaft
Pilzfreunde Mainfranken veranstalten am 18. und 19. Oktober in Würzburg eine große
Ausstellung – In Unterfranken sind bereits mehr als 3000 Pilzarten nachgewiesen und dokumentiert
 


Von Michaela Schneider
Unterfranken
Keine Frage: Schwammerl sind gesund und lecker. Aber wer in die Pilze geht, sollte sich auskennen, denn mancher Speisepilz sieht giftigen Verwandten zum Verwechseln ähnlich. Einer, der die hiesigen Arten so gut wie kaum ein anderer bestimmen kann, ist der Arzt Dr. Rudi Markones aus Kist. Und davon gibt es eine ganze Menge, bekannt sind mehr als 3000 Arten. Wie vielfältig die mainfränkische Pilzlandschaft ist, kann die Bevölkerung am 18. und 19. Oktober bei der Ausstellung der Pilzfreunde Mainfranken im Botanischen Garten in Würzburg erleben. Markones rechnet mit bis zu 3000 Besuchern aus Nah und Fern.


Dabei ist die Pilzregion Mainfranken erstaunlich gut dokumentiert. Hintergrund: Für seine Doktorarbeit suchte der Biologe Lothar Kriegsteiner vor rund 15 Jahren eine warme Gegend in Bayern, die eine hohe Diversität an Pilzen verspricht. Die Wahl fiel auf Mainfranken, Kriegsteiner entdeckte sage und schreibe 2850 verschiedene Pilzarten. In Deutschland gibt es Expertenschätzungen zufolge zwischen 4000 und 6000 Arten. Weltweit kennt man gut 100000, Fachleute nehmen allerdings an, dass es mehr als eine Million Arten geben könnte. Mainfranken also als gut dokumentierte Pilzregion mit hoher Diversität – übrigens auch, weil es hier mit Kalk, sauren Bereichen im Spessart und bei Gemünden sowie sandigen Bereichen um Volkach und Kitzingen sehr unterschiedliche Böden gibt. Und so konnte Markones in eineinhalb Jahrzehnten nach Lothar Kriegsteiner um die 200 weiteren Arten entdecken - zuletzt einen „kleinen Dachpilz“, Durchmesser 1,5 Zentimeter.


„Die meisten denken, Pilze sind Pflanzen. Dabei handelt es sich in der biologischen Klassifikation neben Pflanzen und Tieren um ein eigenständiges Reich“, betont Markones. Er spricht von Lebewesen, die es überall gebe, die aber völlig unterrepräsentiert seien. Und so hat er es sich mit einigen Gleichgesinnten zur Aufgabe gemacht, die Pilzforschung in Unterfranken weiterzutreiben. Die „Pilzfreunde Mainfranken“ beschreibt er als lose Gemeinschaft, deren Mitglieder an Pilzen interessiert sind – im Kochtopf, unterm Mikroskop oder sowohl als auch.


Welche Pilze wachsen aber nun zum Beispiel in der Region? Als häufigste Speisepilze zählt Markones derzeit Steinpilze, Pfifferlinge, Rotkappen und Maronen auf. Steinpilze und Maronen etwa findet man meist in Fichtenwäldern, weniger bekannte, aber häufige Kiefern-Reizker indes, wie der Name sagt, bei Kiefern.  Auch gibt es zum Beispiel Hallimasche – im Kochtopf lecker, im Forst dagegen ein Schädling, denn: Einige Hallimasch-Arten befallen lebende Bäume und können diese zum Absterben bringen.


Ab und zu im Wald, vor allem aber auf Wiesen finden Schwammerl-Sucher Champignons. Wer allerdings glaubt, hier gebe es nur eine Art, irrt gewaltig. Markones weiß im Raum Mainfranken von rund 40 verschiedenen Arten, die zwischen zwei und 40 Zentimetern groß werden können. Und er warnt: Es gibt auch giftige Champignons, die zwar nicht tödlich sind, aber heftige Bauchschmerzen bereiten. Die giftigen Exemplare erkenne man daran, dass sie nach Tinte oder Karbon riechen. Und: Schneidet man die Knolle am Stil durch, ist bei diesen nicht nur die Außenhaut, sondern der ganze Stil leuchtend gelb. Zwar ist die Zahl der tödlich-giftigen Pilzarten bei uns laut Markones an zwei Händen abzuzählen, trotzdem betont er: Wer Pilze sammelt, muss nicht nur diese, sondern auch die Verwechslungsarten kennen. Ansonsten gelte es, die Finger vom Pilz zu lassen oder einen Pilzberater zu fragen.


Zudem gibt es in Unterfranken jede Menge unbekanntere Pilze: Etwa den Tintenfischpilz, der tatsächlich wie ein Krake aussieht, schrecklich stinkt, eigentlich aus Australien stammt und wohl über Sporen am Schuh von einem Schiffspassagier vor etwa 90 Jahren nach Deutschland importiert wurde.  Ochsenzungen haben tatsächlich eine fleischige Struktur und fleischigen Geschmack, Eselsohren sehen aus wie`s der Name vermuten lässt. Auch bei so genannten Korallen – hier gibt es rund 80 verschiedene Arten von der grünen Koralle bis zur Bärentatze - vermutet der Laie nicht, dass es sich um Pilze handelt. So unterschiedlich wie das Aussehen kann auch der Geruch sein – von Rettich bis Kokos, weiß Markones. Andere Pilze wachsen auf Pilzen, zum Beispiel Zwitterlinge auf Schwarztäublingen.


Was aber fasziniert den Mediziner derart an der Welt der Pilze? „Es tut mir einfach gut, in den Wald zu gehen und mich dort von der Arbeit zu erholen“, sagt der 63-Jährige. Hinzu komme der „Kitzel, etwas Schönes zu finden“ – für den Kochtopf, oder besser noch, eine seltene Art.

Der Artikel  ist unter anderem  im  Main-Echo erschienen.

Gut geeignet für den Kochtopf: Steinpilze, Pfifferlinge und Trompetenpfifferlinge.


Alle Fotos: Michaela Schneider


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Infokasten: Ausstellung der Pilzfreunde Mainfranken, Pilzberater, Pilznotruf


Pilzausstellung: Die Pilzausstellung findet am 18. und 19. Oktober jeweils von 10 bis 16 Uhr im Botanischen Garten in Würzburg statt. Die Pilzfreunde Mainfranken zeigen eine große Vielfalt an essbaren, aber auch giftigen Pilzarten aus der Region. Pilzkenner stehen das Wochenende über für Informationen und Pilzberatungen zur Verfügung. Es wird ein Pilzgericht zum Essen geben, auch stellen die Pilzfreunde wieder ein Kinderprogramm auf die Beine und bieten spezielle Kinderführungen durch die Ausstellung an.


Pilzberater: Eine Liste mit Pilzsachverständigen findet sich auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Die Experten helfen weiter, wenn Schwammerlsucher Fragen zu ihren Pilzfunden haben: http://www.dgfm-ev.de/


Pilznotruf: Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte man sofort den Gift-Notruf kontaktieren. Für Nordbayern zuständig ist die Toxikologische Intensivstation im Städtischen Klinikum Nürnberg, Telefon: (0911) 398 – 2451.