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Zwei Schöpfungsmeistergenies und die Mathematik
Paula Fünfecks Kinderstück „Para Dox, der Zahlenzücker“ für Kinder
ab sieben Jahren ist in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters Würzburg zu sehen


Von Michaela Schneider

Würzburg Goldener Schnitt und Symmetrie, Dezimalsystem und Verhältnismäßigkeit, Magnetismus und Unendlichkeit: Klingt nach anstrengender Mathematik und grauer Theorie. Mag man meinen. Wie viel Magie jedoch in der Welt der Zahlen stecken kann, erfahren nicht nur kleine Besucher ab sieben Jahren in den Kammerspielen des Mainfranken Theaters Würzburg. Paula Fünfecks Kinderstück „Para Dox, der Zahlenzücker“ unter der Regie von Antonio Lallo nahm bei der Premiere am Abend auch die erwachsenen Besucher mit auf eine fantastische und spaßige Reise in die Welt der „Matte mal Trick“, pardon, Mathematik.

Gar nicht so einfach, wenn zwei Schöpfungsmeistergenies aufeinandertreffen und eine Welt erschaffen wollen! Denn Poudèl (Marianne Kittel) ist chaotisch und kreativ, liebt das Runde, Fantasievolle und Ungerade. Twart (Georg Zeies) dagegen fordert: „Alles muss seine Ordnung haben, weil sonst fängt das Chaos an!“ Er braucht Symmetrie, hasst das Krumme, Schiefe, Einmalige. Da knallt plötzlich Piter Para von Dox (Claudia Kraus) in die Welt der beiden Schöpfungsmeistergenies – und zwar direkt aus dem Paradies. Pardon, aus der Welt der Mathematik. Er zeigt den beiden, wie sie gemeinsam eine tolle, wunderbar harmonische Welt konstruieren können aus Rundem und Eckigem, Ungeradem und Geradem. Herrlich einfach, auch wenn Poudèl und Twart das Zählen noch ein bisschen üben müssen: „Heinz“ und „Schwei“ ergeben „Brei“ – so einfach lässt sich eine Welt nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts erschaffen.


Zunächst sind es die vielen kleinen, liebenswerten Ideen, die „Para Dox, der Zahlenzücker“ zu einem magischen Erlebnis machen: tanzende Hände und pantomimische Szenen, putzige Lieder und zauberhafte Projektionen mit funkelnden Sternen, schwirrenden Kometen, Leonardo da Vincis „Mensch“ oder hüpfenden Kängurus. Als nächstes macht Paula Fünfecks Sprache das Kinderstück zum Erlebnis für Klein und Groß. „Du bist wie eine Blaskapelle für mein Gemüt“, schleudert Dwart Poudèl entgegen. Und: „Sie sind mir missglückt, da darf ich sie ja wohl wegradieren!“ Auf herrlich spaßige Streitszenen folgen philosophisch-poetische Liebeserklärungen an die Mathematik.  


Schließlich und vor allem aber gibt das dreiköpfige Bühnenensemble dem einstündigen Kammerspielstück seinen überdrehten, liebenswerten Charakter. Mit weit aufgerissenen Augen blickt Marianne Kittel als Poudél ins Publikum, schielt, zittert, weint herzzerreißend und strahlt dann wieder voller kindlicher Freude. Georg Zeies als Twart dagegen will Ordnung, bewegt sich herrlich steif und schafft`s beim Tanzen, nur mit den Knien zu wippen und Armen zu baumeln. Kaum besser besetzt sein könnte vor allem die Rolle des Piter Para von Dox mit der kleinen, quirligen Claudia Kraus – mal cool und selbstbewusst verfällt sie in italienischen Akzent, dann wieder flippt sie schier aus ob der Begriffsstutzigkeit der beiden Schöpfungmeistergenies.      

Elvira Ulmens Bühnenbild besteht aus einfachen weißen Wänden, mehr braucht es zunächst nicht, die Welt muss schließlich erst einmal erschaffen werden. Und so lebt die Optik in dem Kinderstück vor allem von Antonio Lallos zauberhaften Videoeinspielungen, die Mathematik schlicht und schön greif- und begreifbar machen.


Para Dox, der Zahlenzücker strengt pädagogisch nicht an. Und trotzdem dürfte das Stück in den Würzburger Kammerspielen eine ganz wichtige pädagogische Aufgabe erfüllen: Es weckt Freude an Zahlen und Mathematik, nimmt spielerisch die Angst vor grauer Theorie. Sehr schön in dem Zusammenhang auch die Idee zur Kooperation zwischen Mainfranken Theater und dem Museum im Kulturspeicher: Familien mit Kindern und Kindergruppen können zum Beispiel am 20. Juli um 16 Uhr mit einem Kombiticket zuerst den Kulturspeicher erkunden und Mathematik in der Kunst entdecken, um dann gut vorbereitet im Anschluss die Vorstellung „Para Dox, der Zahlenzücker“ im Mainfranken Theater besuchen.   


Dauer: 60 Minuten; nächste Vorstellungen 24./25. Juli jeweils um 10 Uhr und 12./20. Juli jeweils um 18 Uhr. Das Stück wird in der Spielzeit 2014/15 wieder ins Programm aufgenommen.

Der Artikel  wurde unter anderem im Main-Echo veröffentlicht.

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