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Schädelbild im Würzburger Weinberg
Sonderausstellung „ZeitBrüche“ im Museum am Dom zeigt Werke des
Berliner Künstlers Winfried Muthesius – Einige Arbeiten eigens für Würzburg entstanden


Von Michaela Schneider

Würzburg Ein Schädel blickt im Untergeschoß des Museums am Dom in Würzburg von einem Sockel. Um die 800 Jahre dürfte er alt sein, entstammt dem Fundament der gotischem St. Petri Kirche in Köln. Für Winfried Muthesius diente er einst als Vorlage für den Zyklus „Schädelbilder“. Es geht um Tod und Ewigkeit, um Veränderung und Verwandlung. Der Berliner Künstler spricht in dem Zusammenhang von „ZeitBrüchen“, verweigert Kontinuitäten. Schlicht „ZeitBrüche. Winfried Muthesius“ ist deshalb auch die neue Sonderausstellung im Museum am Dom in Würzburg betitelt. Zu sehen ist sie bis einschließlich 11. Januar 2015. Neben den Schädelbildern sind im Zwischengeschoß zudem Arbeiten in ungewöhnlicher Technik gehängt. „pittura oscura“ bezeichnet der Künstler seine spezielle Art, Fotografien zu übermalen.


Doch zunächst ein Blick auf die Schädelbilder, die einst eigentlich für eine Ausstellung in St. Petri zu Lübeck entstanden. In Schwarz und Weiß gehalten entfalten die großflächigen Arbeiten im Museum nun eine ganz eigene Wirkung. Steigt der Besucher ins fensterlose Untergeschoß und findet sich im grauen, hohen Raum umringt von Schädeln, bleiben Assoziationen an eine Krypta nicht aus. Und das, obwohl es Zeit braucht, die Ölarbeiten auf Holz zu verstehen. Denn auf den ersten Blick erinnert wenig an die Vorlage. Auf den zweiten Blick meint man höchstens in Ansätzen die Augen,  die Form, die Masse des Schädels zu erkennen. Und trotzdem sagt Muthesius selbst: „Ich arbeite realistisch, empfinde mich selbst nicht als abstrakten Maler.“ Und so gingen den Schädelbildern Zeichnungen voraus, die der Künstler dann in den Ölarbeiten reduzierte.


Dass die Schädelbilder nun in einer eigenen Sonderausstellung zu sehen sind, kommt nicht von ungefähr: Im Vorjahr hatte Winfried Muthesius dem Museum am Dom 37 seiner Werke gestiftet. Und auch, wenn der Name des Künstlers manchem Besucher kein Begriff sein mag: Sein Werk kennt unweigerlich, wer das Museum kennt. Prominent platziert begrüßt am Treppenaufgang zur Dauerausstellung Muthesius‘ großflächige Arbeit „Kreuz“  seit dem Jahr 1996 jeden Eintretenden. Geschaffen hatte er es einst für einen Kohlekeller der Hackeschen Höfe in Berlin.


Das Spiel mit der Aura von Orten ist dabei ein wesentlicher Charakterzug, der Muthesius` Arbeiten kennzeichnet. Vor allem wird dies bei den Bildern im Zwischengeschoß deutlich. Anders als die Schädelbilder, sind die Werke mit Titeln wie „Dionysos“, „Sturzflug“ oder „Gefangen“ farbig und leuchten hinter Glas unter anderem in kräftigem Blau oder Rot. Zwischen Abstrakten Linien und Flächen dann ganz Bildliches: Teile eines antiken Mosaiks, die Würzburger Festung Marienberg oder auch ein Stück alte Mainbrücke.


Was Gemälde und was Fotografie ist, lässt der Künstler bei seiner speziellen Technik „pittura oscura“ ganz bewusst verschwimmen.  Wie die ungewöhnlichen Arbeiten entstehen, erläutert er anhand des eigens für die Sonderausstellung geschaffen Werks „Dionysos“. Dafür transportierte Muthesius eines der „Schädelbilder“ in die Weinbergslage Würzburger Schlossberg unterhalb der Festung Marienberg und fotografiert es. Das entwickelte Bild vergrößerte er, übermalte es und reproduzierte es per Scan erneut aufs Format 164 mal 124 Zentimeter.  „Winfried Muthesius lässt sich auf Würzburg ein und lässt sogar Werke hier entstehen“, verweist Dr. Jürgen Lenssen, Domkapitular und Leiter der Museen der Diözese Würzburg, auf den besonderen Reiz, der von der Ausstellung aufs heimische Publikum ausgehen dürfte.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Dr. Jürgen Lenssen, Domkapitular und Leiter der Museen der Diözese Würzburg, der Künstler Winfried Muthesius und der rund 800 Jahre alte Schädel aus dem Fundament St. Petri.

Alle Fotos: Michaela Schneider


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Infokasten: Die Ausstellung „ZeitBrüche. Winfried Muthesius“


Die Sonderausstellung „ZeitBrüche. Winfried Muthesius“ im Museum am Dom in Würzburg ist bis einschließlich 11. Januar 2015 zu sehen. Das Museum ist in dieser Zeit Dienstag bis Sonntag sowie Feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Geschlossen ist es an Heiligabend, am ersten Weihnachtsfeiertag, an Silvester und an Neujahr.  Sonderführungen durch die Ausstellung finden unter anderem an folgenden Terminen statt: Sonntag, 9. November, 15 Uhr; Mittwoch 12. November, 14 Uhr (Seniorenführung); Sonntag, 16. November, 10.30 Uhr (Sonntagsdialog mit Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen), Sonntag, 23. November, 15 Uhr; Sonntag, 7. Dezember, 15 Uhr.  Zur Ausstellung ist ein 95-seitiger Katalog erschienen, der nicht nur die Werke zeigt, sondern auch deren Entstehungsprozess dokumentiert.