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Auch Mozart hatte Groupies

Institut für Fankultur will seine Forschungsarbeit noch internationaler
ausrichten und in Zukunft zum Beispiel auch den Musikfan unter die wissenschaftliche Lupe nehmen


Von Michaela Schneider

Würzburg In den 60er Jahren sorgten die Beatles bei Girlies und Groupies reihenweise für Ohnmachtsanfälle. Als sich die Boyband „Take That“ in den 90er Jahren trennte, zweifelte manche Anhängerin, ob sie ohne die smarten Jungs überhaupt weiterleben könne. Und heute sind es vor allem Castingshows, die Massen an jugendlichen Fans begeistern. Das Phänomen der Fankultur ist nicht neu – selbst ein Wolfgang Amadeus Mozart versammelte eine Fangemeinde hinter sich. Umso erstaunlicher, dass das Phänomen der musikalischen Fankulturen in seiner Gesamtheit in der Wissenschaft bis dato eher Randaspekt war. Das soll sich nun ändern: Das Institut für Fankultur, unter anderem mit Sitz in Würzburg,  will künftig –neben der Fußball-Fankultur – auch die Musikfanforschung in den Blick nehmen.


Das interdisziplinäre Institut für Fankultur gegründet hatte Anfang 2012 Professor Harald Lange, Inhaber des Lehrstuhls für Sportwissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität, zusammen mit dem Politikwissenschaftler Martin Thein und dem Kriminologen Jannis Linkelmann. Die große Gemeinsamkeit: Alle drei sind  große Fußballfans und wollten den Fan – vorrangig im Fußball – unter die Lupe nehmen. Seither sind etliche Untersuchungen auf den Weg gebracht, Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen bringen sich in die Arbeit ein, regelmäßig finden große, öffentliche Kolloquien statt. Gelehrt wird nicht, die Einrichtung dient ausschließlich Forschungszwecken. „Fans sind letztlich ein Mikrokosmos, über den man die Gesellschaft an sich verstehen kann“, sagt Lange. Warum sich hierzulande gerade um den Fußball eine derartige Fankultur entwickelte, mag zahlreiche Gründe haben, vor allem einer leuchtet schnell ein: „Fußball versteht jeder – und zwar sofort“, so der Sportwissenschaftler.


Im Auftrag des Bundesministeriums für Sicherheit und Forschung nimmt das Institut bis Oktober 2016 den „Fandialog“ unter die Lupe, ein Jurist setzt sich aktuell mit dem Thema „Public Viewing“ auseinander, Doktoranden untersuchen die Begriff der „Atmosphäre“, der „Identifikation“ oder auch die Zusammenhänge zwischen Sport und Politik. Das Team des Instituts betreut deutschlandweit Examens-, Diplom- und Magisterarbeiten. Ende Mai soll ein Sammelband zu Wissensgrundlagen der Fankultur in der Forschung erscheinen, Herausgeber ist Harald Lange selbst.


Größter Coup des Instituts laut dem Sportwissenschaftler bisher: Ins Boot geholt werden konnte auch der international tätige Journalist James M. Dorsey, der bereits zweimal für den Pulitzerpreis nominiert war. Aus der Kooperation entwickelten sich zahlreiche internationale Kontakte, daraus entstand die Idee, die Fanforschung international auszurichten und – neben dem Fußball – den Blick auch auf andere Fankulturen zu richten.


Ob Sport, Musik, Telenovelas, Theater oder Kunst: Fankulturen gibt es überall, allerdings unterscheiden sie sich laut Lange gravierend. Das veranschaulicht er am Beispiel von Fußball- und Musikfans. Beide Fans empfinden absolute Leidenschaft für den Sänger, bzw. die Band auf der einen, den Fußballverein auf der anderen Seite. Sie identifizieren sich komplett – reisen den Idolen hinterher, machen sie zum zentralen Gesprächsthema im Freundeskreis, kaufen Merchandising-Artikel, hängen Poster auf oder kleben Sticker aufs Auto.  Ein zentraler Unterschied aber ist: Während es im Fußball absolut verpönt ist, den Verein zu wechseln, ist dies in der Musik durchaus üblich. Lange spricht vom „Multi-Tasking-Fan“.


„Bisher gibt es weltweit kein Institut für Musikfanforschung“, sagt Lange. „Wir hoffen nun darauf, diese Nische zu besetzen und wie im Fußball internationales Zentrum zu werden.“ Spannend dürfte dies auch mit Blick darauf sein, dass die Geschichte der Fankulturen im Fußball erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begann, die Geschichte der Musikfans indes eine viel ältere ist. „Mozart war in seiner Zeit ein internationaler Popstar – und das ganz ohne Internet“, sagt Lange.





Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.



Foto: Michaela Schneider

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