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Neue Therapien für MS-Patienten?

Medizinerin informiert beim Patientenforum über neue Medikamente und ihre Nebenwirkungen


Von Michaela Schneider

Würzburg Als „Krankheit der 1000 Gesichter“ wird sie gern betitelt: die Multiple Sklerose (MS). Oft haben die Patienten seit Jahren Schmerzen. Sehstörungen, unerklärliche Müdigkeit, Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen, Gedächtnisstörungen und Stimmungsschwankungen sind nur einige Symptome der chronischen Erkrankung des Nervensystems. Heilbar ist sie nicht, die Patienten müssen ein Leben lang mit der niederschmetternden Diagnose leben. Doch wurden nun zwei neue Medikamente zugelassen, ein weiteres Präparat könnte in den Startlöchern stehen.  Darüber informierte die Neurologische Universitätsklinik Würzburg zusammen mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Unterfranken beim 3. Würzburger Patientenforum Multiple Sklerose.


Zunächst ein Blick auf die Krankheit selbst. Die eigentliche Ursache ist bis heute nicht geklärt. In Gehirn und Rückenmark entstehen während unregelmäßiger Schübe verstreut auftretende Entzündungsherde, körperlichen Störungen und Ausfälle ganz unterschiedlicher Art sind die Folge. Auch können sich die Symptome im Verlauf der Krankheit verändern. Erste Schübe erfolgen in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Während sie sich zu Beginn der Erkrankung meist noch völlig zurückbilden, können in späteren Jahren vermehrt neurologische Defizite zurückbleiben.

Über die neuen Medikamente auf dem Markt informierte beim Patientenforum nun Dr. Isabel Brecht von der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg. „Teriflunomid“ ist demnach seit August in Europa zugelassen und seit 1. Oktober in den Apotheken erhältlich. In den USA ist der Wirkstoff bereits seit Herbst 2012 auf dem Markt. Studien haben gezeigt, dass die Schubrate um rund 31 Prozent jährlich sinkt, damit ist die Schubratenreduktion laut Brecht nicht signifikant anders als bei dem seit vielen Jahren in der Schubtherapie eingesetzten Interferon. Allerdings wird Interferon gespritzt, Teriflunomid indes als Tablette eingenommen. „Dadurch ist die Abbruchrate bei den Patienten geringer“, sagt Brecht. Trotzdem betont die Medizinerin: Spritzenmüdigkeit allein sei kein Umstellungsgrund und verweist auf eine entsprechende Stellungnahme des Ärztlichen Beirates der DMSG. Dessen Vorsitzender Professor Dr. Reinhard Hohlfeld betont hier auch: Die Risiken eines unkontrollierten Behandlungsabbruchs und die damit einhergehende Gefahr, durch einen neuen Schub bleibende Schäden davonzutragen, sprächen gegen die eigenmächtige Umstellung auf ein oral einzunehmendes Präparat.


Chancen nutzen und Risiken minimieren lautet entsprechend die Empfehlung von Medizinerin Brecht: Für das neue Präparat „Teriflunomid spreche unter anderem die bequemere Anwendung und die Tatsache, dass im Vergleich zum injizierten Interferon keine Nebenwirkungen an Injektionsstellen aufträten. Allerdings fehle es bis dato unter anderem an Langzeiterfahrung. Hinzu kommt: Der Therapieüberwachungsaufwand ist hoch, während der gesamten Therapie müssen der Blutdruck regelmäßig und die Leberwerte ein halbe Jahr lang alle zwei Wochen, später dann alle zwei Monate, geprüft werden. Ein Differenzialblutbild während der Therapie wird nur bei klinischem Verdacht erstellt. Auf keinen Fall dürfen Patientinnen schwanger werden, solange sie Teriflunomid einnehmen.


Ebenfalls seit September in Europa zugelassen ist der Wirkstoff Alemtuzumab. Seit Oktober ist er unter dem Handelsnamen Lemtrada@ in Apotheken erhältlich. In zwei Behandlungsphasen erhalten die Patienten Infusionen, dazwischen liegt ein Jahr Pause. Erkrankte setzten vor allem Hoffnungen in das neue Präparat, weil es die jährliche Schubrate um rund 49 Prozent senkt. Expertin Dr. Isabel Brecht spricht von einer „deutlich stärkeren Reduktion als unter den Basistherapeutika“. Hinzu kommt: Bei 32 Prozent der Patienten sei eine „Freiheit von Krankheitsaktivität“ beobachtet worden. Die Neurologin warnt jedoch vor zu großer Euphorie: „Lemtrada wurde angepriesen als das Wundermedikament. Aber bei zwei Dritteln der Patienten tritt nun mal keine Freiheit von Krankheitsaktivität ein.“ Hinzu kommt ein hohes Risiko an Nebenwirkungen inklusive Autoimmunerkrankungen unter anderem der Schilddrüse, Nieren oder Lunge, die selten sogar lebensbedrohlich sein können. Entsprechend wurde das Medikament nicht als Basistherapie zugelassen, sondern für erwachsene Patienten mit schubförmiger MS und aktivem Erkrankungsverlauf. „Es braucht mehr als einen neuen Entzündungsherd“, verdeutlicht Medizinerin Brecht. Empfohlen werde Lemtrada@ nur bei sehr hoher Krankheitsaktivität, die Therapie selbst ist allein in spezialisierten MS-Zentren möglich.


Und ein dritter Wirkstoff ist derzeit im Gespräch, bereits im  März hat die Europäische Arzneimittelbehörde eine Zulassungsempfehlung für Fumarat ausgesprochen. Trotzdem ist laut Brecht derzeit unklar, ob das Präparat überhaupt auf den Markt kommen wird. Das Problem: Patentrechtliche Fragen sind bis dato ungeklärt. Wie die Expertin erläutert, wird ein ähnliches Präparat schon seit 20 Jahren zur Behandlung von Schuppenflechte eingesetzt. Eingenommen werden müsste Fumarat zweimal täglich in Kapselform. Die jährliche Schubrate kann Studien zufolge um rund 50 Prozent gesenkt werden. „Während der Therapie wäre eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes notwendig. Die Wirksamkeit von Fumarat ist etwas stärker als bei Basistherapeutika“, sagt Brecht.

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Der Artikel ist im  Magazin „Gesundheit“ erschienen.

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Unterfranken


Seit mehr als 50 Jahren konzentriert sich die DMSG inzwischen auf die Beratung und Unterstützung von MS-Betroffenen und ihren Angehörigen. Zum Angebot zählen Seminare, Freizeiten und Vorträge wie beim dritten Patentenforum in Würzburg. Auch organisiert die DMSG Neuerkranktengruppen sowie Selbsthilfe- und Kontaktgruppen, unter anderem in Aschaffenburg und Würzburg. Sie informiert in Einzelgesprächen über die Erkrankung, hilft bei sozialrechtlichen Fragen, berät bei der Finanzierung von Wohnraumanpassung und vermittelt in Notfällen finanzielle Hilfen. Terminvereinbarungen sind möglich unter Telefon 0931/407485 oder per Email unter unterfranken@dmsg-bayern.de. Onlineberatung unter www.dmsg-bayern.de/onlineberatung