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Höfische Musik erwacht zum Leben
Mozartfest
Die „Fürstlich Löwensteinsche Hofmusik“ spielt in
Würzburgs Neubaukirche neben Mozart Werke unterfränkischer Komponisten

 

Von Michaela Schneider

Würzburg Das Hoforchester spielt auf, elegante Herren bitten Damen in prachtvollen Kostümen am Fürstenhof zum Tanz. Diese Bild erschien bei der Mozartfest-Matinee in der Neubaukirche bestimmt vor den Augen des ein oder anderen Konzertbesuchers. Die „Fürstlich Löwensteinsche Hofmusik“ unter dem Dirigat des gebürtigen Würzburgers Hans-Peter Vogel spielte zwar nicht zum Tanz auf, das Publikum lauschte Mozartklängen wie auch Kompositionen regionaler Künstler still aus den bestuhlten Reihen heraus. Doch fügte sich das Konzert mit Klängen aus einer Zeit, die den Übergang der Klassik in die Romantik markiert, hervorragend ins Festmotto „Herr Mozart tanzt“ ein.

 

Die „Fürstlich Löwensteinische Hofmusik“  hat es sich zur Aufgabe gemacht, (fast) vergessene Werke süddeutscher Komponisten neu zu entdecken und möglichst originalgetreu wieder zum Leben zu erwecken. In Würzburg bedeutet dies, dass neben Mozart das „Concertante Sextett“ in F-Dur von Friedrich Witt (1770 - 1836) auf dem Programm steht, der von 1802 bis 1818 das Würzburger Musikleben als Hofkapellmeister prägte; dass Variationen von Johann Nepomuk Hummel (1776 – 1837) über ein Thema des hiesigen Komponisten und Instrumentenbauers Georg Joseph Vogler (1749 – 1814) erklingen; und dass Johann Friedrich Anton Fleischmanns (1766 – 1798) B-Dur-Sinfonie ertönt. Man nimmt an, dass Fleischmann in Marktheidenfeld geboren wurde, Fakt ist, dass er in Würzburg studierte ehe er nach Meiningen ging.

 

Dass die „Fürstlich-Löwensteinische Hofmusik“ als Bläserensemble auftritt, kommt anbei nicht von ungefähr: Harmoniemusik erlebte in der Tat an den Fürstenhöfen des ausgehenden 18. Jahrhunderts eine Blütezeit. Bläserensembles begleiteten die Feierlichkeiten der Aristokratie. Es war – wenn auch mancherorts verpönt - zu jener Zeit durchaus üblich, Opern, Sinfonien und Konzerte für Bläserensembles umzuarrangieren.

Ein Beispiel dafür: Mozarts letzte Oper „La clemenza di Tito“ in der Fassung von Fagottist Johann Chr. Stumpf (1740 – 1801), deren Ouvertüre „Marcia“ die Matinee in der Neubaukirche eröffnet – ein lebensfroh gespielter Auftakt, der aber auch die Schwierigkeiten des Sakralbaus im Vergleich zum Konzertsaal vor Augen führt: In den schnellen Läufen verschwimmt der Klang – trotz exakten Spiels. In den imposant-getragenen Passagen indes wirkt der Nachhall umso schöner.  

 

Friedrich Witts viersätziges Concertantes Sextett in F-Dur  folgt - und gerade das Andante Maestoso rührt an, schön getragen gespielt, mit lieblich-romantischem Charakter. Vor der Pause dann der Höhepunkt bis dato: Johann Nepomuk Hummels Variationen op. 6 über ein Thema von Georg Joseph Vogler für neun Bläser. Nach dem kecken, frechen Spiel ertönen anschließend aus dem Publikum die ersten Bravorufe.  Dass Johann Friedrich Anton Fleischmann sich das Komponieren autodidaktisch erarbeitete, mag man mit Blick – oder besser Ohr – auf seine Sinfonie B-Dur für neun Bläser kaum glauben. In Würzburg besonders ansprechend intoniert: die singende Querflötenstimme, gerade im Finale.

Zum Schluss erklingt dann ein Werk, das beim Mozartfest wohl so oft zu hören ist, wie kaum ein anderes: Mozarts „Pariser Sinfonie“ KV 297. In der Bearbeitung für Harmoniemusik von C. A. Goefert klingt sie auf der einen Seite erfrischend anders. Und das Werk, das doch eigentlich so typisch ist für seine schnellen Streicherläufe, dürfte eine echte Herausforderung vor ein Bläserensemble bilden. Auf der anderen Seite zugegeben: Ein bisschen vermisst man, gerade im abschließenden Allegro, das Volumen des vollen Orchesters dann doch. Trotzdem: Die Version der „Fürstlich Löwensteinischen Hofmusik“ klingt – klar akzentuiert – toll.

 

Viel Applaus am Ende für ein Ensemble das große Anstrengung und Leistung vollbringt, um das musikalische Erbe Süddeutschlands zu wahren und würdigen.  Bei seinem Würzburg-Aufenthalt habe Mozart nur einen Kaffee zu sich genommen und damit sozusagen den Coffee-to-Go erfunden. Hätte er etwas Anständiges wie einen Silvaner getrunken, hätte ein weiteres Werk von ihm vielleicht anders geheißen, so die Ankündigung zur Zugabe: Die Musiker verabschieden sich mit der Champagner-Arie aus „Don Giovanni“.

Der Artikel ist im Main-Echo erschienen.