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Wirtschaft braucht Mobilität, aber nachhaltig
Würzburg und Mainfranken beteiligen sich als Modellregion am Förderprogramm „Mobil.Pro.Fit“
– Unternehmen können sich jetzt für die zweite Runde im Herbst bewerben – Erste Erfahrungsberichte


Von Michaela Schneider
Unterfranken
Wirtschaft braucht Mobilität. Doch hat diese mit einem wachsenden Ressourcenverbrauch, CO2 –Ausstößen, Feinstaubbelastung, Staus und Unfällen gleichzeitig ihre Schattenseiten. Hier setzt das bundeweite Förderprogramm „Mobil.Pro.Fit“ für betriebliches Mobilitätsmanagement an: Gemeinsam mit Kommunen erarbeitet der „Bundesweite Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management“, kurz B.A.U.M e.V., unternehmensspezifische Mobilitätskonzepte für interessierte Firmen. Zu den insgesamt elf Modellregionen in Deutschland gehört Würzburg mit ganz Mainfranken. Im Herbst geht das Projekt in die zweite Runde, Firmen können sich jetzt bewerben. In der ersten Phase beteiligten sich unter anderem die Stadtreiniger Würzburg und der Bioverlag aus Aschaffenburg.  


Letzterer macht sich seit inzwischen 35 Jahren für ein nachhaltiges Leben und ökologisches Handeln stark - sowohl mit seinen Produkten als auch firmenintern. In der Produktion achtet das Verlagsteam darauf, Ressourcen zu sparen. Ist ein CO2-Ausstoß unvermeidbar,  werden klimafreundliche Projekte wie zum Beispiel Windkraftanlagen unterstützt. Im Rahmen von „Mobil.Pro.Fit“ nimmt der Verlag nun die Anfahrt der Mitarbeiter unter die Lupe. Er will Anreize für Mitarbeiter schaffen, vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften umzusteigen. „Wir erhalten viele kleine Impulse“,  sagt Marion Morgner, Klimaschutzbeauftragte des Unternehmens. So finden Mitarbeiter nun gleich auf der Internet-Startseite Fahrpläne des ÖPNV, der Fahrradunterstand wurde erweitert und eine Wohn-Standort-Analyse hat aufgezeigt, wo in der Region die Mitarbeiter leben. Und Morgner hat viele weitere Ideen: zum Beispiel eine Mitfahr-App, gerne ausgeweitet auf umliegende Unternehmen, ein Spritspartraining mit Tipps für die Fahrpraxis oder ein Welcome-Package für neue Kollegen mit einer Fahrradkarte, einem Reifenflickset und individuellen ÖPNV-Fahrplänen.


Für den Bioverlag stehen als Motiv für die Teilnahme an „Mobil.Pro.Fit“ die Überzeugung und das Firmenleitbild im Vordergrund,. Dieter Brübach, Vorstandsmitglied   bei B.A.U.M e.V.,  nennt jedoch eine ganze Liste an möglichen Motiven – von steigenden Energiekosten für Mobilität über Stellplatzprobleme, das Firmenimage bis hin zur Gesundheitsvorsorge und Mitarbeitermotivation. Stellschrauben für eine nachhaltige Unternehmensmobilität gibt es viele. Nur einige Beispiele:  Ein Fuhrpark kann mit Elektroautos, Fahrrädern oder Pedelecs bestückt werden. Firmenräder, attraktive Fahrradabstellanlagen, Aktionstage zum Radeln oder ein Reparaturservice motivieren zur Anfahrt mit dem Drahtesel. Unternehmen können finanzielle Anreize für die eigene PKW-Nutzung minimieren oder Bahncards bereitstellen.


Wie aber sieht Mobil.Pro.Fit. in der Praxis aus? Gefördert wird das Programm vom Umweltministerium, dadurch bewegen sich die Teilnahmekosten für Firmen in einem überschaubaren Rahmen, je nach Unternehmensgröße zwischen 2000 und 5000 Euro. Über einen Zeitraum von acht bis neun Monaten besuchen Mitarbeiter vier verschiedene Workshops – unter anderem zu Themen wie der Mitarbeitermobilität oder dem Fuhrpark. Gleichzeitig wird vor Ort beraten und ein maßgeschneidertes Mobilitätsprogramm für die Firma entwickelt. Zentrale Grundlagen sind dabei laut der B.A.U.M.-Ansprechpartnerin vor Ort, Tina Heinemann, eine Datenerhebung  und die Bedürfnisse der Mitarbeiter. Zum Abschluss steht ein Erfolgscheck an. Wer diesen besteht, darf sich künftig mit dem Zertifikat „Mobil.Pro.Fit“-Betrieb schmücken.


Ganz so weit sind die Stadtreiniger Würzburg noch nicht. Derzeit werden laut Frank Stumpf, dem Umweltmanagementbeauftragten des kommunalen Unternehmens, eine Wohnstandortanalyse und eine Mitarbeiterbefragung vorgenommen. Heraus kam bereits, dass viele Mitarbeiter schlichtweg aus Bequemlichkeit mit dem Auto zur Arbeit fahren. So kommen fast 40 Prozent aus einem Umkreis von nicht mehr als fünf Kilometer – und trotzdem fährt die Hälfte mit dem Auto, aber nicht einmal ein Viertel mit dem Fahrrad. Eine Erkenntnis für Stumpf ist auch: Es braucht vielmehr Information über Mobilitätsalternativen. „Über Carsharing zum Beispiel wissen die wenigsten Bescheid“, sagt er. Keine Frage, auch die Stadtreiniger stehen schon jetzt als gutes Beispiel da für nachhaltige Mobilität: Es gibt zum Beispiel ein Elektrofahrzeug für die Innenstadtreinigung, zwei Dienst-Pedelecs, einen nagelneuen überdachten Fahrzeugabstellplatz inklusive Schließfächern. „Mobil.Pro.Fit“  liefert laut Stumpf trotzdem viele Denkanstöße – etwa in Sachen Mitfahr-App, Spritsparwettbewerb oder klare Dienstreiseregelung.  


Detaillierte Informationen zur Teilnahme am Förderprogramm „Mobil.Pro.Fit“ im Internet: www.mobilprofit.de/Modellregion_Stadt_Wuerzburg

Nachhaltig mobil: Frank Stumpf, Umweltmanagementbeauftragter bei den Stadtreinigern Würzburg, und Tina Heinemann vom Förderkreis Umweltschutz Unterfranken e.V. laden das Elektroauto der Stadtreiniger auf.


Foto: Michaela Schneider


Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Infokasten: Über B.A.U.M. e.V.


Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e. V. (B.A.U.M.), wurde Mitte der 80er Jahre in Hamburg als Umweltinitiative der Wirtschaft gegründet. Zu seinen Mitgliedern zählt er heute rund  550 Unternehmen verschiedenster Branchen sowie Institutionen, Verbände und Einzelpersonen. Damit handelt es sich mit B.A.U.M. e.V. um die größte Umweltinitiative der Wirtschaft in Europa.