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Poetisches Märchen auf einer Müllhalde

Kinderstück Das Mainfranken Theater in Würzburg spielt in der
Weihnachtszeit den Astrid-Lindgren-Klassiker“ Mio, mein Mio“


Von Michaela Schneider

Würzburg Herzliches Kinderlachen, große, staunende Augen und auch einmal erschreckte Aufschreie: 70 Minuten lang fiebert das junge Publikum mit dem tapferen Helden bei der Premiere des diesjährigen Weihnachtsmärchens des Mainfranken Theaters in Würzburg mit. Das Theaterteam hat sich diesmal mit Astrid Lindgrens Abenteuer „Mio, mein Mio“ an einen echten Kinderbuchklassiker gewagt. Heraus gekommen ist eine wunderbare Mischung aus der Poesie des Romans auf der einen, und einer zeitgemäß-kindgerechten Bühnenumsetzung  auf der anderen Seite.


Zum Inhalt: Bosse lebt bei fiesen Adoptiveltern und wünscht sich nichts sehnlicher als eine echte Familie. Eines Tages erreicht ihn eine Botschaft aus dem Land der Ferne. Dort wartet sein Vater, der König, seit tausend und abertausend Jahren auf ihn. „Mio, mein Mio“ begrüßt er seinen Sohn. Doch liegt Trauer über dem Königreich, denn der fiese Ritter Kato mit einem Herzen aus Stein hat die Kinder entführt und in Trauervögel verwandelt. „Wenn sie singen, tut es mir so weh“, klagt Mio und bricht auf ins Land außerhalb hinter dem Wald der Dunkelheit, um sein Schicksal zu erfüllen und die Kinder zu retten.


Wer das Buch oder den Film „Mio, mein Mio“ kennt, wird sich begeistert erinnern, mit welcher Aufregung man als Kind die Abenteuer  des mutigen Jungen verfolgte und mit ihm durchlebte. Genau hier dürfte die große Herausforderung bei der Bühnenadaption gelegen haben: Nicht zu spannend, um das junge Publikum ab fünf Jahren nicht zu erschrecken. Aber spannend genug, um der Romanvorlage gerecht zu werden. Regisseur Martin Philipp und Dramaturgin Nele Neitzke glückt die Gratwanderung: Auf Nacht- und Nebelszenen, unheimliche Gestalten wie die schwarzen Späher und das dunkle, verzerrt-hallende Lachen des durch und durch bösen Ritter Kato folgen rasch Gags, Slapstickeinlagen und witzige Pantomimen.


Die kleinen Zuschauer schütten sich zum Beispiel aus vor Lachen, als sich Held Mio mit seinem Kumpel Jum-Jum ein Abendessen aus Eiern, Chips und Parmesan zubereitet. Die großen Theaterbesucher indes schmunzeln mehr noch über die wunderbar respektlosen Sprünge zwischen poetischer Dramatik und saloppen Kommentaren. Ein optisches Highlight: Der große Bühnenendkampf zwischen Gut und Böse in grotesker Zeitlupe zu Beethovens Mondscheinsonate.


Sehr ansprechend zeichnet das Bühnenteam die Märchencharaktere nach: Der herrlich kindlich wirkende Robin Bohn schlüpft in die Rolle des Mio – kaum besser ließe sich die Rolle des mutigen und doch so empfindsamen Helden besetzen. Kai Christian Moritz beweist in gleich vier verschiedenen Rollen – vom verbitterten, an den Berg geketteten Schwertschmid bis zum Trauervogel - wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit. Stefan Maaß lehrt die Kinder unter anderem als Ritter Kato das Fürchten. Besonders niedlich auf der Bühne: Marianne Kittel als Trauervogel, der auch einmal um sein frisch gelegtes Ei kämpft und empört zetert. Nico Ehrenteit als Mios Kumpel Jum-Jum glänzt vor allem auch in den Zeitlupe-Szenen, Petra Hartung macht unter anderem Spaß als skurrile Tante Edea.


Poetik gewinnt das Märchen durch die schöne Idee, die Trauervögel melancholische Melodien und dramatische Passagen auf der Melodika als Untermalung spielen zu lassen, eigens für die Würzburger Inszenierung komponiert von Theatermusiker Franz Tröger.


Sein Übriges leistet das märchenhafte Bühnenbild von Detlev Beaujean: Eine alte Müllhalde mit rostigem VW-Käfer verwandelt sich im Laufe der Inszenierung in den königlichen Rosengarten, einen stürmischen schwarzen See, ein dunkles Verlies oder auch das gruselige Schloss von Ritter Kato. Hinzu kommen liebenswerte, überraschende Ideen – angefangen beim rasch aus Sperrmüll zusammengebastelten edlen Ross Miramis bis hin zu manchem futuristischen Element wie einem UFO-Boten oder dem blickenden Schwert Feuerflamme, das in der Form eher an „Krieg der Sterne“ denn an ein Lindgren-Märchen erinnert.


Kurzum: Mit „Mio, mein Mio“ ist dem Mainfranken Theater ein Weihnachtsmärchen gelungen, das kleine und größere Kinder begeistern dürfte. Und an dem auch die begleitenden Mamas und Papas Ihren Spaß haben.


i 70 Minuten; nächste Vorstellungen:  9.00 Uhr:  26.11./ 27.11./ 06.12./ 09.12./ 10.12./ 11.12./ 12.12./ 17.12./ 18.12./ 19.12.; 11.00 Uhr:  21.11./ 22.11./ 25.11./ 26.11./ 27.11./ 28.11./ 02.12./ 03.12./ 04.12./ 06.12./ 09.12./ 10.12./ 11.12./ 12.12./ 15.12./ 16.12./ 17.12./ 18.12./ 19.12./ 26.12.; 15.00 Uhr:  08.12./ 23.12./ 06.01.; 17.00 Uhr:  22.11./ 08.12./ 21.12.; 19.30 Uhr:  05.12.


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Der Artikel ist im Main-Echo erschienen.