Ich schreibe für Sie!
Guten Tag!. Journalismus. Schwerpunkte. Pressetexte. Fotografie. Schöne Literatur. Veröffentlichungen. Kontakt. Michaela Schneider - Freie Journalistin in Würzburg
Hier finden Sie eine Auswahl
an Verlagen und Agenturen,
für die ich schreibe:

Impressum

Meine AGB

Fränkischer Tag

Franken.Das Magazin für Land und Leute

Presse & Kommunikation Saremba GmbH

KulturGut

Museumsmagazin ZeitenRaum

Tanner Werbung GmbH

Ideeologen - Gesellschaft für neue Ideen

Main-Echo

Heragon Verlag

Augsburger Allgemeine

Fränkische Nachrichten

Journalismus

Pressetexte

Fotografie


Kurzgeschichten

                                          Chroniken


Auf Facebook posten
Auf Twitter posten
Auf Google Lesezeichen posten
Per E-Mail senden

Diplom-Bibliothekar Wilhelm Hörner hat sämtliche bekannten Landesverordnungen der Würzburger Fürstbischöfe gesichtet.Hoch über Würzburg: Die Festung Marienberg mit dem Mainfränkischen Museum.


Foto: Michaela Schneider

„Man muss eine Vision haben“
Museale Zukunft
Dr. Claudia Lichte spricht über Perspektiven und Chancen für das
Mainfränkische Museum – Gespräche hinter verschlossenen Türen laufen – Haus macht weiter seine Hausaufgaben
 


Von Michaela Schneider

Würzburg „Man muss eine Vision haben, nur die bringt uns vorwärts“, sagt Dr. Claudia Lichte. Die Leiterin des Mainfränkischen Museums in Würzburg hatte die Öffentlichkeit jetzt auf die Festung geladen, um über Perspektiven und Chancen für das Mainfränkische Museum im 21. Jahrhundert zu sprechen. Im Fokus: ein zeitgemäßer Umbau des in die Jahre gekommenen Museums. Mit einem großen Festprogramm und beachtlichen 125 Veranstaltungen feiert die betagte Kunstsammlung heuer ihren 100. Geburtstag. Seit 2012 im Gespräch: der Umbau des Hauses zum Leuchtturmobjekt mit der Unterstützung des Freistaates Bayern. Luftschloss oder aber reale Chance? Diese Frage schwebte vor der Kulisse der Schönborn-Grabmäler über der Diskussionsrunde.


Zunächst ein Blick auf die Ereignisse seit 2010: Damals war das Wiener Unternehmen „haas consult“ mit einem externen Museumsgutachten beauftragt worden, um die Stärken und Schwächen, aber auch die Zukunftschancen des Kunsttempels zu beleuchten. Als wesentliche Schwäche kristallisierte sich dabei der Museumsstandort heraus: Unter anderem fehle es an gesondertem Platz für Sonderausstellungen und Servicebereiche, Barrierefreiheit sei nicht umzusetzen, die klimatische Situation sei mit Blick auf die Objekte schwierig, die räumliche Trennung von Fürstenbaumuseum und Mainfränkischem Museum unglücklich. Mit dem Gutachten stand plötzlich die Frage im Raum: Warum nicht umziehen in den inneren Burghof, um dort unter viel günstigeren Voraussetzungen die Museen zu vereinigen und eine Art Museumsquartier zu bilden? „Das hat heftige Diskussionen ausgelöst, zumal das Tagungszentrum gerade frisch saniert war“, erinnert sich Lichte.


Die Idee verschwand in der Schublade - bis zum Juli 2012. Da nämlich erklärte plötzlich Ministerpräsident Horst Seehofer das Mainfränkische Museum zum Leuchtturnobjekt seiner Kulturoffensive. „Auch für uns völlig unverhofft“, sagt die Museumsleiterin. Jetzt ging alles Schlag auf Schlag. Im August 2012 standen 20 Millionen Euro für die Neukonzeptionierung im vagen Raum sowie jährlich zwei Millionen Euro für die „institutionelle Förderung“ des Museums.


Im Frühsommer 2013 trat noch Finanzminister Markus Söder auf den Würzburger Plan, warf den Begriff „Fränkisches Landesmuseum“ in den Ring, sprach von einem dreistelligen Millionenbetrag und einer „großen Lösung“ auf dem Festungsberg. Damit war das Gutachten von 2010 wieder aus der Schublade geholt: Das Museumsquartier war erneut im Gespräch, auch plädierte der Finanzminister für die Verlagerung des Staatsarchivs weg von der Festung, um Platz zu schaffen.


Und wie ist der derzeitige Stand? „Mit der Wahl ist es ruhig geworden“, sagt Dr. Lichte. Zumindest, was öffentliche Äußerungen der Politik angeht. Die Museumsleiterin lässt durchblicken, dass hinter verschlossenen Türen unter anderem Gespräche um die künftige Trägerschaft der Kultureinrichtung laufen. Derzeit nämlich ist das Museum „Kind zweier Eltern“ mit der Stadt Würzburg und der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks als Trägern. Hausherr der Festung indes ist die Bayerische Schlösserverwaltung. Diese begann 2012, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Abschließende Ergebnisse liegen bis dato keine vor. Geld in die Hand nehmen wird der Freistaat in den kommenden Jahren trotzdem, und zwar 9,7 Millionen Euro für grundlegende Sanierungsarbeiten auf dem Marienberg:  Ab 2014 werden unter anderem die Toranlagen des Touristenmagnets instand gesetzt.  


Wo aber sieht nun eigentlich Museumsleiterin Dr. Claudia Lichte die Zukunft des Mainfränkischen Museums? Den Standort Festung hält sie trotz der schwierigen Zugänglichkeit für geeignet: „Das Museum im historischen Ambiente befindet sich am richtigen Ort.“ Doch hofft sie nach wie vor mittelfristig auf die Verwirklichung der „großen Lösung“ und ein Museumsquartier im inneren Burghof. Vorteile sähe sie viele: Angefangen bei umsetzbarer Barrierefreiheit auf  eingeschossiger Fläche über die Chance, Panoramaausblicke auf die Stadt in die Sammlungen miteinzubeziehen bis hin zu Platz für Sonderausstellungen und ganz neue Präsentationsmöglichkeiten.


Lichte schwebt dabei ein dreistufiges Angebot für die Museumsbesucher vor: Leitobjekte und die großen Meisterwerke sollten herausgestellt werden für einen schnellen Museumsrundgang; in Kontexträumen bestünde die Möglichkeit, Inhalte zu vertiefen; Schaudepots schließlich böten Platz für Spezialsammlungen. Inhaltlich setzt Lichte auf den Wandel vom rein kunsthistorischen zum kunst- und kulturhistorischen Museum, das sowohl die kunstgeschichtliche Sammlung präsentiert, als auch die Festungs-, Stadt- und Landesgeschichte beleuchtet.


Wie sie sich dies vorstellt, hatte die Museumsleiterin in der Ausstellung „Ans Werk“ im Jubiläumsjahr auf thematischen Museumsinseln gezeigt, etwa zum Bauernkrieg in Würzburg. Das Konzept kam bei den Besuchern an: Gerechnet hatte das Museumsteam mit rund 350000 Besuchern, unterm Strich zählte die Ausstellung 625000 Gäste. Das scheint Beleg dafür, dass das Museum seine Hausaufgaben macht und sich nicht allein an den Wunsch nach der „großen Lösung“ klammert. „Wir fahren derzeit zweigleisig“, sagt Lichte. Dringende Baumaßnahmen wie etwa der Einbau von Brandschutztüren werden nicht aufgeschoben. Arbeiten wie die Depotorganisation, die Inventarisierung und Restaurierung der Sammlung werden fortgeführt, ebenso zum Beispiel die Weiterentwicklung des museumspädagogischen Angebots. Und ob die große Lösung nun kommt oder nicht: „Es ist schon gut, dass wir überhaupt in den Fokus gerückt sind“, betont die Museumsleiterin.

Ihre Unterstützung:


Hat Ihnen mein Artikel gefallen? Dann würde ich mich freuen, wenn Sie mich mit einem Klick  „flattern“, um mir ein kleines Zeichen der Anerkennung zu schicken. Herzlichen Dank!


Flattr this

Infokasten: Die vorläufigen Museumspläne für 2014

Sonderausstellungen: Vom 28.11.2013 bis zum 9.3. 2014 ist in der Kelterhalle die Sonderausstellung „Winterfreuden – Schlitten im Mainfränkischen Museum“ zu sehen. Vom 8.4. bis zum 4.5.2014 wird sich eine Sonderpräsentation im Rittersaal um das Zisterzienserkloster Heiligenthal drehen. Vom 14. Mai bis Ende Oktober 2014 ist eine Sonderausstellung zur Fayence-Sammlung von Wolf D. Amelung geplant. Ende Juli bis Anfang Oktober will sich das Mainfränkische Museum wieder an der Museumskooperation „Kunst geht fremd“ beteiligen. Der Objekttausch wird unter dem Motto „200 Jahre Franken wird bayerisch“ stehen. Das Thema zur Winterausstellung 2014/2015 ist noch nicht bekannt.


Veranstaltungen: 12. Januar - Neujahrskonzert der Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte: 18. Mai - Lange Nacht der Museen und Galerien;  7. September – Museumsfest, Dezember – Museumsweihnacht.


Tagungen und Veröffentlichungen: Zum 14. Mai Katalog der Fayence-Sammlung Amelung; 10. und 11. Oktober Tagung zum „Bauernkrieg in Franken“ mit der Universität und dem Stadtarchiv Würzburg; Dezember 2014 neuer Führer durch die Riemenschneider-Sammlung.


Der Artikel  ist unter anderem  in den Fränkischen Nachrichten erschienen.