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Blaue Fluten und Meeresklänge
Kindertheater „Die kleine Meerjungfrau“ läuft in den Würzburger Kammerspielen – Eine Uraufführung voller Poetik

 

Von Michaela Schneider

Würzburg Seifenblasen steigen wie Luftperlen im Wasser in die Höhe. Lichter tanzen an der Wand, als würden sich Sonnenstrahlen im Wasser brechen. Dumpfes Unterwasserplätschern und Walgesänge vermischen sich zum Meeresklang. „Es war einmal weit draußen…“ setzt die Stimme des Erzählers ein und zaubert  eine Märchenwelt voller Witz und Poesie  in die Kammerspiele des Würzburger Mainfrankentheaters. Daniela Scheurens Inszenierung „Die kleine Meerjungfrau“ ab fünf Jahren bewegt sich in den Erzählpassagen eng an Hans Christian Andersens historischer Textvorlage. Autorin Mona Becker gelingt es aber, den Märchenklassiker mit zeit- und kindgerechten Dialogen in die heutige Zeit zu transportieren. Die Uraufführung kommt an – bei kleinen und großen Besuchern.

 

Sirene (Anna Sjöström), die jüngste Tochter des Meereskönigs (Kai Christian Moritz),  darf zum ersten Mal auftauchen, um „singende Fische namens Vögel“ und die Welt der Menschen kennenzulernen. Dabei verliebt sich die Meerjungfrau in einen Prinzen (Robin Bohn). Bei einem Sturm stürzt dieser ins Meer, Sirene rettet ihn. Als er die Augen aufschlägt, sieht er jedoch nicht Sirene, sondern eine fremde Prinzessin (Katharina Ries). Um der Liebe willen ist Sirene bereit, ihre Familie zu verlassen,  ihr Meerjungfrauen-Dasein zu opfern und für immer in die Welt der Menschen zu kehren. Als Preis für die Verwandlung verlangt die Meerhexe (Edith Abels) Sirenes wunderschöne Stimme. Auch, wenn der Prinz und Sirene am Ende nicht zueinander finden, erhält Sirene in der Menschenwelt ein ganz besonderes Geschenk.

Dabei gibt Anna Sjöström der kleinen Meerjungfrau einen bezaubernden, frisch-frechen Touch. Das Publikum fühlt von Beginn an mit dem Zauberwesen mit, das sich wünscht, eine andere zu sein; vom Kind zur Erwachsenen wird; den Schmerz unglücklicher Liebe kennenlernt; und am Ende ganz unerwartet doch noch Erfüllung findet.

 

 Es ist alles andere als leicht, Theater zu erschaffen, das sich für Kinder ab fünf Jahren eignet – und auch für eine abendliche Erwachsenenvorstellungen taugen würde. Bei der kleinen Meerjungfrau  aber ist dies der Fall. Vielleicht lachen Klein und Groß nicht immer an den gleichen Stellen. Kinder finden’s spaßig, wenn Sirene von ihrer Schwester unsanft aus dem Schlaf erschreckt wird oder der Prinz über die Bühne rappt. Die Mamas und Papas freuen sich über manchen Sprachwitz, etwa wenn Sirene aufgefordert wird, ihr Zimmer aufzuräumen und den „Müll hoch an den Strand“ zu bringen. Originell auch die Definition: „Liebe ist, wenn man den anderen ganz aufessen möchte wie Quallenkonfekt.“

 

Aber darauf kommt es in dem Bühnenmärchen in erster Linie gar nicht an. Vor allem verzaubert die poetische Unterwasserwelt in den Kammerspielen – und zwar Klein wie Groß.  Bühnenbildnerin Stella Kasparek und Kostümbildner Kristopher Kempf haben hier ganze Arbeit geleistet. Das Bühnenspiel lebt vor allem auch von erstklassigen Licht- und Toneffekten. Das Publikum fühlt sich, als würde es selbst in der rauschend-blauen Meereswelt schweben, um dann ins Sonnenlicht aufzutauchen. Anna Sjöström als Sirene sieht mit wallendem, rotem Haar aus wie Disneys Ariel. Die unheimliche Meerhexe wabert im wallenden Schwarz über die Bühne, ihre herrlich-fiese Polypen an der Leine. Für manchen Lacher sorgt Kai Christian Moritz als südländischer Prinzessinnen-Vater.  Und eine kleine Besucherin ist nach der Vorstellung ganz angetan, „wie hübsch die fremde Prinzessin aussah“.

 

 Kurzum: „Die kleine Meerjungfrau“ ist eine fantasievolle Reise für alle Märchenliebhaber durch blaue Fluten und Korallenwelten. Dabei  dürfen die Reisenden herzhaft lachen, sich im Hexenrevier gruseln und mit Sirene fühlen.  Viel Poesie und gute Unterhaltung – der Theaterbesuch lohnt sich.

 

Dauer: 60 Minuten (ohne Pause); nächste Vorstellungen: 11 Uhr:  06.05./ 13.05.; 13 Uhr:  08.06./ 16.06.; 15 Uhr:  05.05./ 20.05./ 02.06./ 16.06./ 23.06./ 07.07./ 14.07.; 17 Uhr:  12.05./ 20.05./ 02.06./ 23.06./ 07.07./ 14.07.

Der Artikel  ist im Main-Echo erschienen.