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„Messebesucher wollen das Erlebnis“
Mainfranken Messe feiert vom 26. September bis zum 4. Oktober in Würzburg

das 65-jährige Bestehen – Messemacher Heiko Könicke blickt auf die Traditionsveranstaltung früher und heute


Von Michaela Schneider
Würzburg
Wir schreiben das Jahr 1948. Mit der Währungsreform kommt im zerstörten Würzburg das Wirtschaftsleben langsam wieder in Schwung. Zwei Jahre später eröffnet  der damalige Oberbürgermeister Franz Stadelmayer die erste Mainfranken Messe – und baut damit auf einer noch älteren Tradition auf: Bereits nach dem ersten Weltkrieg hatte Würzburg als wirtschaftlicher Mittelpunkt Mainfrankens die Erzeugnisse der Region auf einer kleinen Messe präsentiert. Die neue Mainfranken Messe kam da eine Nummer großer daher. Heute, 65 Jahre später, präsentieren sich im Zweijahres-Turnus 650 Aussteller auf dem Messegelände, mit 100000 Gästen zählt das Großereignis zu den besucherstärksten deutschen Publikumsmessen.  Einer, der diese Entwicklung über Jahrzehnte begleitet hat, ist der 75-jährige Heiko Könicke, einer der Geschäftsführer  des Nürnberger Messeveranstalters AFAG Messen und Ausstellungen GmbH. Seit 1975 betreut das Unternehmen die Traditionsveranstaltung. Könicke selbst bezeichnet sich knapp als „Messemacher“.


Wann hatten Sie das erste Mal mit der Mainfranken Messe zu tun?

Heiko Könicke: Bereits als Schüler. Zwischen 1955 und 1957 lebte ich in Würzburg im Internat. In der Zeit besuchte ich die Messe und machte mir bereits meine Gedanken, wie man Tradition bewahren und Perspektiven und Innovationen aufzeigen kann. Damals ging es vor allem um Landmaschinen, Tiere, den Weinbau. Ziel der sehr hersteller- und produktbezogenen Messe war es, die Wirtschaftskraft der Region zu zeigen. Der Konsument hatte damals im Tante-Emma-Laden auch noch nicht die Auswahl, wie wir ihr heute in jedem Supermarkt begegnen. Er kaufte ganz einfach, was es gab. Erst ab den 60er Jahren rückte der Konsument in den Mittelpunkt – auch auf Messen.


Anfangs richtete die Stadt die Messe aus, 1975 übernahm dann AFAG Messen und Ausstellungen GmbH. Mit welchen Zielsetzungen machte sich das Unternehmen an die Aufgabe?

Könicke: Vorweg ist zu sagen: Der Würzburger Stadtrat lieferte sich harte Wortgefechte, einige Stadträte taten sich schwer, die Entscheidungsgewalt über die Messe abzugeben. Umso größer war dadurch die Aufgabe für uns. Ich arbeitete damals noch in der Werbeabteilung, war am Rande an der Konzeptgestaltung beteiligt. Wir wollten neben der Wirtschaft unbedingt alles mitnehmen was Rang und Namen hat in der Region Mainfranken: Städte, Organisationen, den Bezirk, Aktivisten wie den Bund Naturschutz. Das war ein Glücksgriff und hebt uns bis heute von anderen deutschen Messen ab: Die Stadt Würzburg präsentiert sich mit Wissenschaft, Forschung, Hochschulen und Städtepartnerschaften in einer eigenen Halle, das Gleiche gilt für den Bezirk. Deutschlandweit einzigartig dürfte sein, dass sogar die Kirche als eigener Messeaussteller auftritt.


Wie hat sich der Anspruch der Aussteller in Jahrzehnten verändert?

Könicke: Früher wollten Aussteller auf Messen verkaufen, alles andere interessierte sie wenig. Heute geht es dagegen darum, Unternehmen, deren Leistungen und ihre Arbeit vorzustellen. Das ist in Zeiten des Internets auch unabdingbar, denn online kann der Kunde heute alles kaufen und ist daher auf einer Messe nicht mehr allein auf der Suche nach einem möglichst großen Produktangebot.


Was suchen Messebesucher stattdessen?

Könicke: Was im Netz fehlt ist die Kommunikation. Die Messebesucher nutzen deshalb die Möglichkeit, direkt mit Menschen, mit Experten zu sprechen. Es geht ihnen ums Thema Dienstleistung – aber auch ein Stück weit um das Erlebnis. Ein Messebesuch ist heute Teil der Freizeitgestaltung. Das sehen auch die Aussteller und bieten entsprechende Events an. Bei Bühnenprogrammen braucht es daher eine bunte Mischung von allem – von der reinen Unterhaltung bis zur anspruchsvollen Podiumsdiskussion. Zwei Beispiele zum Thema Erlebnis: Zum ersten Mal präsentiert sich heuer das Straßenmusikfestival Würzburg, kurz STRAMU, auf der Messe. Es gibt zudem eine große Kinderwelt – und für die etwas älteren Kinder und Jugendlichen „Mathematik zum Anfassen“ in einem Parcours mit 25 Stationen.


Wie steht es Ihrer Ansicht nach um die Zukunft der Regionalmessen?

Könicke: Wer sich keine Mühe gibt, wird mittelfristig nicht bestehen können. Die Besucher erwarten ein attraktives Rundumangebot – vielleicht am besten vergleichbar mit einer Zeitung. Auch wir machen Feuilleton, Wirtschaft, eine Kinderseite, Kultur.   

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Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Infokasten: Mainfranken Messe 2015


Die Mainfranken-Messe dauert heuer vom 26. September bis zum 4. Oktober. In 25 Messehallen und mit 650 Ausstellern bietet sie ein abwechslungsreiches Programm zwischen Tradition und Moderne. In Halle 1/2 präsentiert sich die Stadt mit Partnern wie der Universität der Fachhochschule oder auch dem Bistum unter dem Motto „Würzburg - Von Natur aus Wissenschaft“. Fester Bestandteil der Mainfranken Messe ist die ENBAU, Unterfrankens größte Baumesse. Der Bezirk Unterfranken vermittelt in Halle 12 unterfränkisches Lebensgefühl von Kunst und Kultur bis zu Fischerei und Weinbau. Mainfränkischer Genuss steht in Halle 14 im Vordergrund. Wer indes in die Ferne strebt, ist in Halle 19 und 20 zwischen Dolce Vita, britischem Flair und afrikanischer Lebensfreude gut aufgehoben. Neu: Spezialitätenkaffees und professionelle Barista in den Hallen 23/24. „Fit und gesund“ ist das Motto in Halle 16, in Halle 13 präsentieren sich im GesundheitsPark zudem soziale und medizinische Einrichtungen.  Eintrittskarten zur Mainfranken-Messe gibt es vor Ort, oder bereits vergünstigt im Online-Vorverkauf: www.mainfranken-messe.de