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Solo für die Noch-Ehefrau
Spessartgrotte zeigt die Komödie „Männer und andere Irrtümer“ – Eine
großartige Tanja Green schlüpft in zweieinhalb Stunden in mehr als 20 verschiedene Rollen


Von Michaela Schneider

Gemünden-Langenprozelten Plötzlich ist die einstige Ehefrau mittendrin: im Club der Ex-Ehefrauen und alleinerziehenden Mütter. Denn der werte Noch-Gatte  hat sich – von der Midlifecrisis übermannt – in die Arme seiner Sekretärin geflüchtet. Jung, blond, naiv, eine „Fee“, wie er schwärmt. Die mehr oder minder guten Tipps des Opas und der Oma nach der Trennung, die Fragen des Sohnemanns, die Kommentare ihrer Freundinnen und seiner Kumpels lassen nicht lange auf sich warten.  Begegnungen mit der türkischen Nachbarin, den Exfreunden und der Metzgereifachverkäuferin entwickeln sich für die Betrogene zum Spießrutenlauf. Klingt nach einem großen Ensemble auf der kleinen Spessartgrottenbühne in Langenprozelten. Weit gefehlt. Die Komödie „Männer und andere Irrtümer“  der Französinnen Michéle Bernier und Marie-Pascale Osterrieth ist ein Ein-Frau-Stück. Tanja Green schlüpft in zweieinhalb Stunden in mehr als 20 verschiedenen Rollen.


Der 37-jährigen Aschaffenburgerin gelang dies bei der Premiere mit Bravour. Regie, wie gewohnt: Helga Hartmann.

Das Bühnenstück „Le Démon du midi“, wie es im französischen Original heißt, basiert eigentlich auf einem Comic. Die Theaterversion lebt von bissigem Humor, einem Pointenreigen und rasantem Tempo. Die Betrogene lässt im Zeitraffer ihr Beziehungsleben Revue passieren – angefangen bei der ersten Verliebtheit über Schwangerschaftssex bis zum tränenreichen Kinoromanzenbesuch als Single.


Dass sie Temperament hat, konnte Tanja Green auch schon in früheren Rollen beweisen. Von 2007 bis 2010 hatte sie die Ausbildung zur staatlich geprüften Schauspielerin bei der „Actor´s Company Aschaffenburg“ absolviert, seit dem Jahr 2008 war sie vielfach in der Spessartgrotte zu erleben – als herrliche Klassenlehrerin in „Frau Müller muss weg“ zum Beispiel oder auch in der rabenschwarzen Komödie „Gatte gegrillt“. Das Ein-Frau-Solo „Männer und andere Irrtümer“ dürfte trotzdem die bis dato größte schauspielerische Herausforderung für Green sein. Schon allein, weil es in zweieinhalb Stunden ein umfassendes Textbuch zu bewältigen gilt. Ja, ein paarmal bleibt die 37-Jährige bei der Premiere hängen. Darüber sieht das Publikum aber gerne weg – einfach, weil der Rest passt.


Längen kommen keine Sekunde auf, das Publikum fühlt sich hervorragend unterhalten. Rasant springt die 37-Jährige zwischen den Rollen hin und her: Sie heult und flucht, seufzt und stürzt sich ins neue Sololeben als Ex-Ehefrau – herrlich aus dem Leben gegriffen. Sie nuschelt als zahnlose Großmutter vom „Dämon“, wenn die Männer in die Jahre kommen. Sie räkelt sich sexy und mit Schmollmündchen als Marylin-Monroe-Verschnitt in der Rolle der Fee. Sie spielt sich quer durch den Freundinnenreigen, macht die intellektuelle Schnapsdrossel, das sexy Flittchen, die wie ein Weihnachtsbaum aufgetakelte Cornelia und die exotische Schönheit mit einer Figur wie eine Wurst, aber aus der Karibik! Die wohl meisten Lacher verbucht Tanja Green aber, sobald sie in die Rolle des ziemlichen tumben Noch-Gatten schlüpft – mit herrlich breitem „Ascheberscherisch“, mal wortkarg, mal grandios naiv, mit aufgerissenen Augen, die Hände in der Luft ringend.


Tanja Green spielt beim Rollenkarussell mit Stimme und Körpersprache, mit ihrer Mimik - und auch mit dem Publikum. Das Bühnenbild hält Regisseurin Helga Hartmann dezent mit farbigen Wänden, einem Bett und einer Garderobe – viel mehr ist auch nicht nötig.


Männliche Spessartgrottenbesucher seien vorgewarnt: Gut kommen ihre Geschlechtsgenossen in „Männer und andere Irrtümer“ nicht weg. Umso schöner, dass dank einer großartigen Tanja Green trotzdem Männer wie Frauen beim Premierenabend gleichermaßen herzlich lachen können.


Dauer: 150 Minuten (mit Pause); nächste  Vorstellungen: jeweils 19 Uhr: 11. und 25. Januar; 8. Februar; 29. März; 19. Juli. Jeweils 20 Uhr: 20. Dezember; 2. und 8. Januar; 17. April; 8. Mai; 5. Juni.

Der Artikel  ist unter anderem  in der Südwest Presse erschienen.

Tanja Green schlüpft im rasanten Ein-Frau-Stück „Männer und andere Irrtümer“ in mehr als 20 verschiedene Rollen.

Alle Fotos: Michaela Schneider


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