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„Kleine Todesstiche in allen Bereichen“
Medienmacher und Journalistenverband diskutieren über die „Zukunft des Lokaljournalismus“

Von Michaela Schneider
Würzburg  
Verlage stehen vor zig Herausforderungen, der „Stein der Weisen“ ist noch nicht gefunden: Über eine Medienlandschaft im Umbruch debattierten jetzt in Würzburg regionale Medienmacher mit Vertretern des Bayerischen Journalistenverbands (BJV). Zur öffentlichen Podiumsdiskussion „Die Zukunft des Lokaljournalismus“ eingeladen hatte der BJV-Bezirksverband Mainfranken. Für die Moderation am Abend verantwortlich zeichnet dessen Vorsitzender Daniel Staffen-Quandt, er kündigt an: Weitere BJV-Foren werden im Bezirk folgen. Rund 50 Gästen lauschen der Podiumsrunde, die über Internetangebote, faire Bezahlung oder auch Pressefreiheit spricht.


Zunächst ein Blick auf Kommunikation im digitalen Zeitalter. Mit Facebook, Twitter oder Blogs werden so viele Inhalte verbreitet, wie nie zuvor. Konkurrenz für die Verlage? Ralf Thees, der das lokale Portal www.wuerzblog.de betreibt, verneint: „Blogs sind keine Konkurrenz, sondern eher Antrieb für den Lokaljournalismus.“  Und wie können sich Zeitungen hier in Zukunft abheben? „Die Qualitätsfrage ist die entscheidende, schlechte Informationsvermittlung können andere billiger als wir“, sagt Martin Schwarzkopf, Chefredakteur des Main-Echos. Die Kernkompetenz seines Hauses sieht er in lokalen und regionalen Inhalten, die in der Form und Qualität nirgends sonst zu finden seien. Im Ringen um rentable Geschäftsmodelle setzen Zeitungen zudem landauf, landab verstärkt auf Nutzer, die für digitale Inhalte zahlen. Auch bei der Main Post blinkt seit geraumer Zeit eine neue Bezahlschranke auf. „Das wichtigste sind unsere Inhalte, wir haben nichts zu verschenken“, begründet Main-Post-Chefredakteur Michael Reinhard den Schritt.


Gleichzeitig strömen mit den multimedialen Angeboten der Verlage auf den Journalisten ständig neue Aufgaben ein, manch einer soll gleichzeitig Text, Bild, Film und O-Ton liefern. Ob mit der „eierlegenden Wollmilchsau“ nicht Qualität verloren gehe, will Staffen-Quandt vom Podium wissen. Eberhard Schellenberger, Redaktionsleiter Hörfunk beim Bayerischen Rundfunk, sieht`s pragmatisch, anders sei Multimedia nicht zu finanzieren. Der BJV-Vorsitzende Michael Busch mahnt an: Man müsse sich einer verminderten Qualität bewusst sein und spricht von „kleinen Todesstichen in alle Bereiche“.  Zudem fordert er sinnvolle Arbeitszeitmodelle für Journalisten, die auch im digitalen Zeitalter nicht sieben Tage die Woche 24 Stunden zur Verfügung stehen könnten.


Viele Verlage bauen heute auf Kooperation mit früheren Konkurrenten. Keinen Hehl macht Schwarzkopf daraus, dass auch die Main Post und das Main-Echo Gespräche führten. Buschs Kritik: Mit Kooperationen gehe journalistische Vielfalt verloren. Wenn ich Leser halten will, brauche ich Pluralität“, mahnt er - auch mit Blick auf Agenturgeschichten und Presseartikel, die 1:1 in die Zeitung wanderten. Immerhin ergänzt Schwarzkopf bezogen aufs direkte Konkurrenzgebiet der beiden Verlage: Er habe noch 22 Berufsjahre vor sich, solange werde es seiner Meinung nach Spessartausgaben zweier Zeitungen geben.

Mit Sorge blicken Berufsverband wie Medienmacher auf Versuche inhaltlicher Einflussnahme von außen.  Für einen noch gefährlicheren Angriff auf die Pressefreiheit hält Reinhard die Bestrebungen mancher Kommunen, Journalisten das Recht auf Information zu verwehren.  Zur Sprache kommt auch das heftig diskutierte Videoverbot des Bayerischen Fußball-Verbandes bei Bayern- und Landesliga-Spielen.


Und nicht aus bleibt die Debatte ums Thema Geld. Busch plädiert für eine faire Bezahlung freier Journalisten, legt harte Fakten vor: Von 38000 Verbandsmitgliedern des Deutschen Journalistenverbandes arbeite die Hälfte als Freie. Ein Drittel dieser Kollegen bewege sich nahe an Hartz IV. Schwarzkopf bezeichnet die freien Mitarbeiter als „unser Rückgrat“, gesteht aber auch ein, dass das Main-Echo nicht nach den Vergütungsvereinbarungen für freie Journalisten bezahle, auf die sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Deutsche Journalisten Verband verbindlich geeinigt haben. Ein positives Signal sendete Chefredakteur Reinhard immerhin an die festangestellten Redakteure der Main Post: Für 2017 spricht er von einer Rückkehr in den Flächentarif.  

Diskutierten über die Zukunft des Lokaljournalismus (von links): der Blogger Ralf Thees, Main-Echo-Chefredakteur Martin Schwarzkopf, Daniel Staffen-Quandt, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Journalistenverbandes (BJV) Mainfranken, Eberhard Schellenberger, Redaktionsleiter Hörfunk beim Bayerischen Rundfunk, BJV-Vorsitzender Michael Busch sowie Mainpost-Chefredakteur Michael Reinhard.       

 Foto: Michaela Schneider

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Der Artikel  ist im „report“ des Bayerischen Journalistenverbandes erschienen.