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„Coming Out fängt innerlich an“
30-jährige Würzburgerin begründete vor zwei Jahren das Lilafon, eine telefonische Beratung
für lesbische und bisexuelle Frauen – Am 17. Mai ist Internationaler Tag gegen Homophobie


Von Michaela Schneider

Würzburg Sie fühlte sich hingezogen zu Frauen, wusste aber mit den Gefühlen nicht umzugehen. Und sie hatte ein Bild von lesbischen Frauen im Kopf – burschikos, hart, männerhassend. „Ich habe gesagt: Ich will nicht so sein“, erinnert sich die heute 30-Jährige. Sie war ein Teenager - verunsichert, mit unzähligen Fragen. Es sollte dauern, bis sich die Würzburgerin mit sich selbst ausgesöhnt hatte. „Ich sage nicht, ich bin lesbisch, aber ich sage heute: Ich verliebe mich in Frauen und lebe lesbisch“, erzählt sie. Zuvor hätte sie sich gewünscht, mit Frauen sprechen zu können, die  ähnliche Erfahrungen bereits gemacht hatten. Deshalb nutzt sie ihr neues Selbstbewusstsein nun, um Mädchen und Frauen zu unterstützen, die ein ähnliches Gefühlschaos durchleben: Vor gut zwei Jahren hat die 30-Jährige das lilafon in Würzburg begründet, eine anonyme telefonische Beratung und Information für lesbische und bisexuelle Frauen. Zum Internationalen Tag gegen Homophobie am 17. Mai erzählt sie von dieser Arbeit.


Mit einer zweiten Frau teilt sich die Würzburgerin die Telefonbereitschaft. Jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat ist eine der beiden Frauen im „Schwulesbischen Zentrum Würzburg“ (kurz: wuf) telefonisch, per Email oder auch über die Netz-Community Lesarion erreichbar. Ratschläge gebe sie den Anruferinnen nicht. Doch hört sie sich ihre Sorgen an, spricht mit ihnen über offene Fragen, verweist auf Angebote im wuf wie Filmabende, Themenabende oder die Frauendisco, informiert über Online-Portale. Und sie sagt Anruferinnen, dass sie nicht die Einzigen sind, die zweifeln, Fragen haben.


 „Ein Coming Out fängt innerlich an“, betont sie – ein Prozess, der bei Ihr selbst mehrere Jahre dauerte und für sie weitaus schwieriger war, als später dann mit den Freunden und der Familie  zu sprechen. Sie erzähle nicht jedem, das sie lesbisch lebe, doch das private Umfeld wisse Bescheid und wer frage, erhalte offene, ehrliche Antworten. Negative Reaktionen habe sie bisher nicht erlebt, kenne aber schwierige Outing-Prozesse von Bekannten oder aus Erzählungen. „Darüber zu reden macht für mich alles so viel einfacher. Schließlich ist das ein Teil von mir“, betont die Würzburgerin.


Über das wufZentrum in Würzburg lernte sie andere Frauen mit ähnlichen Fragen und Gefühlen kennen. Und: Sie konnte endlich ihre eigenen Vorurteile abbauen und sich mit sich selbst aussöhnen. „Ich merkte: Lesbisch leben, lässt sich nicht an irgendwelchen Frauentypen festmachen. Das hat mir unheimlich geholfen, meine eigene Akzeptanz zu stärken.“

Die gewonnene Stärke wollte sie dann ein Stück weit an andere Frauen weitergeben und nahm Kontakt zum Vorstandsteam des Schwulesbischen Zentrums Würzburg auf. Beratungstelefone für lesbische und bisexuelle Frauen gab es andernorts zwar bereits, ein spezielles Angebot für Unterfranken allerdings fehlte. Das wuf-Team sagte seine Unterstützung zu und stellt seit März 2012 Telefon und Räumlichkeit für das lilafon-Team zur Verfügung.


„Wichtig ist mir Professionalität“, betont die lilafon-Gründerin und hat selbst Fortbildungen wie „Basisstrategien für Gesprächsführung“ oder auch ein spezielles Training „Telefonische Beratung für Lesben“ durchlaufen. Die Beratung kann anonym erfolgen, die beiden Frauen sind an die Schweigepflicht gebunden.  Mal fünf, mal 30 Minuten kann ein Gespräch dauern. Das Alter der Anruferinnen reicht von Teenagern bis hin zur Seniorin.


Tatsächlich drehen sich die meisten Anrufe um das Thema Coming Out und die Frage, ob andere Frauen ähnliches Gefühlschaos, ähnliche Unsicherheit erleben.  „Ich will die Anruferinnen ermutigen, die eigenen Ressourcen zu stärken und mache klar: Schon der Schritt, das lilafon zu kontaktieren, ist ein sehr großer.“


Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Seit März 2012 gibt es das Lilafon – eine telefonische Beratung und Information für lesbische und bisexuelle Frauen“.


Foto: Michaela Schneider

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Infokasten: Über das „lilafon“


Die telefonische Beratung am Lilafon findet jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat von 20 bis 21 Uhr statt. Telefon: 0931/412646 Erreichbar ist das Beratungsteam zudem per Email unter lilafon-wuerzburg@gmx.de sowie postalisch: lilafon, Postfach 6843, 97018 Würzburg Zudem haben die Beraterinnen einen Account auf dem Webportal www.lesarion.de unter dem Namen „Lilafon“.