Ich schreibe für Sie!
Guten Tag!. Journalismus. Schwerpunkte. Pressetexte. Fotografie. Schöne Literatur. Veröffentlichungen. Kontakt. Michaela Schneider - Freie Journalistin in Würzburg
Hier finden Sie eine Auswahl
an Verlagen und Agenturen,
für die ich schreibe:

Impressum

Meine AGB

Fränkischer Tag

Franken.Das Magazin für Land und Leute

Presse & Kommunikation Saremba GmbH

KulturGut

Museumsmagazin ZeitenRaum

Tanner Werbung GmbH

Ideeologen - Gesellschaft für neue Ideen

Main-Echo

Heragon Verlag

Augsburger Allgemeine

Fränkische Nachrichten

Journalismus

Pressetexte

Fotografie


Kurzgeschichten

                                          Chroniken


Auf Facebook posten
Auf Twitter posten
Auf Google Lesezeichen posten
Per E-Mail senden

„Jahrtausendchance Landesmuseum“
Um die 100 Millionen Euro sollen insgesamt in die Sanierung der maroden Festung Marienberg
und ein modernes Museumsquartier fließen – Podiumsrunde präsentiert aktuelle Planungen und Ideen


Von Michaela Schneider
Würzburg  
Stattlich thront die Festung Marienberg hoch über Würzburg. Doch jenes Bauwerk, das seit Jahrhunderten das Stadtbild prägt, ist in die Jahre gekommen. Um die 100 Millionen Euro dürfte die Sanierung der maroden Mauern sowie die Umgestaltung des Mainfränkischen Museums in ein Fränkisches Landesmuseum nach jetzigen Schätzungen kosten. Dafür aufkommen wird der Freistaat - das hatte Finanzminister Markus Söder der Stadt vor mehr als einem Jahr zugesagt. Seither wird intensiv an der Neugestaltung des Festungsareals und einem Museumsquartier geplant.


Der CSU-Arbeitskreis „Hochschule und Kultur“ hatte nun die Öffentlichkeit zu einem Podiumsgespräch in die Gemäldegalerie des Martin-von-Wagner-Museums geladen. Das Gespräch moderierte dessen parteiloser Vorsitzender Professor Dr. Damian Dombrowski. An der Diskussion beteiligten sich Vertreter aus Stadt, Bezirk und Freistaat, Planer und von der Planung Betroffene.


Anvisiert wird eine Eröffnung des neuen Landesmuseums im Jahr 2025, parallel zum Gedenken im Jubiläumsjahr „500 Jahre Bauernkriege“. Bis dahin allerding ist noch viel zu tun – mit Blick auf die Sanierungsarbeiten wie auch das Museum. Bereits am Laufen ist derzeit laut Peter Seibert, leitendem Baudirektor bei der Bayerischen Schlösserverwaltung, der erste Bauabschnitt, hierfür hatte der Freistaat 14,5 Millionen Euro bewilligt. Das Schönborntor ist instand gesetzt, nun folgen die drei anderen Festungstore. Gleichzeitig stehen Erdarbeiten zur Sanierung der Abwasser-, Fernwärme und Elektroversorgung der Festung sowie des längst nicht mehr dichten Dachs der Marienkirche an.


Der Freistaat hatte sich letztlich für eine „große Lösung“ auf dem Marienberg entschieden, weil der Sanierungsbedarf auf dem gesamten Festungsgelände sehr hoch ist. „In dem Zusammenhang kam der Gedanke zur Neustrukturierung auf“, sagt Seibert. Die Idee: Beide Museen – Mainfränkisches Museum und Fürstenbaumuseum – könnten künftig in den Haupthof der Festung ziehen als eine Art Museumsquartier. Das Mainfränkische Museum soll dann zum Landesmuseum aufgewertet werden.  Zudem könnte eine Art gesellschaftliches Zentrum auf der Festung entstehen.


Nicht ganz umstritten: Mit dem neuen Landesmuseum ist verbunden, dass das Mainfränkische Museum in staatliche Trägerschaft überführt wird, angepeilt ist der 31. Dezember 2015. Laute Kritik hatte hier vorab Exbürgermeister Georg Rosenthal geäußert. Seit 2003 hatten sich die Stadt Würzburg und die Unterfränkische Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken die Trägerschaft im Rahmen des Zweckverbandes Mainfränkisches Museums geteilt. Würzburgs jetziger Oberbürgermeister Christian Schuchardt spricht – anders als sein Vorgänger - von einer historischen Chance, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel geht mit „der Jahrtausendchance“ noch weiter. Das Museum werde durch eine staatliche Trägerschaft auf finanziell sichere Füße gestellt, betont Oliver Jörg, Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag. Derzeit versprühe das Mainfränkische Museum den Charme der 60er und 70er Jahre, sagt Schuchardt. Es könne zur Attraktivität Würzburgs erheblich beitragen, wenn die Schätze, die die Stadt habe – Beispiel Riemenschneider-Sammlung - in einem modernen Landesmuseum ins rechte Licht gerückt würden. Zu Beginn des Jahres hatte der OB die Idee zur Diskussion gestellt, Würzburg könnte Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2025 werden. Darauf verweist er nun erneut.


Dass die meisten Fragen zum künftigen Museum allerdings noch völlig offen sind, zeigt sich in der Gesprächsrunde mit dem Publikum – ob es um eine verbesserte Erreichbarkeit des Museums aus der Stadt geht, die künftige Nutzung der prachtvollen Kelterhalle, einen ständigen Zugang zu Kasematten und Maschikuliturm  oder auch die künftige Präsentation der Würzburger Stadtgeschichte.

Leidet unter erheblichem Sanierungsbedarf: Die Festung Marienberg in Würzburg.


Foto: Michaela Schneider


Ihre Unterstützung:


Hat Ihnen mein Artikel gefallen? Dann würde ich mich freuen, wenn Sie mich mit einem Klick  „flattern“, um mir ein kleines Zeichen der Anerkennung zu schicken. Herzlichen Dank!


Flattr this

Der Artikel  ist unter anderem  im Main Echo erschienen.

Infokasten: Planungen und Ideen zum Landesmuseum im Detail


Wie steht es ganz konkret um die Planungen in Sachen Landesmuseum? Ausgeschrieben ist die Stelle eines Gründungsdirektors. Und erstellt wird eine detaillierte Machbarkeitsstudie, in der sämtliche Festungsräume mit allen Eigenschaften beschrieben werden. „Sie soll zeigen, was wo im Museum möglich wäre“, sagt Peter Seibert, leitender Baudirektor bei der Bayerischen Schlösserverwaltung. Zielsetzungen: Barrierefreiheit, attraktive Räume und die Grundlagen zu einer modernen Wissensvermittlung.  „Wir wollen ein Raum-, Kunst- und Lernerlebnis zur fränkischen Geschichte erreichen“, sagt Seibert – und bringt mit Blick auf mögliche Räumlichkeiten auch hochmittelalterliche Teile der Festung wie die Kellergewölbe ins Gespräch, die bis dato nicht zugänglich sind.


Dr. Claudia Lichte, Direktorin des Mainfränkischen Museums, betont: „Es kann für die Zukunft nur sinnvoll sein, Kräfte zu bündeln in Form eines Museumsquartiers.“ Wichtig bei einem Landesmuseum sei, dass die regionale Verankerung nicht verloren gehe. Zudem erhofft sie sich, dass die bislang rein kunsthistorisch präsentierten Objekte  künftig im historischen Kontext präsentiert werden.


Wie dies aussehen könnte, überlegt eine Arbeitsgruppe um den Landeshistoriker Professor Dr. Helmut Flachenecker. „Es geht um den Spagat zwischen den bestehenden Museen und ihren Beständen und dem neuen Ansatz eines Fränkischen Landesmuseums. Das Fränkische soll die Klammer sein zur Einordnung der Kunst- und Kulturobjekte“, sagt der Historiker. Abteilungen könnten sich um die Kunst und Kultur Mainfrankens, die Geschichte der mittelalterlichen Burg am Beispiel der Festung Marienberg oder auch um die Fränkische Städtelandschaft drehen. Eine eigene Gruppe geht der schwierigen Frage nach: Was eigentlich ist Franken? Im Oktober ist deshalb auch ein Symposium zum Landesmuseum geplant mit Vertretern historischer Vereine aus Franken.