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Fotos: Michaela Schneider

Eierpfannkuchen von echten Landeiern
Komödie Viel Gaudi, jede Menge nackte Männerhaut und ein
herzhaft lachendes Publikum in der Spessartgrotte in Langenprozelten


Von Michaela Schneider

Gemünden-Langenprozelten Was Frauen wollen? Ganz klar: Starke Kerle, die auch soft sein können! Diese Lebensweisheit nehmen sich drei Jungbauern vom Lande zu Herzen. Kurzerhand wird die Kamera aufgebaut, die drei Jungs kochen, bügeln und strippen für die Mädels – und zwar gleichzeitig. „Landeier – Bauern suchen Frauen“ ist die Komödie von Frederik Holtkamp betitelt, die jetzt in der Spessartgrotte in Gemünden-Langenprozelten vor voll besetztem Zuschauerraum Premiere feierte. Viel Klamauk auf der Bühne in Regie von Helga Hartmann, jede Menge nackte Männerhaut  und ein Publikum, das - dem Gelächter nach zu urteilen – seinen Spaß hatte.  


Treckertuning, Kartoffelschnaps brennen und Skatspielen in der Kneipe: Das sind nicht gerade geeignete Hobbys, um in der tiefsten Provinz eine Frau zu finden. Und so fristen die Jungbauern Sepp (Timo Dassinger), Richard (Paul Seeger) und Rudi (Michel Schäfer) zwar ein beschauliches Junggesellendasein, aber irgendwie fehlt sie halt doch, die bessere Hälfte. Auf die Kontaktanzeige meldet sich niemand und nicht mal die Partneragentur in Bukarest kann helfen. Was soll`s, Frauen werden sowieso überschätzt, Trecker fahren geht auch alleine, versuchen sich’s die Jungs erfolglos schön zu reden. Letzter Ausweg: Die Versteigerung beim Schützenfest? Nein, Wirt Heinz (Theo Gündling) hat eine bessere Idee: Ab in die digitale Welt, und zwar rasch, denn: „Die Frauen da draußen im Internet werden auch nicht jünger!“ Gut, dass Postbotin Gertrud (Tanja Green) und Studentin Lavinia (Madeline Gabel) weiblichen Rat beisteuern, die Idee zur erotischen Kochshow auf Youtube  nimmt Formen an und die Langenprozeltener Chippendales legen los. Es gibt Eierkuchen – von echten Landeiern selbst zubereitet.


Das Spessartgrottenteam lässt das Stück statt in der norddeutschen Tiefebene in der tiefsten fränkischen Provinz spielen - in Langenprozelten. Vielleicht liegt es am fehlenden norddeutsch-trockenen Humor, dass die „Landeier“ in der Spessartgrotte zwar sehr spaßige Passagen haben, aber eben auch einige Längen. Gerade die ersten Szenen ziehen sich. Phasenweise ist die entwaffnende Naivität, das nicht vorhandene Ironieverständnis der Bauern witzig. Irgendwann würde man die Jungs aber am liebsten schütteln, um ihren Gedanken auf die Sprünge zu helfen und die Handlung in Gang zu bringen.


Dann immer wieder echte Brüller - das Publikum grinst und gluckst, kichert und prustet. Vor allem nach der Pause legt das Ensemble los und das Bühnengeschehen zu. Kein Wunder, jetzt geht es richtig an die nackte Haut. Und das, was Michel Schäfer Timo Dassinger und Paul Seeger nun beim Bügel- und Backstrip an Slapstick abliefern, ist zum einen herrlich überzogen, zum anderen ganz schön mutig. Michel Schäfer schüttelt sich wohlig-erregt beim Eier trennen - und die liefern natürlich zudem viel Raum für eindeutige Zweideutigkeiten. Paul Seeger windet sich unter dem so was von heißen Bügeleisen. Und Timo Dassingers Mimik macht fast schon Angst, während er das Mineralwasser über die nackte Brust fließen lässt. Nun, echte Erotik ist irgendwie anders – aber gerade weil sich das Publikum hier so herrlich fremdschämen darf, machen die Szenen Spaß! Ein klarer Landeier-Höhepunkt: Michel Schäfer als Bauer Rudi, der immer wieder mit etlichen kleinen, aber feinen schauspielerischen Akzenten für Lacher sorgt.


Holtkamps Komödie bietet Steilvorlagen für Situationskomik und Slapstick, Klischeebrüller und Kalauer. Viele nutzt das Ensemble, einige nicht. Die „Landeier“ sind bestimmt nicht tiefsinnig, aber nun mal witzig – darum kommen sie beim Publikum an. Sie könnten mit Mut zur Lücke, ein paar platten Gags weniger und mehr Pointierung vielleicht noch einen Tick spaßiger sein. Wichtigstes Fazit aber ist: Wer die Komödie gesehen hat, wird keine Eierpfannkuchen mehr backen können, ohne im Geiste Bilder aus der Spessartgrotte aufblitzen zu sehen. Eieiei!


Dauer: ca. 130 Minuten (mit Pause); nächste Termine, jeweils 20 Uhr: 5., 19., 25. und 26. Oktober; 23. November; 6., 14. 20. und 31. Dezember; jeweils 19 Uhr: 1. Dezember sowie 5. und 12. Januar.

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Der Artikel  ist im Main-Echo erschienen.