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Die Kraft der Frühlingskräuter

 

Von Michaela Schneider

Noch hüllt der Schnee die Wiesen in seinen schützenden Mantel. Doch bald schon werden die ersten Pflanzen sprießen als Vorboten des satten Bergwiesen-Grüns. Für die Bergbauern beginnt dann eine arbeitsreiche Zeit – Wiesen sind aufzuräumen und Weiden einzuzäunen, ehe die ersten Tiere ins frische Weidegrün der Täler entlassen werden. Und auch Kräuterfrauen werden im Allgäu unterwegs sein, um die Kraft der ersten Frühjahrskräuter für den innerlichen und äußerlichen „Frühjahrsputz“ zu nutzen und den Körper wieder auf Vordermann zu bringen.

 

In der Ferienregion Alpsee-Grünten bietet Kräuterfrau und Imkerin Angela Fehr Kurse zum Thema Kräuter und deren Verarbeitung sowie Wildkräuterwanderungen im Alpseehaus in Immenstadt sowie in Rettenberg an. Erster Frühlingsbote ist für die Bolsterlangerin Lichtmess als Fest der Reinigung am 2. Februar. Von nun an scheint das Licht wieder länger – und nicht umsonst ist der Tag der Birke geweiht, jenem Baum, dessen Blätter bekannt sind für seine besonders reinigende Wirkung.

 

Um einen Neuanfang, eine innere und äußere Reinigung des Körpers und eine Vitalisierung nach dem „Winterschlaf“ geht es der 45-Jährigen zufolge das ganze Frühjahr über. Nährstoffvorräte und Vitaminspeicher sind aufgebraucht – dies führt zur Frühjahrsmüdigkeit. Frühlingskräuter wie Giersch, Löwenzahn, Brennessel, Spitzwegerich, Guter Heinrich, Vogelmiere, Schafgarbe, Bärlauch, Gundelrebe, Brunnenkresse, Kerbel, Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Rauke, Pimpernelle, Thymian, Veilchen und Waldmeister sowie die Blätter von Birke, Buche oder Haselstrauch sind reich an Vitaminen und Nährstoffen und haben reinigende Eigenschaften. Sie wirken stoffwechselanregend, blutreinigend und vitalisierend. In Tees, Suppen, Quark, Pflanzenfrischsaft und in Salaten dienen sie der inneren, als Tinkturen oder Öle der äußeren Anwendung. Schnell zubereitet ist zum Beispiel eine Brennnesselhaarspülung. Dabei werden zwei Hand voll Brennnesselkraut und –wurzeln mit einem halben Liter Apfelessig und einem halben Liter Wasser aufgekocht, in eine Flasche abgefüllt und nach der Haarwäsche in die Kopfhaut einmassiert.

 

Die Kräuterzeit beginnt laut Angela Fehr mit der Frühlingstagundnachtgleiche vom 20. auf den 21. März, wenn Tag und Nacht, wie der Name verrät, gleich lang sind. Die beste Sammelzeit ist jetzt zwischen 11 und 14 Uhr, wenn der Morgentau verdunstet und die Blätter trocken sind, so dass die Schimmelgefahr gering ist. „Optimal ist es, wenn es am Vorabend geregnet hat, dann sind die Pflanzen sauber und müssen daheim nicht mehr gewaschen werden und die Inhaltsstoffe bleiben besser erhalten“, sagt die Kräuterfrau. Gesammelt werden sollte auf keinen Fall auf gedüngten Flächen oder Wiesen, auf denen sich Hunde bewegen. Tabu sind Straßenränder, Felder, Obstplantagen und natürlich Natur- und Landschaftsschutzgebiete.

 

„Wer sammelt, muss sich gerade im Frühjahr mit den Pflanzen auskennen, denn die Blüten als das markanteste Erkennungszeichen fehlen jetzt noch. Wer sich nicht so gut auskennt, sollte lieber aufs Kräuterbeet im Garten ausweichen“, sagt  Fehr zudem. Auch artgeschützte Pflanzen wie Arnika, Enzian oder Edelweiß dürfen nicht gepflückt werden. „Und man muss der Pflanze die Würde lassen“, ergänzt Angela Fehr, das heißt: Nur wo viel wächst, wird gesammelt und niemals darf der ganze Bestand „abgegrast“ werden. Im Besonderen gilt dies beim Wurzeln sammeln. In diesen stecke zwar eine enorme Kraft, doch ist die Wurzel ausgegraben, wird hier keine Pflanze mehr nachwachsen.

 

Angela Fehr trocknet die gesammelten Schätze nicht, wie häufig empfohlen, im Backofen oder Dörrapparat. „Zwar riecht es im ganzen Haus wunderbar, während die Kräuter im Ofen sind, doch gehen dabei viel zu viele Inhaltsstoffe verloren“, warnt sie. Stattdessen breitet sie die Kräuter auf einem sauberen Leintuch in einem trockenen Raum mit Frischluftzufuhr zum Trocknen aus.

 

 

Rezept für die Gründonnerstags-Suppe „Ach du grüne Neune“

 

Zutaten:

1 – 2 Zwiebeln

2 EL Butter

2 TL Mehl

1l Gemüsebrühe

Salz Pfeffer Muskatnuss

etwas Sahne oder Sauerrahm

je eine Hand voll folgender Kräuter: Giersch, Löwenzahn, Brennessel, Spitzwegerich, Guter Heinrich, Vogelmiere, Schafgarbe, Bärlauch, Gundelrebe

 

Zubereitung:

Fein gewürfelte Zwiebeln in Butter andünsten, mit Mehl bestäuben, hell anschwitzen lassen, mit Brühe aufgießen. Die gewaschenen und fein gewiegten Kräuter hinzu geben und etwa fünf Minuten ziehen lassen; mit Gewürzen und Sahne/Sauerrahm abschmecken und pürieren.

 

 

 

Der Artikel ist im Ferienjournal Alpsee-Grünten erschienen

Im Auftrag der Presse & Kommunikation Saremba GmbH.