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Wenn der Kopf mal wieder zu platzen scheint
In der Schmerztagesklinik am Universitätsklinikum Würzburg werden Patienten befähigt,
sich bei chronischen Schmerzen selbst zu helfen – Am 5. September ist Weltkopfschmerztag

Von Michaela Schneider

Würzburg Kopfweh kennt fast jeder. Studien zufolge leiden darunter mehr als 70 Prozent der Menschen. Sie stammen aus allen sozialen Schichten, alle Altersgruppen können betroffen sein. Belastend sind vor allem immer wieder kehrende, chronische Kopfschmerzen. Am 5. September rufen Ärzte und Schmerztherapeuten den Weltkopfscherztag aus, um auf die Volkskrankheit, auf Therapiemöglichkeiten und Forschungsperspektiven aufmerksam zu  machen. Intensiv mit der Behandlung chronischer Kopfschmerzen beschäftigt sich die Oberärztin Professor Dr. Heike Rittner. Die 48-Jährige leitet am Würzburger Universitätsklinikum die interdisziplinäre Schmerztagesklinik der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie.


Man liest: Es gibt mehr als 300 verschiedene Arten von Kopfschmerz. Wie sieht bei dieser Vielfalt die Diagnostik aus?

Heike Rittner:  Wichtig ist zunächst einmal folgende Unterscheidung: Sind die Kopfschmerzen primär, das heißt ohne spezifische Ursache? Oder aber sind sie sekundär, also das Symptom einer anderen Krankheit wie zum Beispiel einer Meningitis oder bei sehr akuten und dramatischen Beschwerden etwa einer Hirnblutung oder eines Tumors. Hauptbestandteil der ersten Diagnose ist also der Ausschluss anderer Krankheiten, das geschieht häufig beim Hausarzt. Zu uns kommen dann Patienten mit chronischen Kopfschmerzen, hier unterscheiden wir vor allem vier Arten.


Ab wann genau spricht man von chronisch?

Rittner: Spannungskopfschmerzen werden als chronisch bezeichnet, wenn sie an mehr als 15 Tagen pro Monat für mindestens vier Stunden in den letzten drei Monaten aufgetreten sind.

Sie sprechen von den vier häufigsten Arten chronischer Kopfschmerzen. Welche sind das?

Rittner: Es gibt den am häufigsten auftretenden primären chronischen Spannungskopfschmerz, die chronische Migräne mit einseitigem, meist pochendem Schmerz, den medikamenteninduzierten Kopfschmerz und schließlich sekundäre Kopfschmerzen, die zum Beispiel nach einer Operation oder einem Unfall auftreten und ins Chronische übergehen.  


Medikamenteninduzierter Kopfschmerz: Was genau ist das?

Rittner: Tatsächlich tritt dieser nach dem chronischen Spannungskopfschmerz am zweithäufigsten auf, ist aber wenig bekannt. Werden Mittel gegen Kopfschmerzen zu häufig – laut Definition mehr als 15 Tage im Monat – eingenommen, lösen sie nach gewisser Zeit selbst Kopfschmerzen aus. Die meisten Patienten, auf die wir hier in der Schmerzklinik treffen, nehmen täglich Tabletten, da müssen wir als erstes einen Entzug machen.  


Heißt das, man sollte lieber ganz auf Kopfschmerztabletten verzichten?

Rittner: Nein, bei normalem Spannungskopfschmerz, etwa bei einem Wetterumschwung, kann Hinlegen oder eine Runde Schlafen helfen oder auch die Kopfschmerztablette, das ist völlig in Ordnung. Schwierig kann nur die sehr regelmäßige Einnahme sein. Bei einem Migräneanfall ist es übrigens sogar sehr wichtig, Medikamente frühzeitig zu nehmen.


Und was genau machen Sie in der Schmerztagesklinik?

Rittner: Patienten werden bei uns vier bis acht Wochen behandelt, dabei schauen wir sehr ganzheitlich auf den Menschen. An einem normalen Aufnahmetag bei uns begegnen Patienten einem Arzt, einem Psychologen und einem Physiotherapeuten – und die drei tragen am Nachmittag gemeinsam die Ursachen für Kopfschmerzen zusammen und stimmen mit dem Patienten gemeinsam einen Behandlungsplan ab. Das heißt: Drei oder auch vier Verfahren laufen parallel und in Abstimmung zueinander. Wie wichtig das ist, zeigt folgendes Beispiel: Ein Patient leidet unter Stress. Das führt dazu, dass er die Schultern hochzieht, der Nacken verspannt sich. Dadurch entstehen Kopfschmerzen. Der Psychologe schaut nun: Wo herrscht Stress im Leben des Patienten, blickt auf die Arbeit, die Familie, den Alltag. Er gibt Tipps und Tricks zum Entspannen an die Hand. Der Physiotherapeut arbeitet zum Beispiel an der Haltung, zeigt Dehnübungen, auch soll der Patient an einem allgemeinem Kräftigungs- und Ausdauertraining teilnehmen. Und der Arzt versucht, Medikamente optimal einzustellen.  


Welche Idee steht hinter der Therapie in der Schmerztagesklinik?

Rittner: Wir wollen unseren Patienten zeigen, wie sie sich selbst daheim helfen können, wenn Schmerzen auftreten.  Wir wollen sie befähigen, den Alltag wieder zu meistern. Dabei dienen die Wochen bei uns auch dazu, herauszufinden, welche Dinge ganz individuell am besten helfen. Manche Menschen profitieren  total von Minzöl andere von einer Runde Nordic Walking. Das unterscheidet sich von Fall zu Fall.

Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.