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Wenn der puffernde Knorpel zerstört ist
Verschleißerscheinungen im Kniegelenk bereiten Patienten Schmerzen und
schränken in der Mobilität ein – Experten sprechen über Behandlungsmöglichkeiten der Arthrose


Von Michaela Schneider
Würzburg
Das menschliche Kniegelenk hat ganz schön viel zu tun. Es muss stützen, beugen und drehen. Kein Wunder also, dass das komplexe Gebilde mit der Zeit Verschleißerscheinungen zeigen kann. Experten reden von Arthrose – eine Krankheit, die im fortgeschrittenen Stadium heftige Schmerzen und drastische Einschränkungen in Sachen Mobilität bedeuten kann. Eine Knieprothesenimplantation kann das Alltags- und Berufsleben wieder erleichtern. Mancher Patient scheut jedoch vor der Operation zurück, nicht zuletzt, nachdem Krankenkassen kritisiert hatten, dass in Deutschland aus rein wirtschaftlichen Gründen zu viel operiert werde. Dr. Uwe Seidenspinner, Chefarzt der Unfallchirurgie am Missionsärztlichen  Institut in Würzburg, betont: Ob operiert werde oder nicht, sei grundsätzlich immer eine individuelle Entscheidung. Bewusst setzt die Klinik auf Aufklärung, hatte deshalb zum Infotag „Kniegelenk und Arthrose“ geladen und sehr umfassend verschiedenste Behandlungsformen der Arthrose vorgestellt.


Zunächst ein Blick auf die menschliche Anatomie. Das Kniegelenk verbindet den Ober- und den Unterschenkel. Drei Partner arbeiten dabei im Kniegelenk zusammen: die Oberschenkelrollen, das Schienbeinplateau und die Kniescheibe. Weil rund auf glatt nicht passt, wie es die Oberärztin der Unfallchirurgie, Dr. Eva Vogel, formuliert, übernehmen ein knorpeliger Überzug und Gelenkkörper namens Meniskus die Pufferfunktion zwischen den Knochen. Probleme kann es bereiten, wenn der Knorpel aufbricht und seine Funktion verliert. Gelangen durch den Abrieb Knorpelstückchen in die Gelenkkapsel, kann dies zu Entzündungen führen. Schreitet die Arthrose voran, liegt irgendwann der Knochen frei, damit ist die gesamte Pufferfunktion des Knorpels  zerstört. Läuft bei totalem Verschleiß eines Tages Knochen auf Knochen, ist die Rede von Schliffarthrose.


Als primäre Risikofaktoren für Arthrose nennt Vogel unter anderem das Alter, das weibliche Geschlecht, Übergewicht, eine Überlastung des Kniegelenks oder auch eine familiäre Veranlagung. Sekundäre Faktoren wie Rheuma, eine einseitige oder falsche Belastung zum Beispiel durch O- oder X-Beine, ein Posttrauma nach einem Unfall oder etwa auch einer Infektion können ebenfalls hineinspielen. Bemerkbar macht sie die Arthrose beim Patienten zunächst vor allem durch Probleme beim Loslaufen, später kommen ein belastungsabhängiger Schmerz und eine eingeschränkte Mobilität hinzu. Die Beinachse kann sich verändern, vor allem Beugen und Strecken fallen zunehmend schwer. „Arthrose ist eine fortschreitende Erkrankung, die noch nicht heilbar ist“, sagt die Oberärztin. Wichtig sei, dass Patienten bestimmte Verhaltensregeln beachteten, unter Umständen das Gewicht reduzierten und durch schonende Sportarten wie Walking, Aquajogging oder Radfahren in Bewegung blieben, „damit das Gelenk gut geschmiert wird“, wie`s die Medizinerin formuliert.  Auch gibt es spezielle Arthrose-Reha-Sportgruppen.


Hinzu kommen laut der Expertin in der konservativen Therapie eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten – von der Physiotherapie über Hilfsmittel wie Gehstock, Pufferabsätze oder eine Schuhranderhöhung bis hin zu Tapes und kurzzeitig auch einmal einer Bandage. Die medikamentöse Behandlung arbeitet auf der einen Seite mit Analgetika gegen Schmerzen aber auch Entzündungen. Gleichzeitig braucht es Medikamente zum Magenschutz. Nicht anwendbar sind Analgetika, wenn der Patient unter falschem Blutdruck oder Nierenproblemen leidet. Auf der anderen Seite wirken Salben lokal – am besten gut gekühlt. Auch Cortison kann vor allem zur akuten Linderung beitragen – etwa nach einem Sturz. Es wird direkt ins Gelenk gespritzt, allerdings nur, wenn der Patient nicht unter Diabetes leidet oder blutverdünnende Medikamente einnimmt. Vom „vielleicht letzten Versuch vor einer Operation“ spricht Oberärztin Vogel schließlich noch mit Blick auf so genannte Knorpelaufbauspritzen. Die Kosten allerdings muss der Patient selbst tragen, es handelt sich dabei um keine kassenärztliche Leistung.


Ein Blick auch auf operative Therapieansätze jenseits der Knieprothesenimplantation. Einen minimalinvasiven Eingriff stellt laut der Medizinerin die Spiegelung des Kniegelenks dar, dabei wird mittels Schlüssellochmethode ins Knie eingedrungen und mit kleinen Schleifgeräten und einem Fräser fransiger Knorpel entfernt. „Das Problem ist: Knorpel wächst nicht nach. Wo er weg ist, ist er weg“, sagt Dr. Vogel. Dennoch könne der Eingriff helfen, da der störende Abrieb behoben wird.


Scheint eine falsche Belastung durch O- oder X-Beine Auslöser der Arthrose zu sein, kann eine Korrektur der Beinachse ratsam sein – ein Verfahren, vor dem mancher Patient jedoch zunächst  zurückschreckt, denn dafür muss der Knochen künstlich gebrochen werden. Bis der Patient wieder arbeitsfähig ist, dauert es laut Vogel um die zehn Wochen.  Sie betont: Das Verfahren tauge nur, wenn die Arthrose noch nicht zu sehr fortgeschritten sei. Als weitere Option verweist die Oberärztin noch auf eine Art Transplantation von Knorpelzylinder. Dieser wird dabei aus einer gesunden Zone entnommen und an der Problemstelle wieder eingesetzt. Allerdings biete sich das Verfahren nicht bei jedem Patienten an.


Den oftmals letzten Ausweg stellt schließlich die Kniegelenksprothese  dar. Der stationäre Krankenhausaufenthalt dauert laut Oberärztin Vogel in der Regel zehn bis 14 Tage. Der Patient bewegt sich nach der Operation anfangs mit Gehhilfen. In der Physiotherapie setzen Therapeut oder auch eine Maschine das Gelenk passiven Bewegungen aus, Ziel ist es dabei, eine Beugung des Knies von wieder mindestens 90 Grad zu erreichen. Als Anschlussheilbehandlung folgt möglichst zeitnah zum stationären Aufenthalt eine Kur.

Der Artikel  ist unter anderem  im  Magazin „Gesundheit!“ erschienen.

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Infokasten: So verläuft eine Knieprothesenimplantation


Bei der Knieprothesenimplantation wird das Kniegelenk zunächst geöffnet und die zerstörten Gelenkflächen an Oberschenkel und Schienbeinknopf werden entfernt, um das Knochenlager für die Prothese vorzubereiten. Über Probekomponenten wird überprüft, ob die Originalprothese passt – anschließend wird selbige eingesetzt und verankert, mit oder ohne Knochenzement. Während der Operation liegt der Patient in der Regel in Narkose, auch eine Spinalanästhesie ist denkbar. „Die Operation ist schmerzhaft, das muss man sagen“, sagt  Chefarzt Dr. Uwe Seidenspinner unumwunden. Das Blut des Patienten werde aufgefangen und wenn möglich retransfusioniert, deshalb liege er nach der OP bis zu sechs Stunden im Aufwachraum. Der stationäre Aufenthalt dauert zehn bis 14 Tage.