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Schüler mit Profis auf einer Bühne
Patenprojekt
Die 10b des Grünewald-Gymnasiums in Würzburg gestaltet ein

Jugendkonzert des Philharmonischen Orchesters am Mainfrankentheater – Ein Besuch bei der Generalprobe

 

Von Michaela Schneider

Würzburg Passt das Bühnenlicht, sind die Musiker bereit? Generalmusikdirektor Enrico Calesso und das Philharmonische Orchester Würzburg setzen in ihrer Generalprobe zum 4. Jugendkonzert am Mainfrankentheater zu Arnold Schönbergs „Verklärter Nacht“ an. Erste Töne er- und verklingen. Dann stimmt eine Schülerin aufs Konzert ein - und wird gestört. Ein Mädchen betritt den Theaterraum, spricht ins Handy und schert sich nicht weiter ums Bühnengeschehen. Zwischen den Schülerinnen entwickelt sich ein Gespräch, die eine macht die andere neugierig auf das Schönbergsche Werk – und das an diesem Abend noch fiktive Publikum ebenfalls.

 

Erfrischend locker und trotzdem mit echter Ernsthaftigkeit gehen die beiden Mädchen an die Moderation des Jugendkonzerts ran  - ebenso wie ihre Klassenkameraden vom Grünewald-Gymnasium ans komplette Patenklassenprojekt. Hintergrund: Die 10 b darf als erste Patenklasse überhaupt ein Jugendkonzert am Mainfrankentheater gestalten. Fest stand anfangs nur, dass das Philharmonische Orchester Schönbergs „Verklärte Nacht“ und Debussys „Prélude à l’après-midi d´un faune“ spielen wird. Dann hatten die Schüler zusammen mit ihrer Lehrerin Eva Riedel sowie Beate Kröhnert, Konzertdramaturgin am Mainfrankentheater, gut zwei Monate lang Ideen gesammelt und ausgearbeitet, hatten fotografiert, gemalt, gefilmt und geprobt.

 

Das Ergebnis bei der Generalprobe beeindruckt, Alltägliches begegnet Kunstvollem unverkrampft frisch. Da wird Schönbergs Werk in knappen Schauspielszenen erklärt. Ein poetisches Schattenspiel in Schwarz-Weiß flimmert über die Leinwand. Später blitzen Gemälde und Fotografien auf.  Zwei Nymphen umtanzen auf der Bühne einen jungen Mann.

 

„Größte Herausforderung für die Schüler war, dass sie ihre Ideen vor Gleichaltrigen präsentieren werden“, sagt Lehrerin Riedel. Klar, dass da immer auch die Angst mitschwingt, sich zu blamieren. Doch nach einer sehr gelungenen Generalprobe dürfte klar sein, dass dies nicht passieren wird. Immer wieder sei sie überrascht worden, welche verborgenen Talente in den Zehntklässlern schlummern, erzählt Riedel. Bei der Organisation angefangen bis hin zu einem Jugendlichen, dem der Tonmeister während der Proben eine Sprecherkarriere empfahl.  Für sie selbst – und vermutlich auch für ihre Schulklasse - sei es extrem befriedigend gewesen, an einem Thema einmal mit echtem Tiefgang zu arbeiten.

 

Und was können die Schüler aus der Projektarbeit für sich mitnehmen? Alexander zum Beispiel schloss sich der Organisationsgruppe an und sammelte hier erste Erfahrungen fürs spätere Berufsleben, denn der 16-Jährige würde gern im Management arbeiten. Konzerte betrachte er jetzt mit ganz anderen Augen: „Früher bin ich zum Jugendkonzert hin- und wieder weggegangen. Wie viel Arbeit wirklich dahinter steckt, weiß ich erst jetzt.“ Auch die 16-jährige Theresa hat durch den Blick hinter die Kulissen und ihr Engagement in der Dramaturgiegruppe eine andere Sichtweise aufs Theater gewonnen. Und: „Es war schön zu sehen, dass sich das Theater so offen zeigt und wir selbst Entscheidungen treffen durften.“ Ihre 16-jährige Schulkameradin Sophie ergänzt: „Toll war, mit welcher Disziplin in der Klasse gearbeitet wurde. Ich hatte erwartet dass wir etwas schaffen – aber nichts ganz so Großes.“

Der Artikel ist im Main-Echo erschienen.

Infokasten: Über das Patenklassenprojekt

 

Im April fiel der Startschuss zum Projekt „Patenklasse 4. Jugendkonzert“. Die Idee: Eine Schulklasse kümmert sich eigenständig um die Gestaltung und Planung eines Jugendkonzerts des Philharmonischen Orchesters Würzburg. Eine Konzertdramaturgin begleitet sie – lässt aber so viel freie Hand wie möglich. Heißt: Sämtliche Ideen stammten von den Schülern, an Texten, Moderation, technischer Umsetzung und Szenen feilten Jugendliche und Profis dann gemeinsam. Weitere Patenprojekte sollen folgen. Generalmusikdirektor Enrico Calesso erhofft sich von den Patenklassen frische Energie am Mainfrankentheater. Die Schüler selbst erhalten intensive Einblicke in die Theaterwelt und eröffnen durch eine Vermittlung auf Augenhöhe einen anderen Zugang zum jungen Publikum. „Ich hoffe, dass die Jugendlichen spüren und sehen, dass sie im Theater auch auf der anderen, aktiven Seite agieren können“, sagt Calesso.