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Dolce Vita und die süße Schwere von Amore
Italienische Nacht
Sopranistin Ania Vegry begeistert zusammen mit dem Philharmonischen
Orchester Würzburg im Kaisersaal – Andrea Sanguineti verabschiedet sich aus Amt des Ersten Kapellmeisters

 

Von Michaela Schneider

Würzburg Ein Gondoliere in den Kanälen von Venedig, ein Liebespaar in einer Sommernacht auf der Spanischen Treppe, ein Sonnenuntergang auf Capri: Ganz viel Emotion lässt Andrea Sanguineti das Philharmonische Orchester Würzburg ins Intermezzo der Mascagni-Oper „Cavalleria Rusticana“ legen und malt in der Fantasie des Publikums  Bilder des Dolce Vita, des süßen italienischen Lebens. Und ja, genau das will das Publikum an diesem Wochenende vom Philharmonischen Orchester Würzburg hören im Kaisersaal der Residenz, will der süßen Schwere von Amore und ausgelassener südländischer Lebensfreude nachspüren. Bravo! Die „Italienische Nacht“ ist längst Traditionsveranstaltung in Würzburg und meist schon Monate im Vorfeld ausverkauft.

 

Den Charme macht dabei das Gesamtpaket aus: Das barocke Ambiente der Residenz, feine Leckereien für Ohr und Gaumen, ein Feuerwerk im Hofgarten, Prosecco und gute italienische Weine am lauen Sommerabend. Als Gastsolistin hatte Würzburgs Erster Kapellmeister Sanguineti heuer Sopranistin Ania Vegry geladen. Die musikalische Chemie stimmt – das mag nicht zuletzt daran liegen, dass die beiden auch im privaten Leben ein Paar sind.    

 

Für Sanguineti bildete die italienische Nacht ein Stück weit sein Abschiedsdebüt: Nach zwei Jahren im Amt des Ersten Kapellmeisters wird er Würzburg verlassen und ab der kommenden Spielsaison als Generalmusikdirektor die musikalischen Geschicke am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau lenken. In der Residenz präsentiert er einen Querschnitt durch die große italienische Musikgeschichte: Salieri, Locatelli, Vivaldi, Rossini, Bellini, Respighi und Mascagni bringen den Kaisersaal zum Klingen.

 

Doch zunächst der Blick auf den Star des Abends. Sopranistin Ania Vegry gilt nicht umsonst als eines der hoffnungsvollsten Talente der jungen Sängergeneration. In Würzburg stellt sie sich dem Publikum zunächst jugendlich-ausgelassen vor. Wie italienischen Prosecco präsentiert sie die Arie der Calloandra aus Antonio Salieris „La fiera di Venezia“: spritzig, frech, frisch. Die Sopranistin schwingt sich mit sympathischer Leichtigkeit durch die lachenden Koloraturen und virtuosen Ziergemälde, scheint auch in extremen Gesangsregionen keine Grenzen zu kennen. So richtig unter die Haut gehen indes erst ihre späteren Auftritte: Vor allem bei Rossinis Otello-Arie „Canzone del salice“ würde man am liebsten mitseufzen, so vollkommen fühlt sich Ania Vegry in die Rolle der Desdemona ein. Die Wärme in den dunkleren Passagen, die schicksalhafte Dramatik, die sanfte Harmonie zwischen Harfe und Sopran begeistern. Genau für diese Vielfalt - mal jugendlich frech, mal voller dramatischer Verzweiflung - bejubelt auch das Würzburger Publikum die Sängerin.  

 

Das Philharmonische Orchester Würzburg steigert sich im Laufe des Abends. Trotzdem bildet Ottorino Respighis „Antiche danze ed Arie per liuto“ einen interessanten Einstieg ins Konzert, zählte der Komponist doch zu jenen Musikern, die - der Opernkultur des 19. Jahrhunderts überdrüssig – sich auf die Spuren alter Schätze ihrer italienischen Kunstgeschichte begaben. Die „Italienische Nacht“ beginnt mit vollem, gerade auch in den Celli und Bässen sehr ausgeprägtem Klangkörper. Ausdrucksstark und klangmächtig, zum Teil leider etwas verwaschen - der Kaisersaal verzeiht nun mal auch keine kleinen Präzisionsmängel. Deshalb auch statt auf einen Locatelli lieber noch einen Blick geworfen auf die Sinfonia zu Bellinis Oper „I Capuleti e i Montecchi“. Trommelwirbel, voller Klang, klare Akzentuierung, südländische Lebensfreude, singende Melodie, ein sprühendes Orchester: Zuhören macht hier rundum Spaß beim vielleicht am italienischsten präsentierten Werk des Abends!

 

Das Publikum ist am Konzertende begeistert, einzelne kleine Schwächen vor der Pause sind dem Orchester längst verziehen. Drei Zugaben werden eingefordert, dann schließlich  folgt aufs konzertante Feuerwerk im Kaisersaal das pyrotechnische im Hofgarten.

Der Artikel ist unter anderem im Main-Echo erschienen.