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Von Michaela Schneider

 

Würzburg Verdammt spannend für kleine Fans! Erst fiebert man 90 Minuten mit, ob die beiden Freunde Huckleberry Finn und Jim den skrupellosen Sklavenjägern auf der Leinwand entkommen. Und dann sind im Anschluss noch die echten Stars da, plaudern mit Kindern und Eltern, geben Autogramme und lassen sich fotografieren. Zum Start des deutschen Films „Die Abenteuer des Huck Finn“ stellten Regisseurin Hermine Huntgeburth, Jacky Ido und Teeniestar Leon Seidel den zweiten Teil des Leinwand-Abenteuers um Mark Twains Romanhelden persönlich im Cineworld-Kino in Dettelbach vor. Mit dabei war auch die neunjährige Marie aus Würzburg – und hatte im Anschluss sogar die Möglichkeit, mit dem 16-jährigen Leon Seidel selbst zu sprechen.

 

Huck Finn ist im Film inzwischen bei der Witwe Douglas und Miss Watson untergekommen, ist wohlhabend und wird von dem Haussklaven Jim bedient. Da taucht eines Tages sein geldgieriger Vater in St. Petersburg auf. Zeitgleich erscheinen Sklavenhändler im Ort – und die Witwe verkauft Jim heimlich. Huck und Jim beschließen, auf einem selbstgebauten Floß über den Mississippi zu fliehen. Huck will seinem Vater entkommen, Jim will in ein Land gelangen, in dem die Sklaverei abgeschafft ist. Eine dramatische Flucht beginnt.

 

Es geht um Abenteuer und um Freundschaft. Und manchmal wird’s richtig poetisch, wenn Huck und Jim in zauberhafter Flusslandschaft über das Leben und ihre Zukunftspläne philosophieren. Hermine Huntgeburth verzichtet in der Adaption des Literaturklassikers auf spektakuläre Animationen, das Roadmovie auf dem Fluss spielt – wie die Romanvorlage – im Amerika des 19. Jahrhunderts. Die Regisseurin macht es sich nicht leicht, indem sie im Familienfilm die Themen Sklaverei und Diskriminierung ins Zentrum rückt, Folter und Gewalt inbegriffen. Doch vielleicht kommt der Film gerade bei Klein und Groß an, weil die Geschichte dabei auf den moralischen Zeigefinger verzichtet und dadurch nach dem Abspann erst recht beschäftigt.

 

Die neunjährige Marie aus Würzburg will den Abenteuerstreifen auf jeden Fall weiterempfehlen, geeignet für Kinder ab acht Jahren lautet ihre ganz persönliche Altersempfehlung. „Der Film war total spannend“, sagt die Neunjährige, ergänzt aber gleich: Nicht zu spannend, weil sich gruselige Szenen immer wieder mit lustigen abgewechselt hätten. Als einer der Sklavenjäger von seinem Kumpan in düsterer Nacht- und Nebelstimmung ermordet wird, zuckt sie im Kinositz zusammen, kurz darauf kann sie wieder herzhaft über die spaßige Wasserschlacht zwischen Huck und Jim lachen.  Über Sklaverei wusste Marie vor dem Kinobesuch nicht viel, dass es im  Film aber auch um so ein ernstes Thema geht, findet sie gut: „Da lernt man im Kino noch was, das ist doch toll“, sagt die Viertklässlerin.

 

Regisseurin Huntgeburth verrät später im Kinosaal Details zu den Dreharbeiten: 50 Tage dauerten diese, gedreht wurde rund um Berlin, in Sachsen und im Donaudelta. Viele Szenen mussten zudem im Studio entstehen, denn: Hauptdarsteller Leon Seidel in der Rolle des Huck Finn war damals  15 Jahre jung. Deshalb durfte der Teenie-Schauspieler nicht länger als drei Stunden am Tag und höchstens bis 22 Uhr arbeiten. Viele der Szenen im Film spielen jedoch nachts. Marie ist baff: „Das sah alles ganz echt aus, vor allem das Schiffswrack“, sagt sie. Für Verblüffung im Kinosaal sorgt auch: Schauspieler Jacky Ido (35), spätestens bekannt seit dem Kinostreifen „Die weiße Massai“, kann kein Deutsch. Und trotzdem spricht er die Rolle des Sklaven Jim von Anfang bis Ende selbst. Das sei viel Ehrgeiz und harte Arbeit mit einem Lehrer gewesen, sagt Huntgeburth.

 

Nach dem Publikumsgespräch gibt’s Autogramme und jede Menge Blitzlichtgewitter im Foyer des Cineworld. Und dann kann Marie Leon Seidel endlich die Frage stellen, die ihr längst schon unter den Nägeln brennt: Wie wird man eigentlich Schauspieler? Der 16-Jährige verrät: Das sei richtig harte Arbeit gewesen mit Castings und mancher Enttäuschung. Beim Casting zu Bully Herbigs Wickie-Film sei er zum Beispiel zweiter geworden. Schauspielerisch habe er sich vor allem durch die Praxis weiterentwickelt: „Viele große Schauspieler sagen mir, dass ich besser geworden bin, dann wird was dran sein.“ Und trotzdem will Leon Seidel jetzt erst einmal mit der Schauspielerei pausieren. „Ich will erst die Schule fertig machen und dann weiterdrehen“, sagt er.

 

Also wird kein weiteres Abenteuer von Huck Finn und Tom Sawyer folgen? Nein, sagt auch Regisseurin Huntgeburth. „Zweimal Tom Sawyer reicht, sonst wird man so festgelegt auf ein Genre. Ich will lieber immer wieder Neues probieren.“

 

 

Spannendes Flußabenteuer und Stars hautnah

Kino Regisseurin Hermine Huntgeburth und die Schauspieler Leon Seidel und Jacky
Ido präsentieren im Cineworld in Dettelbach „Die Abenteuer des Huck Finn“ persönlich


Forschungsverbund setzt sich mit den Ursachen und Folgen für Mensch und Natur auseinander

          

Fan Marie lässt sich mit den Stars (von links) Jacky Ido, Leon Seidel und Hermine Huntgeburth fotografieren.        Foto: Michaela Schneider

 

Auch die neunjährige Marie holt sich ihr Autogramm bei (von links) Jacky Ido,Leon Seidel und Hermine Huntgeburth ab.      

 

Foto: Michaela Schneider

Autogrammstunde mit (sitzend, von links): den Schauspielern Jacky Ido und Leon Seidel sowie Regisseurin Hermine Huntgeburth.  

 

Fotos: Michaela Schneider

Wie Bierbrauen früher ablief, zeigt das kleine Brauerei-Museum der Post-Brauerei Nesselwang.

Der Artikel ist unter anderem in Main-Echo erschienen.