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Musikalische Artenvielfalt
Beim Hafensommer Würzburg können Besucher ab dem 24. Juli wieder zu
einer kleinen Weltreise antreten, fernab von künstlerischer Monokultur und Schubladendenken


Von Michaela Schneider
Würzburg  
Genre- und Stilbezeichnungen vermeidet Jürgen Königer ganz bewusst, wenn er über den Hafensommer Würzburg spricht. Jenseits vordergründiger Maxime der Unterhaltungsbranche kann das Publikum auch 2015 wieder Musiker und Bands aus zahlreichen Ländern von der Schweiz über Island bis Südafrika erleben. Star seien nicht nur die Stars selbst, der eigentliche Star des Hafensommers sei eigentlich das Programm, sagt Königer. Nahezu von Beginn an ist der gebürtige Schweinfurter künstlerischer Leiter des Festivals am Main, heuer geht es vom 24. Juli bis 9. August in die neunte Runde.


Zunächst ein Blick auf den Hafensommer 2015: Was erwartet die Besucher?

Jürgen Königer: Das Publikum kann wieder zu einer kleinen Weltreise antreten und große musikalische Vielfalt erleben – von der südafrikanischen Legende Hugh Masekela, über Begegnungen zwischen dem legendären Rhythmus-Gespann Sly & Robbie und dem Ausnahmetrompeter Nils Petter Molvær bis hin zu einer der spannendsten schwedischen, aber bei uns bisher noch nahezu unbekannten Band Tula. Apropos Schweden: Musik aus Skandinavien ist heuer einer der heimlichen Festival-Schwerpunkte. Neben Gruppen aus Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark und Faröer, findet deshalb auch eine skandinavische Nacht mit Musikern des Programms unplugged, Kurzfilm und Kunstinstallation statt. Und auch die Alpenrepublik Schweiz ist auffällig präsent beim Festival, unter anderem mit Sängerinnen wie Sophie Hunger, Olivia Pedroli oder Erika Stucky. Persönlich freue ich mich sehr auf den Konzertabend Dauner + Dauner / Pohjonen + Pohjonen. Auftreten werden zunächst Vater und Sohn Dauner, dann Vater mit Tochter Pohjonen. Das Format „It’s a family affair“ würde ich in kommenden Jahren gerne weiterführen.  


Den Hafensommer gibt es seit 200. Wie kam es eigentlich damals zu dem Festival?

Königer: Als das Heizkraftwerk beim Alten Hafen renoviert wurde, entstand damals die Treppe ins Wasser. Damit einher gingen auch auf Initiative des neuen Kulturreferenten Muchtar Al Ghusain hin Überlegungen, wie man diese nutzen könnte. Plötzlich stand die Idee zu einer Bühne im Wasser im Raum. Und dann ging alles für Würzburger Verhältnisse ganz schnell. Im Frühjahr 2007 begannen die Planungen, im Juli/August veranstalteten wir den ersten Hafensommer. Damals traten aus Zeitgründen vor allem lokale Bands auf. Aber meine Vision war von Beginn an, etwas von internationalem Rang zu schaffen, trotz des begrenzten Budgets.


Worauf legen Sie bei der Programmgestaltung besonderen Wert?

Königer: Der Hafensommer bewegt sich jenseits des Schubladendenkens. Viele Mainstream-Medien bieten aus kommerziellen Gründen nur eine formatierte Monokultur, wir kämpfen für Inhalte und eine Artenvielfalt. Der Hafensommer ist somit sogar gesundheitsfördernd (lacht)… Wir vermeiden selbst in Pressetexten ganz bewusst Stilbezeichnungen wie Pop, Jazz oder Rock – und viele der Künstler wollen sich auch ganz bewusst nicht in diese Kategorien einfügen, sondern stehen als Künstler und Persönlichkeiten mit ganz eigener Identität. Ein sehr gutes Beispiel ist hierfür etwa die Schweizer Sängerin Sophie Hunger, die heuer zum vierten Mal auftreten wird.


Wo finden Sie eigentlich die zum Teil bei uns recht unbekannten Künstler?

Königer: Ich bin seit mehr als 25 Jahren in der Kulturbranche tätig, dadurch habe ich einen riesigen Kontaktpool. Darüber hinaus ist mir der aktive Part sehr wichtig, es gibt einfach immer wieder Neues zu entdecken.. Ich bin viel auf Konzerten, Festivals und Messen unterwegs, dazu zählen zum Beispiel Branchentreffen wie die „Jazzahead!“ in Bremen oder Festivals im In- und Ausland. Ich erlebe immer wieder Überraschungen, die norwegische Sängerin Marie Kvien Brunvoll zum Beispiel überzeugte mich einst bei der „Jazzahead!“ dermaßen, dass ich sie quasi last-minute noch vor Ort buchte. Viele der Künstler sind in ihren Heimatländern Größen, aber in Deutschland kennt man sie (noch) nicht. Wichtig ist mir zudem: Auch wenn die Wochen des Hafensommers unter keinem speziellen Thema stehen, möchte ich nicht nur Acts aneinanderreihen. Ich glaube das Publikum spürt diese Stringenz und Kontinuität im Programm. Das Profil des Hafensommer-Programms ist unsere wichtigste inhaltliche Komponente.


Weil die Mauer im alten Hafen saniert werden musste, zog das Festival vor drei Jahren auf die andere Mainseite um. Wann kehrt der Hafensommer wieder zurück in den Alten Hafen?

Königer: Eigentlich hatte ich ja gehofft, dass wir schon heuer in den Alten Hafen zurückgehen können, dann verzögerten sich die Sanierungsarbeiten. Im Oktober soll das Gelände nun nach aktuellem Stand eingeweiht werden. Darüber bin ich froh, denn der Hafen, die Treppe, das kunstummantelte Ambiente und die Weinberge gegenüber machen nun einmal die Identität des Festivals aus. Der Titel „Hafensommer“ ist dabei natürlich auch mit einem Augenzwinkern verbunden. Hamburger beispielsweise schmunzeln immer über unser Hafenbecken. Aber zurück zur Standortfrage: Auch das Ausweichgelände hatte nicht nur Nachteile, zum Beispiel im Hinblick auf mehr Platz für die Gastronomie. Es gab allerdings auch schon vorher Überlegungen, diesbezüglich auch im Alten Hafen Veränderungen zu ermöglichen.


Programmdetails und Karten unter www.wuerzburg-hafensommer.de

Jürgen Königer ist Künstlerischer Leiter des Hafensommers Würzburg.

Foto: Michaela Schneider


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Der Artikel  ist unter anderem  im Main Echo erschienen.