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Zarte Streicher und swingende Bläser
Philharmonisches Orchester und Big Band Würzburg eröffnen bei der Sparda-Bank Classic
Night gemeinsam den Würzburger Hafensommer – ein bisschen Klassik und große Broadway-Melodien


Von Michaela Schneider

Würzburg Ja, bei mancher Melodie wäre man am liebsten aufgestanden und hätte getanzt heute Nacht, die ganze Nacht, heut Nacht…. Einfach, weil die stimmungsvolle Atmosphäre auf den Würzburger Mainwiesen inspiriert und die Begeisterung der Musiker und Solisten Barbara Schöller, Anja Gutgesell und Richard Peschut auf der Hafensommer-Bühne mitreißt. Die inzwischen 8. Sparda-Bank Classic Night stand unter dem Motto „Summertime“, als roter Faden zog sich das Thema Tanz versteckt oder auch offen durch den Abend. Gleich zwei Neuerungen erwarteten das Publikum: Erstmals dirigierte Generalmusikdirektor Enrico Calesso das Philharmonische Orchester Würzburg beim Hafensommer-Eröffnungskonzert selbst. Und: Nach der Pause ergänzte und bereicherte die Big Band Würzburg den Orchesterklang zum großen Klangapparat. Der Würzburger Hafensommer dauert bis einschließlich 10. August und gilt als eine der spannendsten Kulturveranstaltungen in Bayern, die weniger auf Mainstream als auf versteckte Perlen, Grenzgänger und Experiment setzt.


Traditionell werden die Karten zur Sparda-Bank Classic Night nicht verkauft, sondern verlost, um Kultur für jeden erlebbar zu machen. Und so bewegt sich die Stückauswahl in diesem Jahr zwischen leichten Musicalmelodien aus bekannten Werken wie „My fair lady“ oder „Westside Story“ und großen Broadwayklassikern, die auch schon Größen wie Frank Sinatra oder Barbara Streisand interpretierten. Mit der Ouvertüre aus dem „Zigeunerbaron“ und Musettas Walzer aus der Oper „La Bohème“ wagt sich Enrico Calesso nur an zwei Werke der leichten, eingängigen Klassik heran. Freilich, dabei kann wenig schief gehen: Die Melodien kommen auch bei Publikum mit wenig Kulturerfahrung an und das Philharmonische Orchester bewegt sich auf sehr sicherem Boden. Doch hätte sich mancher renommierte Konzert- und Theatergänger bei der Stückauswahl ergänzend einen Tick anspruchsvollere Klassik gewünscht – gerade mit Blick aufs eigentliche Hafensommerkonzept.


Den ersten Teil des Abends gestaltet das Philharmonische Orchester Würzburg zunächst noch ohne die Big Band. Auf gut bewährte Weise setzt Enrico Calesso auf emotionales, dynamisches, mitreißend-beschwingtes Spiel in den Soli und auf zurückhaltende Begleitung in den Gesangspassagen. Zu Beginn leicht verwaschen, doch am Ende besonders mitreißend: der instrumentale „Malambo“ aus Alberto Ginasteras Estancia-Suite.


Mit Barbara Schöller und Anja Gutgesell, beide Ensemblemitglieder des Würzburger Mainfranken Theaters,  stehen zwei fürs Crossover-Programm prädestinierte Solistinnen auf der Bühne, denn beide bewegen sich stilsicher sicher zwischen Operette und Jazz, Oper und Musical. Wie gut sich Schöllers warme, erwachsene Stimme und Anja Gutgesells frecher, jugendlicher Sopran ergänzen, erlebt das Publikum etwa in dem Duett „A boy like that“ aus dem Musical „West Side Story“. Vielleicht Anja Gutgesells schönster Auftritt an diesem Abend: der wunderbar zart gesungene Musetta-Walzer aus La Bohème. Barbara Schöllers größte Auftritte folgen nach der Pause, zu Recht schreckt sie nicht zurück vor den großen Nummern einer Barbara Streisand oder Liza Minnelli. Leidenschaftlich und mitreißend vor allem ihr „Maybe this time“ aus dem Musical „Cabaret“.


Verstärkt werden die beiden Solistinnen nach der Pause um eine männliche, in Würzburg bis dato weniger bekannte Stimme, denn tatsächlich verdient sich Musikstudent Richard Peschut bislang vor allem als Hochzeitssänger und Musiklehrer sein Geld. Trotzdem reißt er das Publikum schnell mit, etwa bei der Sinatra-Nummer „Hello Dolly“ - schlichtweg, weil man merkt, wie viel Spaß ihm der Auftritt vor großem Publikum beim Hafensommerkonzert bereitet.


Inzwischen sitzen auf der Bühne links nur noch die Streicher des Philharmonischen Orchesters, rechts gegenüber die Big Band Würzburg – eine seit 2012 bestehende Formation aus 20 Profimusikern. Sämtliche Arrangements für den ungewöhnlichen Klangapparat nach der Pause stammen von dem unterfränkischen Komponisten, Arrangeur und Produzenten Manfred Knaak. Seit 1998 hält er zudem einen Lehrauftrag für Musicalproduktion an der Hochschule für Musik Würzburg. Die Big Band dominiert nun zwar zu großen Teilen das Bühnengeschehen, den Reiz der Kooperation macht aber vor allem der ergänzende Kontrast zwischen zarten, singenden Streicherpassagen und energiegeladenem, kraftvoll swingendem Big-Band-Sound aus. Besonders geht eine jazzige, sehr exquisite Instrumentalversion der Big Band des „Summertime“ unter die Haut.  

Gute Laune bereitet die Sparda-Bank Classic Night aber, weil das Publikum miterlebt, wie sich Solisten, Orchester und Big Band im Laufe des Abends hochsteigern und allesamt unübersehbar Spaß haben am Spiel in lauer Sommernacht. Nach zwei Zugaben  und verdient-anhaltendem Applaus endet ein mitreißendes Konzert und hat der Würzburger Hafensommer 2014 begonnen.

Der Artikel  ist unter anderem  iin den Fränkischen Nachrichten erschienen.

Sängerin Barbara Schöller und das Philharmonische Orchester unter dem Dirigat von Enrico Calesso beim Würzburger Hafensommer.


Fotos: Michaela Schneider

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Infokasten: Über den Würzburger Hafensommer 2014


Der 8. Würzburger Hafensommer bringt bis einschließlich 10. August wieder Musiker mit sehr umfangreichem Musikspektrum an den Main. Bei dem zweieinhalbwöchigen Festival spielen unter anderem Helge Schneider, die frühere „Wir sind Helden“-Frontfrau Judith Holofernes und die amerikanische Songwriterin Suzanne Vega. Das Programm präsentiert sich damit erneut als abwechslungsreiche und mutige Mischung aus bekannten Stars, jungen, internationalen Entdeckungen und Lokalgrößen Seinem Namen kann der Hafensommer allerdings auch 2014 nicht ganz gerecht werden: Wegen einer bröckelnden Kaimauer muss das Festival erneut ans andere Ufer auf die Mainwiesen ausweichen. Programmdetails unter www.hafensommer-wuerzburg.de