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Knobeleien, Frischluft und Bewegung fürs Gehirn
Am Samstag ist „Tag der geistigen Fitness“ – Eine Gedächtnistrainerin
verrät im Interview, wie man der Vergesslichkeit einen Riegel vorschieben kann

 

Von Michaela Schneider

Würzburg „Guten Tag Herr… ähhh…“  Plötzlich fällt ein Name nicht mehr ein. Und wo lagen noch mal die Autoschlüssel? Mit Denkaufgaben und Knobeleien, aber auch mit Bewegung und Frischluft lasse sich der eigenen Vergesslichkeit ein Riegel vorschieben, sagt die 65-jährige Gedächtnistrainerin Gerlinde Steinheim aus Roßbrunn im Landkreis Würzburg. Um fürs ganzheitliche Gedächtnistraining zu werben, ruft der Bundesverband Gedächtnistraining am 21. September den „Tag der geistigen Fitness“ aus. Steinheim ist Mitorganisatorin eines Aktionstags in Würzburg.

 

Warum sind wir eigentlich so vergesslich?

Gerlinde Steinheim: Ob wir uns etwas merken oder gleich wieder vergessen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dass wir vieles von dem nicht behalten, was auf uns einströmt, ist auch ein Selbstschutz. Dass wir aber Dinge vergessen, die wir uns eigentlich merken wollen, liegt  an mangelnder  Aufmerksamkeit oder daran, dass wir versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Auch die psychische und physische Verfassung spielt eine Rolle. Vieles wird deshalb gar nicht erst im Langzeitgedächtnis  abgespeichert.

 

Wie kann ich mir wichtige Dinge am besten merken?

Steinheim: Am besten behält man etwas, wenn man emotional bewegt ist. Sehr freudige oder sehr schlimme Erlebnisse bleiben uns meist lange oder sogar immer in Erinnerung. Schüler aber sind beim Vokabellernen sicher nicht immer begeistert. Um sich neuen Lernstoff einzuprägen, helfen Interesse, Konzentration und Stressfreiheit. Hilfreich ist es, mit mehreren Sinnen Neues aufzunehmen – also zu sehen, zu hören, zu sprechen und zu schreiben. Wiederholung und  ausreichend Schlaf garantieren, dass das  Neuerlernte im Langzeitgedächtnis abgelegt wird. Außerdem ist für die Leistungsfähigkeit des Gehirns  ausreichendes Essen und Trinken entscheidend. Es braucht viel Energie, um voll leistungsfähig zu sein.

 

Viele Menschen tun sich schwer mit dem Namensgedächtnis…

Steinheim: Ja, darüber klagen viele! Mein Tipp: Wenn sich Ihnen jemand  vorstellt, sprechen Sie seinen Namen laut aus.  Fragen Sie nach, wenn Sie nicht ganz sicher sind. Versuchen Sie sich ein Bild  zum Namen einzuprägen, vielleicht ist Herr Lang zum Beispiel sehr kurz? Dann stellen Sie sich ein ganz kleines Männlein vor, das aber Lang heißt. Der Hintergrund dabei ist, dass man sich Dinge leichter merkt, wenn man ein Bild dazu vor Augen hat.

 

Was passiert in unserem Gehirn, wenn wir uns Dinge merken?

Steinheim: In unserem Gehirn befindet sich ein Netzwerk von Nervenzellen. Die Verbindungsstellen heißen Synapsen. Informationen werden durch Botenstoffe über die Synapsen von einer auf die andere Nervenzelle übertragen. Je mehr solcher Verknüpfungen wir haben, desto mehr Informationen können wir uns merken und abrufen.

 

Und wie kann ich mein Gehirn fit halten?

Steinheim: Die Voraussetzungen sind gut, wenn Sie sich mit viel Verschiedenem  befassen, vielseitig interessiert sind, soziale Kontakte pflegen und sich regelmäßig bewegen. Erhalten und verbessern lässt sich die Gedächtnisleistung  mit Hilfe eines ganzheitlichen Gedächtnistrainings, das Körper, Geist und Seele anspricht. Dieses eignet sich für Erwachsene jeden Alters, auch  für Schulkinder und Jugendliche. Die Konzentration wird gestärkt und man lernt Merkhilfen kennen. Auch bei demenzkranken Menschen kann man mit speziellen biografischen Übungen das Wohlbefinden stärken und das Bewusstsein, etwas zu können. Beim ganzheitlichen Gedächtnistraining trainiert man das Gedächtnis auf spielerische Art abwechselnd mit Bewegungs- und Entspannungsübungen. Die  Teilnehmer sollen dabei  Freude haben und frei sein von Leistungsdruck.

 

Welche Übungen machen Sie zum Beispiel?

Steinheim: Zum Beispiel machen wir Wortschatzübungen und spielen dabei „Teekesselchen“ oder wir suchen zu jedem Buchstaben des Alphabets einen Vogel oder einen Namen. Wir trainieren das Zahlengedächtnis mit Zählspielen. Wichtig ist, nicht immer nur die gleichen Übungen zu machen, sondern dem Gehirn dauernd Neues zu bieten. Und: Halten Sie beide Gehirnhälften fit!

 

Wofür ist welche Gehirnhälfte zuständig?

Steinheim: Es heißt etwas flapsig ausgedrückt: Links wird gedacht, rechts wird gelacht. Allgemein gesagt ist die linke Seite  fürs Rationale, Analytische und die rechte Gehirnhälfte für Intuition und Kreativität zuständig. Leider wird die rechte Gehirnhälfte oft vernachlässigt, hier geht es um Fantasie, Ideen, Musik und Kunst. Außerdem steuert die rechte und linke  Hirnhälfte die Bewegungen der jeweils entgegengesetzten Seite des Körpers. Deshalb ist es  wichtig, die beiden Hirnhälften oft  zu vernetzen, zum Beispiel durch Überkreuzbewegungen und Übungen, bei denen Fantasie und Kreativität gefragt sind.

 

Warum braucht unser Gehirn Bewegung?

Steinheim: Wenn wir uns bewegen, wird das Gehirn besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, am besten im Freien. Hierbei bilden sich neue Synapsen und sogar neue Nervenzellen. Somit wird die Denkleistung verbessert. Tanzen ist zum Beispiel ein ideales Gedächtnistraining! Wir merken uns Schrittfolgen, bewegen uns und pflegen soziale Kontakte. Ich mache mit einigen Gruppen Brainwalking.  Das ist ein  Spaziergang im Freien inklusive Gedächtnis- und Bewegungsübungen.

 

Der Artikel ist unter anderem im  Main-Echo erschienen.

Infokasten: „Tag der geistigen Fitness“

 

Der Bundesverband Gedächtnistraining ruft am 21. September den „Tag der geistigen Fitness“ aus, bundesweit sind Aktionen rund ums ganzheitliche Gedächtnistraining geplant.

 

Im Mehrgenerationenhaus Würzburg (Matthias-Ehrenfried-Haus, Bahnhofstr. 4 – 6) ist von 10 bis 17 Uhr ein Gedächtnisparcours als Trimm-Pfad für die grauen Zellen aufgebaut, um 11.30 und 14.30 Uhr startet Gedächtnistrainerin Gerlinde Steinheim mit Besuchern zum „Brainwalking“ (siehe Interview). Um 11 Uhr wird in einem Vortrag erläutert, was genau ganzheitliches Gedächtnistraining eigentlich ist und um 13 Uhr heißt es: „Mach mit, bleib fit“. An Informationsständen können kleine und große Interessenten zwischen 10 und 17 Uhr verschiedene Denk- und Gedächtnisspiele kennenlernen.

 

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