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Wenn jeder Schritt schmerzt
  Der „Hallux valgus“, zu Deutsch Schiefzehe, gilt hierzulande als das häufigste Fußproblem –
Vor allem Frauen sind betroffen – König-Ludwig-Haus in Würzburg informiert über moderne Fußchirurgie


Von Michaela Schneider

Würzburg „Der Fuß ist eine der wundervollsten Maschinen überhaupt und ein Kunstwerk“, sagte einst kein geringerer als das Universalgenie Leonardo da Vinci. Und tatsächlich ist die Anatomie des Fußes komplex mit knapp 30 Knochen, vielen kleinen Gelenken als Stoßdämpfern, Bändern, einer sehr komplizierten Sehnenanordnung und Muskulatur. Ein kleines Wunderwerk auf der einen, eine echte Belastung auf der anderen Seite, wenn plötzlich jeder Schritt und Tritt schmerzt. Immerhin legt der durchschnittliche Westeuropäer laut Dr. Mathias Walcher, Oberarzt in der orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg, im Laufe seines Lebens zu Fuß rund 120000 Kilometer zurück. Das entspricht drei Weltumrundungen.


Fehlstellungen und Deformationen des Fußes wie der so genannte Halux valgus können das Leben ohne Behandlung  schwer und schmerzhaft machen. Walcher gab im Zuge der Patienten-Veranstaltungsreihe „Orthopädie im Dialog“ am König-Ludwig-Haus Einblicke in die Möglichkeiten der modernen Fußchirurgie. Einen Schwerpunkt legte er dabei auf den Hallux valgus als das verbreitetste Fußproblem.  


Hallux valgus bedeutet „Schiefzehe“

Wörtlich übersetzt bedeutet Hallux valgus „Schiefzehe“ und beschreibt tatsächlich den pathologischen Schiefstand der großen Zehe. 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Die Ursachen können rheumatischer oder genetischer Natur sein, dann kann die Deformität schon bei jungen Menschen auftreten. Sehr oft jedoch spielt schlichtweg falsches Schuhwerk die Hauptrolle. Denn: Sind Schuhe oder auch Socken recht eng oder zu kurz, werden die Zehen aneinandergedrückt. Das heißt, sie weichen von ihrer eigentlichen Stellung  in eine schiefe Position ab. Gerade auch wenn Frauen Schuhe mit hohen Absätzen tragen, werden die Zehen in die Schuhspitze gepresst. Geschieht dies regelmäßig, kann dies zur dauerhaften Verformung und Schiefstellung führen. Ein schwaches Bindegewebe fördert dies noch. Die Folge: brennende Schmerzen.


Wie aber kann der Hallux valgus behandelt werden? Vorneweg: Mit konservativer Therapie kann eine weitere Verformung zwar gestoppt, nicht aber beseitigt werden. Trotzdem sollte zunächst einmal versucht werden, die Schmerzen mit gutem Schuhwerk, Ganzfußeinlagen sowie Physiotherapie in den Griff zu bekommen. Wenn die Fehlstellung der Großzehe jedoch weiter belastet, kommt der Patient um eine Operation meist nicht umhin. „Der richtige Zeitpunkt für die Operation ist da, wenn die nicht-operative Behandlung ausgereizt ist, sich die Beschwerden nicht verbessert haben oder wenn Komplikationen zu befürchten sind“, sagt Walcher.


Beim geringradigen Hallux valgus reicht unter Umständen ein kleinerer Eingriff, etwa die Korrektur von Kapsel und Sehnen. Bei schwerwiegenderen Verformungen indes muss in den meisten Fällen der Mittelfußknochen durchtrennt, um Millimeter verkürzt und umgestellt werden. Kleine Schrauben oder eine Platte stabilisieren. Ziel des Eingriffs: Die Großzehe soll wieder gerade auf dem Köpfchen des  Mittelfußknochens liegen, so dass der Fuß später wieder völlig normal abgerollt werden kann. Die Operation dauert etwa eine Stunde, kommt es zu keinen Komplikationen schließt sich ein Krankenhausaufhalt von zwei bis drei Tagen an. Mit einem so genannten Vorderfußentlastungsschuh können Patienten in der Regel unmittelbar nach der Operation wieder laufen. Allerdings ist der Fuß bis zu sechs Monate lang nicht voll belastbar.   


Schwierig sieht es aus, wenn zum Hallux valgus eine Arthrose – das heißt Gelenkverschleiß - im Grundgelenk der Großzehe hinzu kommt (Hallux rigidus). Die große Zehe steift dabei ein und behindert ein natürliches Abrollen des Fußes. In diesen Fällen steht die Behandlung der Arthrose im Vordergrund und es kann laut Walcher ratsam sein, den geschädigten Gelenkanteil zu entfernen und das betroffene Gelenk künstlich zu versteifen. Davor schreckten viele Patienten zunächst zurück, doch Walcher betont: Außer Stöckelschuhe zu tragen könne man anschließend trotzdem noch alles. Nachbehandelt wird in der Regel zunächst mit einem redressierenden Verband und später mit einem Kompressionsstrumpf zur Stabilisierung. Nicht bewährt hat sich bei Arthrose an der Großzehe laut Walcher indes der Gelenkersatz. Die Langzeiterfahrung habe gezeigt, dass in den meisten Fällen ein paar Jahre später eine Versteifung trotzdem nötig werde.


Zusammenfassend sagt Oberarzt Dr. Mathias Walcher: „Fuß-Operationen sind komplex. Der Schlüssel zum Erfolg sind vor allem eine richtige Indikationsstellung sowie eine konsequente Nachbehandlung.“ Sein Moto: So wenig Operationen wie möglich, so kleine Eingriffe wie nötig und der Gelenkerhalt, wann immer ratsam und machbar.

Der Artikel  ist unter anderem  im Magazin „Gesundheit!“ erschienen.

Oberarzt Dr. Mathias Walcher zeigt am Skelett, wie der Halux valgus aussieht.


Foto: Michaela Schneider


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