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Funkenfeuer kündigen das Winterende an


Von Michaela Schneider

Meterhohe Flammen flackern Anfang März überall in der Region in den nächtlichen Himmel. Von alters her brennen am Sonntag nach dem Aschermittwoch im Allgäu die Funken. Der Brauch geht vermutlich auf vorchristliche Zeit zurück als man mittels Feuer zur Wintersonnenwende die bösen Geister und den Winter vertreiben wollte. Heuer fällt der Funkensonntag auf den 9. März.


Uwe Brendler, zweiter Vorsitzender des Heimatdienstes Sonthofen, räumt im Interview als erstes mit einem Mythos auf. So lese man häufig, dass es sich bei den Funkenfeuern um einen alten germanischen Brauch handelt. Belegbar sei dies nicht. Uwe Brendler geht davon aus, dass die Tradition im Allgäu noch älter ist und bis in die keltische und rätische Zeit zurückreicht. „Die Kelten waren bei uns im Allgäu, das ist belegt. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit um 400 vor Christus – so zum Beispiel auch ein Metallschlüssel, der in Sonthofen gefunden wurde“, erzählt er. Eine Kopie des Schlüssels kann im Heimathaus Sonthofen besichtigt werden. Auch im Gunzesrieder Tal fand man Waffen aus keltischer Zeit.


Was aber geschieht am Funkensonntag? Am Funkenplatz – häufig weit sichtbar auf einer Anhöhe platziert - wird schon am Vortag Holz zu einem riesigen Turm aufgeschichtet.  Bis zu 25 Meter hoch soll mancher Funken in den Himmel geragt haben. Eine recht neue Tradition, weiß Brauchtumsexperte Brendler. Denn früher seien die Feuer wesentlich kleiner gewesen und mutige Burschen seien dann übers Feuer gesprungen, um die Mädchen zu beeindrucken. Gesprungen wird heute nicht mehr, stattdessen wetteifern die Funkenbauer häufig mit den Kollegen aus dem Nachbardorf um den höchsten Turm. In der Nacht wird Wache gehalten, damit nicht ein ungebetener Gast den Funken schon am Vortag entzündet. In der Mitte des Funken wird in manchen Orten noch eine „Funkenhexe“ aus Holz und Stroh montiert. Ein Brauch, den Uwe Brendler indes als unzeitgemäß und „mit Vorsicht zu genießen“ betrachtet: Die Tradition der Funkenhexen entstammt dem grausamen Zeitalter der Hexenverbrennungen.


Am Funkensonntag selbst treffen sich Dorfbewohner und Gäste dann mit der Dämmerung am Funkenplatz und das Feuer wird entzündet. Was heute beliebter Treff ist, war seinerzeit für die abergläubische Dorfbevölkerung eine Pflichtveranstaltung, denn: In mancher Gegend galt einst der Spruch: „Wer am Funkensonntag keinen Funken brennen sieht, der muss noch im selben Jahr sterben“.  Noch in den 40er und 50er Jahren war es laut Brendler zudem Tradition, brennende Holzscheide ins Tal zu rollen. Ein Brauch, der heute als zu gefährlich eingestuft wird und nicht überlebt hat. Eine andere Tradition indes blieb erhalten: Gemeinsam werden so genannte Funkenküchle verspeist. Dabei handelt es sich um in heißem Fett herausgebackenes Hefegebäck.

Der Artikel wurde im Ferienjournal Alpsee-Grünten veröffentlicht.

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