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Fortschrittchen, aber auch Rückschritte
International
Beim Europäischen Frauenkongress in Würzburg
diskutieren 50 Teilnehmerinnen aus zehn Ländern über die Gleichstellung der Geschlechter

 

Von Michaela Schneider

Würzburg 50 Frauen stammen aus zehn ganz unterschiedlichen europäischen Ländern. Doch was sie mit Blick auf die Gleichstellung der Geschlechter bewegt, unterscheidet sich nicht allzu sehr – ob man nun nach Spanien blickt mit seiner nach wie vor sehr traditionell geprägten Rollenverteilung, nach Deutschland oder ins fortschrittliche Skandinavische. Zum Europäischen Frauenkongress eingeladen hatte für drei Tage die Stadt Würzburg  in Kooperation mit der Akademie Frankenwarte. Im Mittelpunkt standen der grenzübergreifende Austausch sowie die Vernetzung der Teilnehmer. Geblickt wurde auf Kontinuitäten und Entwicklungen, Fortschritte aber auch Rückschritte. Im Folgenden einige Schlaglichter, über die die europäischen Frauen in Gruppen beim Worldcafé diskutierten.

 

Thema Arbeitswelt. Es hat sich etwas verändert, darüber waren sich die Frauen einig. Beispiel Polizeidienst in Deutschland. Erst seit 1982 dürfen laut Monika Lehn vom Handwerkerinnenhaus Köln Frauen bei der Polizei arbeiten. Heute ist das Bild einer Frau in Polizeiuniform für die Öffentlichkeit ganz selbstverständlich. Anders indes sieht’s laut Lehn aus, wenn man in Deutschland auf Frauen in Führungspositionen blickt. 2010 wurden 362 börsennotierte Unternehmen in elf Industrie – und Schwellenländern analysiert. Deutschland lag international mit Indien abgeschlagen auf dem letzten Platz – in beiden Ländern betrug die Zahl der weiblichen Vorstände nur zwei Prozent.

 

Blick von Deutschland in die Tschechische Republik. „Daheim bleibt, wer weniger Geld verdient“, so Helena Hardikerovas Wahrnehmung. Realität in ihrer Heimat sei: In höheren Positionen verdienen Männer auf gleichrangigen Posten bis zu 40 Prozent mehr Geld als Frauen. Auch könnten viele Unternehmen keine Teilzeitstellen anbieten, Jobsharing sei  im privaten Sektor häufig schlichtweg nicht möglich. Eine gute Sache indes - auch wenn‘s ein Relikt des Kommunismus sei – seien die Kinderbetreuungsangebote. Krippen arbeiteten in der Regel von 6 bis 17 Uhr, das System sei sehr gut und man könne sich’s leisten, erzählt Hardikerova.  

 

Ein anderes Thema bewegt aktuell vor allem Maria Nieves Sanz Mulas und ihre spanischen Landsfrauen. Denn: Konservative Gruppen in Spanien wollen das moderne spanische Gesetz zur Schwangerschaftsunterbrechung auf den Stand von 1985 zurücksetzen und damit Schwangerschaftsabbrüche wieder kriminalisieren. Die letzte Entscheidung, ob Frauen ein Kind wollen, läge damit nicht mehr bei den Frauen selbst, so die Unidozentin aus Salamanca.

 

In ein Wespennest sticht Dorothea Kröll vom Verein Frauen & Schule Hessen, als sie die Vorliebe kleiner Mädchen in Deutschland für die Farbe Rosa anspricht. Begeistert ist von der frühen Rollenerziehung  in der Runde niemand, doch ein gedanklicher Ausflug ins Skandinavische macht Hoffnung. Die beiden Schwedinnen Lisa Malmhelden und Dr. Gunhild Bremls sind sich einig: Buben und Mädchen griffen in Schweden viel mehr ins jeweils andere Geschlecht ein. Es sei völlig normal, wenn zum Beispiel ein Bub mit einer Puppe spiele. Auch sehe man viel mehr Väter mit Kinderwagen als in Deutschland.

 

Viele weitere Themen werden andiskutiert. Frauen in Partnerschaften, Karriereknicke mit Kind, Altersarmut, die Situation von Frauen mit Migrationshintergrund, Mädchen in Not , das Frauenbild in den Medien und neue Chancen in einer digitalisierten Welt. Großes Worldcafé-Fazit beim Frauenkongress:  Fortschrittchen gibt es, teilweise aber auch wieder Rückschritte. Kurzum: Es ist noch viel zu tun in Sachen Gleichstellung von Mann und Frau!

Der Artikel ist unter anderem im Main-Echo erschienen.