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Professor Gudrun Schmidt-Kärner (rechts), Präsidentin des „Preis Frauen Europas – Deutschland“ steckt der „Frau Europas 2013“, Daniela Topp-Burghardt (links), symbolisch die eigens gefertigte Brosche an und überreicht Blumen.

Fotos: Michaela Schneider


Hüter eines einmaligen Literaturschatzes

Bücher Würzburger Universitätsbibliothek beherbergt die umfangreichste
Sammlung fränkischer Literatur – Einblicke in alte und neue Aufgaben am Tag der Bibliotheken


Von Michaela Schneider

Würzburg Würzburg schreibt das Jahr 1619. Der 30-jährige Krieg erschüttert Europa. In der fürstbischöflichen Stadt am Main wird trotz aller Unruhen die Grundlage gelegt für die heute umfangreichste Sammlung fränkischer Literatur: Die Universitätsbibliothek Würzburg wird aus der Taufe gehoben. Erst Jahrhunderte später wird die „Fränkische Landeskunde“ als eigene Sondersammlung ausgewiesen.  Deren Leiterin Eva Pleticha-Geuder blickt zum heutigen „Tag der Bibliotheken“ (24. Oktober) auf die Geschichte der Sondersammlung, aber auch auf moderne Herausforderungen im Bibliothekswesen.


Zunächst der Blick in die Historie. Bereits 1582 war die Würzburger Universität gegründet worden. Eine Bibliothek allerdings hielt der Fürstbischof seinerzeit für unnötig, stattdessen stellte er der Wissenschaft unter anderem auch seine eigene Hofbibliothek zur Verfügung.   Erst Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen legte 1619 den Grundstock für eine allgemeine Universitätsbibliothek. Erworben wurden zu jener Zeit zum Aufbau von Universitätsbibliotheken gerne geschlossene Sammlungen von Wissenschaftlern und Geistlichen. „Und weil die Leute nun mal eng verwurzelt waren in ihrer Heimat, befand sich schon in der Anfangszeit viel Fränkisches im Würzburger Bestand“, sagt Pleticha-Geuder.


Blende ins 19. Jahrhundert. Mit der Säkularisation wanderten die Bücher des Hochstifts in die Universitätsbibliothek, diese zählen heute zu deren wertvollsten Beständen. Die Bibliothek allerdings geriet an ihre Kapazitätsgrenzen, von der Alten Universität dehnte sie sich im 19. Jahrhundert aus in die Neubaukirche.  Eine Lösung fürs Platzproblem zeichnete sich jedoch erst ab, als der Bayerische Landtag 1963 die Verlagerung von Teilen der Universität ans Würzburger Hubland beschloss.


Hier endlich können die fränkischen Bestände als Sondersammlung präsentiert werden und Studenten, Wissenschaftlern, aber auch der frankeninteressierten Öffentlichkeit entsprechend zugänglich gemacht werden: 11757 Bände stehen heute frei zugänglich im Lesesaal, weitere rund 80000 Bände befinden sich im  Magazin. Hinzu kommen mehr als 2000 Zeitschriften. Die Grundlage für das Sammlungskonzept der Abteilung  hatte übrigens bereits der Bibliothekar Johann Michael Feder zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelegt. 1805 zum Oberbibliothekar berufen, führte er die Signaturengruppe Res Patriae (RP), zu Deutsch „Dinge der Heimat“, ein mit 25 Sachgruppen von Kirchenangelegenheiten über Geschichte und Literatur bis hin zu Personen und Orten im Fränkischen. Bis heute sind die Bestände laut Pleticha-Geuder geordnet wie zu Feders Zeit. Die ältesten Bücher stammen aus der Zeit um 1500 – von ganz klein bis ganz groß, vom dünnen Heftchen bis zur mehrbändigen Reihe.


Nirgends sonst gibt es eine umfangreichere Sammlung an „Franconica“ – auch wenn von Vollständigkeit laut Pleticha-Geuder bei weitem nicht die Rede sein kann. „Den Anspruch auf Vollständigkeit verfolgen wir, wenn es um Universitätsgeschichte geht und um Unterfranken“, ergänzt die Bibliothekarin.


Dabei ist es mit dem alleinigen Sammeln längst nicht getan – die kompletten „Franconica“ sind inzwischen fein säuberlich digital katalogisiert. In der Regionalbibliografie werden nicht nur Monografien, sondern seit mehr als 50 Jahren auch sämtliche Aufsätze erfasst. Pro Jahren werten die Zweieindrittel Mitarbeiter der Abteilung Fränkische Landeskunde dafür rund 600 Zeitschriften aus von einschlägigen Werken wie den Mainfränkischen Jahrbüchern bis hin zu allgemeinen wissenschaftlichen Zeitschriften und verschlagworten rund 2500 Aufsätze. Neue Printpublikationen werden der Bibliothek zum Teil geliefert, hier greift das so genannte Pflichtstückegesetz aus dem Jahr 1986, nach dem jeder Autor zwei Exemplare seine Print-Veröffentlichungen abliefern muss.  Eines landet in der Bayerischen Staatsbibliothek, eines in einer weiteren Bibliothek – und zwar oft in der Universitätsbibliothek seines Heimatortes. Zusätzlich werden rund 1500 Bücher pro Jahr neu erworben.


Doch sieht  Pleticha-Geuder in naher Zukunft weitere Aufgaben auf Bibliotheken zukommen, denn: Bis dato gibt es in Bayern keine Abgaberegelung für elektronische Dokumente, die heute vielfach gedruckte Bücher und Zeitschriften ersetzen. Das geschriebene Wort sollte auch in Zukunft umfassend bewahrt, katalogisiert und bibliografiert werden, fordert die Bibliothekarin. Sie ergänzt: „Wir sind eine Regionalbibliothek und also solche für alle Bürger der Region da. Nur darum sammeln wir für kommende Generationen.“


Der Artikel ist im Main-Echo erschienen.

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Infokasten: Die elektronischen Angebote der Abteilung „Fränkische Landeskunde“


Linklisten zu Unterfranken: Informationen über und zu Franken gibt es im Internet zuhauf. Allerdings sind diese nicht immer leicht zu finden. Deshalb stellt die Abteilung „Fränkische Landeskunde“ auf der eigenen Internetseite umfassende Linksammlungen zum Thema „Unterfranken im Internet“ frei zur Verfügung. Auch sind viele der alten, wertvollen Werke inzwischen digitalisiert und können per Mausklick eingesehen werden. http://www.bibliothek.uni-wuerzburg.de/sondersammlungen/fraenkische_landeskunde/


Unterfränkische Bibliografie: Ebenfalls ein interessanter Tipp für Hobbyhistoriker, Heimatforscher und Wissenschaftler: Die unterfränkische Bibliographie verzeichnet als Regionalbibliographie Literatur über Unterfranken. Die Werke lassen sich über Stichworte recherchieren unter http://www.bayerische-bibliographie.de/ Ferner enthält das Datenbank-Infosystem (DBIS) ein Fachgebiet Fränkische Landeskunde, in dem interessante Datenbanken aufgelistet sind. Link siehe Website der Abteilung „Fränkische Landeskunde“.


UB-Führungen: Wer mehr über die digitalen Angebote der Abteilung „Fränkische Landeskunde“ erfahren möchte, kann an einer öffentlichen Einführung mit Eva Pleticha-Geuder teilnehmen. Die nächsten Termine: Mittwoch, 30. Oktober, um 17 Uhr sowie Donnerstag, 16. Januar 2014, 16 Uhr. Treffpunkt: Infopunkt im Foyer des Bibliotheksgebäudes am Hubland.