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Schuld war nur der Champagner!

Operette Mainfrankentheater inszeniert Johann Strauss‘ Fledermaus – Gelungene Premiere

 

Von Michaela Schneider

 

Würzburg Mitreißende Ohrwurm-Melodien, viel Wiener Schmäh, ein hübsch-pompöses Bühnenbild, schöne Kleider und wilde Can-Can-Szenen, voluminöse Chorklänge und motivierte Solisten, ein turbulentes Stück voller humoriger Pointen, angereichert um eigenen Witz: Vor voll besetztem Haus zeigte das Mainfrankentheater Würzburg bei der Premiere der „Fledermaus“, was Operette sein soll: allgemeine, gute Unterhaltung für Jedermann. Eine überaus gelungene Inszenierung, die Liebhaber der Johann-Strauss-Ära begeistern wird und die ungehemmte Lust am Leben in der Donaumetropole zu jener Zeit auferstehen lässt.

 

 Dabei schrieb der Walzerkönig das Werk in Kooperation mit dem Komponisten Richard Genée im Jahr 1873 direkt nach dem totalen Zusammenbruch der Wiener Börse. Die Gesellschaft tanzte am Abgrund Walzer und Polka, die Operettenworte „Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist“ werden zum Sinnbild eines regelrechten Rauschs nach Unterhaltung und Ablenkung. Das Libretto der komischen Operette in drei Akten basiert dabei auf zwei literarischen Quellen: Auf Roderich Benedix‘ Komödie „Das Gefängnis“ und auf dem Lustspiel „Le Réveillon“ der Franzosen Henri Meilhac und Ludovic Halévy.

 

Dabei kann Rache so süß und spaßig sein. Dr. Falke (Uwe Schenker-Primus) hat nicht vergessen, dass sein Freund Gabriel von Eisenstein (Daniel Fiolka) ihn einst betrunken und im Fledermauskostüm mitten auf der Straße sitzen ließ. Das Gespött der Leute am nächsten Tag blieb nicht aus. Mit Hilfe des „Prinzen“ von Orlofsky (Barbara Schöller) schlägt Dr. Falke nun zurück. Gabriel wird auf ein rauschendes Fest geladen. Dabei gibt er sich als Marquis Renard aus, denn eigentlich müsste er in dieser Nacht eine kurze Haftstrafe antreten. Doch ist er nicht der einzige in Maskerade, keiner ist in der Ballnacht, wer er zu sein scheint. Das Stubenmädchen Adele (Anja Gutgesell) taucht in der edlen Robe der Gattin Rosalinde als Künstlerin auf. Rosalinde (Silke Evers) indes gibt sich als ungarische Gräfin aus. Als am nächsten Morgen alle Masken fallen, kommt es zu mancher Überraschung, doch die allgemeine Absolution ist schnell erteilt, denn: Schuld war schließlich nur der Champagner. Oder mit Rosalindes modernen Worten gesagt: „Shit happens!“

 

Ungemeinen Spaß macht in der Fledermaus-Version des Mainfrankentheaters schon die Ouvertüre des Philharmonischen Orchesters Würzburg. Voller treibender Dynamik und Charakter präsentiert musikalischer Leiter Andrea Sanguineti die Fledermaus frech und modern. Beim weltberühmten Csárdás „Klänge der Heimat“ der „ungarischen Gräfin“ – hier in Revueoptik - hätte man sich vielleicht ein klein wenig mehr Emotion zu Beginn gewünscht. Doch passt deren Schwung letztlich zur Champagnerlaune auf der Bühne wie im Orchestergraben. Im Ensemble treten gesanglich später vor allem Silke Evers als Rosalinde und Anja Gutgesell  als Adele hervor. Letztere begeistert gerade auch durch tolles Schauspiel, eine hervorragende Besetzung für das gewiefte Stubenmädchen – gewitzt und irgendwie doch naiv, ein bisschen überdreht und zugleich ungemein niedlich. Gesanglich nicht ganz so überzeugend: Barbara Schöller als Prinz Orlofsky. Trotzdem kann sich die Leistung des gesamten Ensembles sehen lassen, die Spielfreude überzeugt.

 

Den meisten Applaus heimst schon während des Stücks der einzige ein, der an diesem Abend nicht singt: der gebürtige Wiener Christian Higer als Gerichtsdiener Frosch in Slibowitz-Laune. Im Gefängnis jagt ein Kalauer den nächsten, mal eher Kabarett, mal reinste Comedy inklusive akrobatischer Einlagen und Unterhaltungen mit einem grünen Quitschefrosch sorgt Higer für Lachmuskeltraining-Garantie und reichert den Originaltext noch um manche aktuelle Pointe an.

 

Bernd Frankes Bühnenbild ist wunderschön klassisch: Das Eisensteinsche Apartement zeigt sich in Holztäfelung, mit Schmucktapete und schweren, roten Samtvorhängen. Den opulenten Ballsaal zieren Goldstatuen auf königsblauem Samt und überdimensionale Wandgemälde. Auch bei den Kostümen hat Götz Lanzelot Fischer auf zu moderne Experimente gottseidank verzichtet. Und so ist das Bühnenspektakel nicht nur klanglich ein Erlebnis, sondern auch rundum schön anzusehen. Der Cancan des Balletts ist nett, ein bisschen mehr Harmonie hätte man sich hier aber gewünscht.

 

Einige Kritik musste das Mainfrankentheater in Würzburg wegen ausbleibenden Publikums in der jungen Vergangenheit über sich ergehen lassen. Es spiele am Geschmack der Zuschauer vorbei, das künstlerische Konzept des Spielplans sei zu gewagt. Mit der Inszenierung der „Fledermaus“ setzt es zum Gegenbeweis an: Die Inszenierung könnte kaum geeigneter sein, um die breite Masse in den Theatersaal zu locken.

 

 

 

 

Infokasten: Der Bau der MAGIC-Teleskope

 

Um die 150 Astronomen und Physiker waren am Bau des ersten Magic-Teleskops beteiligt, 2003 wurde es fertiggestellt. „Fast alles ist in Eigenarbeit geschehen“, betont der Würzburger Astronomieprofessor Karl Mannheim, veranschaulicht: „Studenten haben die Teleskope selbst mitaufgebaut, Kabel gezogen und die Software zum Laufen gebracht.“ Aus Würzburg stammte dabei unter anderem die komplette Antriebstechnik – und die hat es in sich, denn: Um die 60 Tonnen wiegt ein einzelnes Teleskop, das sich innerhalb von 20 Sekunden auf jeden beliebigen Punkt ausrichten lässt. Auch viele der Fotosensoren und die Software für die Analyse und die Bildgebung kommen aus Unterfranken. 2009 folgte das Zwillingsteleskop, Ende 2011 ein kleineres, drittes Teleskop mit neuer Technik. Zwölf Teams sind derzeit am Projekt MAGIC auf La Palma beteiligt. Um die 13 Publikationen pro Jahr resultieren aus deren Beobachtung des Universums. Rund fünf Millionen Euro sind in Bau und Weiterentwicklung der Magic-Teleskope bislang geflossen, gefördert wird die Arbeit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

Der Artikel wurde unter anderem  im  Fränkischen Tag veröffentlicht.

Letzte Handarbeiten am optischen Teleskop in Hettstadt. Im Bild (von links) Christian Lorey (Friedrich-Koenig-Gymnasium), Dominik Elsässer, Ralf Mündlein.  Das Bild ist kurz vor der Einweihung dieses Jahr im Januar entstanden.       

 Archiv-Foto: Elsässer

Der Artikel ist unter anderem im Main-Echo erschienen.

Nächste Vorstellungen:

 

15.00 Uhr: 31.12./ 10.02./ 05.05.

 

19.30 Uhr: 17.11./ 23.11./ 06.12./ 08.12./ 11.12./ 19.12./ 31.12./ 05.01./ 09.01./ 12.01./ 25.01./ 27.01./ 28.02./ 30.03./ 14.05./ 15.05./ 16.05./ 17.05.