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Spanische Musik, Tanz, Leidenschaft
Mit mehr als 1000 Besuchern pro Jahr ist das Flamenco Festival Würzburg das
größte seiner Art in Süddeutschland. Vom 4. bis 13. April geht es in die inzwischen 13. Runde


Von Michaela Schneider
Würzburg Tanz, Musik und sehr viel Leidenschaft: Zum 13. Mai lädt die Künstlerinitiative Salon 77 e.V. vom 4. bis 13. April zum Würzburger Flamenco Festival ein. Organisatorin Mercedes Sebald ist es heuer  unter anderem gelungen, die 17-köpfige Kompagnie „Mi Carmen Flamenca“ um Antonia Andrade und Startänzerin Úrsula Morena zu engagieren. Mit mehr als 1000 Besuchern pro Jahr ist das Festival das größte seiner Art in Süddeutschland.  Die 44-jährige Mercedes Sebald blickt auf das Festival und auf Flamenco einst und heute. Und sie erzählt, wie sie selbst zum Tanzen kam, obwohl sie eigentlich aus dem spanischen Valencia stammt – einer Stadt ohne  Flamenco-Tradition.


Bei uns verbindet man Flamenco vor allem mit Tanz. Aber auf dem Programm des Festivals stehen zum Beispiel auch reine Konzerte…

Mercedes Sebald: Ja, Flamenco ist viel mehr als Tanz. Diese einzigartige Kunst stammt aus Andalusien und ist verwurzelt in der spanischen Klassik, der arabischen Musik, der Musik der Sinti und Roma und in der spanischen Folklore. Den Reiz macht dabei gerade auch aus, dass so verschiedene Kulturen eingebunden sind. Flamenco bedeutet vor allem Interaktion zwischen den Musikern und dem Tänzer, sehr wichtig ist dabei der Rhythmus.


Man sagt: Dem Gitarristen kommt beim Flamenco die schwierigste Rolle zu…

Sebald: Das stimmt, denn er muss Sänger und Tänzer zusammenhalten. Fürs Festival konnten wir mit Antonie Rey übrigens einen der aktuell besten Gitarristen der Szene gewinnen, mit dem Bienal Sevilla hat er 2012 einen der wichtigsten Preise überhaupt gewonnen.


Und worauf muss ein Flamenco-Tänzer achten?

Sebald: Beim Tanz spielt der Ausdruck eine entscheidende Rolle – von Alegrìa, also Freude, bis zu Strenge. Das erreicht der Tänzer über verschiedene Stile, Interpretationen, die Kopfposition, die Mimik und ein Stück weit Schauspiel. Auch ist Flamenco sehr geschlechtsbetont. Die Frauen bewegen sich sehr weiblich durch eine entsprechende Armführung und die Handbewegungen. Männer wirken sehr maskulin, bewegen die Finger reduzierter, und arbeiten mit Faust, Posen und ganz viel Technik.


Unter anderem wird mit „Mi Carmen Flamenca“ eine 17-köpfige Kompagnie im Mainfranken Theater auftreten. Wie viel hat eine so große Show überhaupt noch mit traditionellem Flamenco zu tun?

Sebald: Flamenco hat sich immer weiterentwickelt – auch wenn es den ganz alten, traditionellen Flamenco Puro natürlich noch gibt. Im zeitgenössischen Flamenco spielt Technik jedoch eine viel größere Rolle. Gitarristen zum Beispiel spielen viel komplizierter, integrieren zum Beispiel auch Elemente des Jazz.  Hinzu kommen heute viel Percussion, Saxophon, Querflöte, Kontrabass. Viele Tänzer bauen zudem Elemente des zeitgenössischen Tanzes ein. Uns ist beim Festival wichtig, dass Flamenco noch hör- und sichtbar bleibt. „Mi Carmen Flamenca“ ist ein perfektes Beispiel dafür, dass sich Flamenco hervorragend mit modernen Elementen kombinieren lässt.


Und was ist für Festivalbesucher geboten, die weniger Show und mehr traditionellen Flamenco erleben wollen?

Sebald: Ich persönlich bin ein großer Fan der Konzerte in der Zehntscheune, hier herrscht genau das richtige Flamenco-Ambiente.  Das Publikum ist den Künstlern sehr nahe - und genau das braucht es bei Flamenco. Der Zuschauer kann mit eintauchen in die Welt von Musik und Tanz. Im Spanischen sprechen wir von „duende“, der Amerikaner sagt „I`ve got the Blues“. Es geht dabei um das gewisse Etwas, um Gänsehautgefühl. In die Zehntscheune kommen werden zudem Sueño Flamenco mit Mawi de Cadiz – ein Sänger und Tänzer, der in Spanien häufig im Fernsehen auftritt und dort sehr bekannt ist. Er singt so genannte „Coplas“. Das sind Balladen mit Flamencostimme.


Wie sind Sie eigentlich zum Flamenco gekommen?

Sebald:  Meine Mutter stammt aus Valencia, dort macht man gar keinen Flamenco. Ich wuchs in Deutschland auf. Aber meiner Mutter war es wichtig, die spanische Kultur im Allgemeinen daheim fortleben zu lassen. Als Kind lernte ich am Stadttheater Ballett, dann in Stuttgart klassischen spanischen Tanz. Später studierte ich Romanistik und Germanistik, unter anderem in Salamanca. In der Zeit nahm ich in Madrid Flamencounterricht.  Das ist der übliche Weg in Spanien: Ein Tanzstudium macht einen klassischen Tänzer, Flamenco im Speziellen lernt man entweder daheim, sollte man aus einer Flamenco-Familie stammen. Oder bei Altmeistern, wie sie in Madrid im Amor de Dios unterrichteten.


Und wie ging es in Deutschland weiter?

Sebald: 1977 hatte eine Gruppe freischaffender Künstler – von bildenden Künstlern über Literaten bis hin zu Musikern und Tänzern – den Salon 77 in Würzburg gegründet. Die Idee dahinter:  Räumlichkeiten für die Kunst werden gemeinsam angemietet, den Künstlern stehen dadurch Ateliers, Training- und Probenräume zu Verfügung, die sie sich allein nicht leisten könnten. Der Salon hat sich für manchen Künstler zum Sprungbrett entwickelt. Mich erinnert er an den Amor de Dios in Madrid. Auch dort hatten die Dozenten Räume angemietet,  unterrichteten aber selbstständig. Das machte ich auch.  Das Flamencofestival stellte ich vor 13 Jahren vor allem auch auf die Beine, weil die Leute hier in der Region nicht wirklich verstanden, was Flamenco ist und ihn sehr touristisch interpretierten. Ich wollte und will zeigen, was wirklich dahinter steckt.

Mercedes Sebald organisiert seit 13 Jahren das Flamenco Festival Würzburg.

     

Foto: Michaela Schneider

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Der Artikel  ist unter anderem  im Main-Echo erschienen.

Infokasten: Das Programm zum Flamenco Festival  Würzburg


4. und 5. April, jeweils 19.30 Uhr: Antonio Rey en Concierto, Zehntscheune Weingut Juliusspital

6. April, 19.30 Uhr: Sueno Flamenco mit Mawi de Cadiz,   Zehntscheune Weingut Juliusspital

11. April, 19.30 Uhr: „Festival-Party“ mit verschiedenen Darbietungen der Künstlerinitiative Salon 77 (Richard-Wagner-Straße 60), freier Eintritt

13. April, 20 Uhr: „Mi Carmen Flamenca“, Mainfranken Theater Würzburg


Kartenvorverkauf im Tourist Office im Falkenhaus Würzburg. Reservierungen sind per Telefon möglich unter 0931/372398. Kartenvorverkauf für die Veranstaltung „Mi Carmen Flamenca“ an der Theaterkasse des Mainfranken Theaters, Telefon 0931/3908-124 sowie Online-Reservierung unter www.theaterwurezburg.de


etails zum Programm unter www.wueflamencofestival.com